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11. Juni 2012

Random, but from the heart.

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Some of you might enjoy this very random post with some random pictures from Chiang Mai and some even more random (and embarrassingly old) stuff from the internets. If you feel offended by all the randomness, feel free to get out of here. If you're home with a tummy-ache, this goes out to you. If you're bored, filling out tax forms (Schtüürerchlärig ;) ). Or if you happen to be stranded at some airport right now.

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You all probably already know that one. But it's worth remembering.

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"18. Leave a random tip for someone who’s cleaning the streets or a public restroom.
25. Laugh at advertisements, especially ones that teach you that you can by happiness.
47. Eat with someone who does not look like you. Learn from them."

(From: "50 Ways to Become the Answer to our Prayers". All things that you could do at, let's say, an airport. I like number 8 on that list too but I guess you'd have to stay pretty long, wherever you are, to be able to do that.)

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(Would you get arrested if you did that in SE-Asia?)

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I don't. But it sometimes feels as if it was. In the wonderful, funny, weird moments like finding myself in the same Songthaew like sad but precious Drag Queen Rochelle, whom we got to know yesterday. (via Post Secret)

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"40 Of The Most Powerful Photos Ever Taken."

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Full screen, please.

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2012-06-10 21.10.24

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7. September 2008

Ein schöner Sonnenuntergang

Einer meiner Redaktionskollegen hat sich eine gute Angewohnheit zugelegt: Jeweils im Januar macht er Ramadan, was für ihn heisst: kein Alkohol. Nach den vielen Grillpartys, gemütlichen Beisammenseins und einem kleineren Frustsaufen im August hatte ich so um den 25. herum das Gefühl, auch mal so eine Alkoholpause gebrauchen zu können. Ich habe also beschlossen, im September auf Bier, Wein und Spirituosen zu verzichten.

Fazit nach Woche 1: Hart, sehr hart. Bisher habe ich zu einem Frauenbier und
einem Glas Wein nicht Nein sagen können. Die faule Ausrede: "Ramadan gilt auch nur bis zum Sonnenuntergang".

Auch nach Sonnenuntergang hat die medizinische Permanence geöffnet, in der die neue SF-Serie "Tag und Nacht" spielt. In meiner Funktion als stellvertretende Medienredaktorin habe ich mir vorhin pflichtschuldigst das (ganz schlecht aufgelöste) Video angesehen. Und in meiner Funktion als "Grey's Anatomy"-Fan muss ich sagen: Naja. Zwar stehen auch dort die medizinischen Probleme eher im Hintergrund, aber die Protagonisten werden nicht noch in den letzten fünf Minuten schnell mit einer Epidemie konfrontiert und können dann die Patienten einfach ans Uni-Spital weiterreichen, sobald die Diagnose gefällt ist. Die Vorschau versprach für die nächste Episode aber interessante Fälle, ich bin gespannt. Sabina Schneebeli spielt gut, es gab in der Folge ein einigermassen natürlich wirkendes Filmkind und ich wünschte, ich würde mit schätzungsweise 60 (?) auch noch so toll aussehen wie Heidi Maria Glössner.

26. August 2008

Böse Männer

Gestern war ich im Kino und habe mir den ominösen "The Dark Knight" angeschaut. Er ist wirklich toll. Die Story ist recht kompliziert, es gibt mehrere Gangster, den "Mob", und ganz verwickelte Geldangelegenheiten, die der Staatsanwalt (krasse Seite!), gespielt vom herzigen Aaron Eckhart, bekämpft. Dann gibt es den Joker, der sich auf die Seite des Mobs schlägt, um Batman zu provozieren, der seinerseits alles Unrecht jagt.

Soweit die Geschichte - allerdings geht es ja im Film eh nur um die Schauspielkünste von Heath Ledger (Christian Bale glänzt vor allem mit einer sexy Stimme und einer heissen kühlen Ausstrahlung). Die - also die Schauspielkünste von Heath - sind tatsächlich super. Der Joker ist gruselig, böse, und vor allem verrückt. Aber warum sagt einem von den Kritikern niemand, dass er auch lustig ist?!

So - und jetzt wird "Bauer, ledig, sucht..." geschaut. Das habe ich nämlich für Batman sausen lassen.

3. August 2008

Blut und Herz

Wegen seines bescheuerten Titels hätte ich beinahe einen super Film verpasst - "Brügge sehen und sterben" klingt einfach eher nach Goethe als nach guter Unterhaltung. Zwei Profikiller, Colin Farrell und Brendan Gleeson, auf Befehl des Chefs im Urlaub im märchenhaften belgischen Städchen Brügge. Dem einen gefällt es dort recht gut mit den Grachten, der Altstadt und dem Kopfsteinpflaster, für den anderen ist das "verschissene Brügge" die Hölle. Dazu kommt mit Clémence Poésy eine der hübschesten Frauen, die in der letzten Zeit im Kino aufgetaucht ist.

















Der Film ist skurril: die Dialoge zwischen den beiden Männern, die kindischen Sprüche des völlig deprimierten und absolut liebenswürdigen (ein Pechvogel mit einem Blick, der genau auf den Mutterinstinkt zielt) Colin Farrell sind manchmal richtig lustig und absurd, um nur ein paar Sekunden später ins Traurige und Verzweifelte zu kippen. Nur kurz nach der Drogenorgie mit einem "Gnom" begeht einer der Hauptdarsteller einen Selbstmordversuch, und der Schluss ist tragisch und richtig brutal. Und Ralph Fiennes ist wieder einmal un-heim-lich böse. Da tschuderets einem richtig.

7. März 2008

Nummer Hundert!

Juhui, mein hundertstes Post! Just vor dem Umzug - das heisst, alle 100 Posts sind in dieser Wohnung entstanden. Nicht, dass ich es drauf angelegt hätte, aber es fällt mir nur gleich auf. Wie lange blogge ich schon? Seit September 2007. Das heisst, eineinhalb Jahre. Und bis jetzt durchgehalten. Da bin ich doch fast ein bisschen stolz. Ob ich die Flasche Litchi, die seit mehr als einem Jahr im Kühlschrank steht, weil ich Litchi überhaupt nicht mehr mag, doch nicht mehr zügeln soll?

Die Weltwoche hat mir, drei Monate nach meiner Abokündigung, einen langen (!) Brief geschrieben. Sie bedauern es, dass ich mit ihrem journalistischen Stil nicht einverstanden sei (ich hatte das Abo mit der Begründung gekündigt, ihre Berichterstattung sei mir zu einseitig geworden und ich sei es leid, in jeder Ausgabe eine Kritik an der Zürcher Sozialpolitik zu lesen). Schien mir trotzdem ein Standardbrief zu sein - würde mich nicht wundern, wenn ich nicht die Einzige gewesen wäre, die sich wegen des schleichenden "Rechtsrutsches" der Weltwoche entschieden hätte, diese nicht mehr zu lesen. Obwohl ich vor allem die Porträts und Interviews sehr gerne gelesen habe. Aber wirklich vermissen tu ich sie ja auch nicht, kauf ich mir halt öfter die GALORE.

Heute habe ich auf dem Weg nach Hause ein Mädchen, also eine junge Frau in meinem Alter gesehen, die hatte ausser dem Gesicht auf jeder Stelle Haut, die ich gesehen habe, Tattoos. Aber nicht so ganz farbige Sleeves, wo wirklich nirgends mehr rosa Haut zu sehen ist, sondern einfach viele Tattoos. Sie sah aus wie eine von den Suicide Girls. Ich hab ja nicht gestarrt, aber da war eine ziemlich grosse Pistole auf dem rechten Unterarm, daneben ein kleines Popeye-Porträt, ein paar Sterne (aber nur so Striche übereinander, nicht die, die alle haben), ein paar Punkte zwischen den Sternen und auf dem
Handrücken eine grosse Wildrose. Auf den ersten Fingergliedern stand dann S-E-L-F und auf denen der anderen Hand M-A-D-E. (Ich beschreib die ja jetzt fast zu genau. Ob ich das wohl darf? Aber es sah wirklich schön aus.) Auch auf dieser Hand war eine Rose, und am Arm ein dreizeiliges Gedicht zum Thema Glück. Rund um den linken Unterarm hatte sie ein Muster, das mich an einen Mondkalender erinnert hat. Auch auf dem Oberkörper, auf der Brust, hatte sie Tattoos, die fand ich allerdings nicht so schön.

Und was ich auch nicht schön fand, war, dass sie während der ganzen Fahrt Brot mit Le Parfait ass, und ich gegenüber vor Hunger fast ohnmächtig wurde. Mmmmh, dafür gabs vorher leckere Bolognaise-Plätzli - die brauchen nämlic
h zum Backen nur 12 Minuten. Und jetzt muss ich noch zwei Folgen Grey's Anatomy schauen, denn die DVDs gehören meiner Mitbewohnerin und nach meinem Umzug kann ich die nicht mehr schauen.

Hier noch ein Foto, das meine Schwester heute gemacht hat.
Und das, obwohl sie momentan krank ist. Wow. Keine Ahnung, was es ist, aber es sieht absolut super aus.

6. Dezember 2007

No Superman

Liebe Zwischen den Zeilen-Leser,

leider kam ich in letzter Zeit nicht so zum Bloggen. Das hing einerseits damit zusammen, dass ich momentan sehr viel arbeite, wie schon mal gesagt, doch trägt auch meine Mitbewohnerin Schuld an meiner fehlenden Blog-Lust: Sie kauft immer wieder die neueste Staffel von "Scrubs- die Anfänger" auf DVD. Und weil ich euch ja nicht nur mit meinen Entschuldigungen, weshalb ihr nichts mehr von mir zu lesen kriegt, langweilen will, hier sieben goldene Gründe, weshalb Scrubs die beste Serie aller Zeiten ist.

1. Das Intro ist sehr kurz, man hat also nichts zu fwd-en, wenn man alle Folgen am Stück anschaut (wie etwa bei Sex and the City, wo das Intro mindestens eine halbe Minute dauert, oder bei Serien wie Grey's Anatomy oder Six Feet Under, bei denen es sogar noch länger geht, bis die Serie anfängt)

2. Auch die einzelnen Folgen sind relativ kurz. Wenn mich also mein Freund anruft und mir sagt, "Schatz, ich komme zwanzig Minuten zu spät", kann ich mir getrost noch eine Folge Scrubs reinziehen, ohne das Ende zu verpassen.

3. Es ist die einzige Serie, bei der ich laut loslache (Röntgenbild, Becken mit Glühbirne drin: "Entweder, der Typ hat eine Glühbirne im Arsch, oder sein Enddarm hat gerade eine gute Idee")

4. Es macht nichts, wenn meine Mitbewohnerin eine DVD weiter ist als ich, da es immer um die gleichen Leute geht und ihr Leben nicht wirklich weitergeht, spielt die Reihenfolge der Folgen keine Rolle. Wo man zum Beispiel bei "Lost" immer konzentriert wegsehen muss, um sich die Überraschungen nicht zu verderben.

5. Es gibt Szenen, wo man JD's Gedanken in Bildern sieht. Das mochte ich schon bei Ally McBeal.

6. Dr. Cox (der übrigens ein wenig aussieht wie der Bruder meines Freundes, der ebenfalls Locken und einen unglaublich trockenen Humor hat).

7. Der Hausmeister. Böse, aber irgendwie doch lieb.

1. Oktober 2007

Fetzy Etsy

Aaaah - tatsächlich habe ich am Samstag nach meinem letzten Blogeintrag einiges Kreatives gemacht: Ich habe feine Brötchen gebacken, seit langem wieder ein wenig gezeichnet (ich selber als Modell bin allerdings ziemlich langweilig - und die Winkel, aus denen ich mich selbst zeichnen kann, ohne mich zu verrenken oder mir diverse Körperteile einzuschläfern, begrenzt. Da muss noch eine Lösung - oder ein(e) Freiwillige(r) - her) und mein Fahrrad aus dem Keller geholt. Zugegeben, letzteres ist auf den ersten Blick wenig kreativ - allerdings musste ich meine Sudoku-erprobten Hirnregionen ziemlich lange bemühen, bis mir der Zahlencode für mein Veloschloss wieder einfiel... und kam mir anschliessend vor wie Danny Ocean nach dem Einbruch ins Belaggio.

Nach einem langen Arbeitstag und anschliessendem "
¡Ayayay, Espanol!" schaue ich aber lieber anderen Leuten beim Kreativ-Sein zu und beschränke meine eigene künstlerische Tätigkeit aufs Salat-Komponieren und Fingernägel-frisch-lackieren. Da kommt mir etsy.com gerade recht: lauter wunderbar talentierte und ideenreiche Menschen präsentieren und verkaufen da ihre Arbeiten. Ein Online-Kunsthandwerkermarkt, schon fast wie die Stände in den Sommerferien, nur im Internet und viel, viel besser.

Die Auswahl ist riesig, doch Hilfe ist schnell zur Stelle: auf "Etsy's most wonderful things" sind einige Trouvaillen aufgelistet. Zum Beispiel dieser tolle Minijupe - ein absolutes will-ich.



















Inspirierend, oder? Meine ersten Etsy-Besuche im Frühling resultierten ja bereits in zwei tollen T-Shirts...

29. September 2007

Der Musenkuss

Jetzt bin ich fast fertig. Noch 33 Seiten, dann weiss ich, wie es mit der verrückten WG von Philou, Camille, Franck und Omi Paulette zu Ende geht. Das Buch, auf dessen Basis der Film "Ensemble, c'est tout" (den ich noch nicht gesehen habe) entstanden ist, ist eines der schönsten, die ich in den letzten Monaten gelesen habe. Zweimal hatte ich es in der Buchhandlung in der Hand, einmal hab ich's für eine Kollegin gekauft, und irgend etwas hat mich so gedrängt, dass ich gar nicht anders konnte, als es für mich selbst gleich auch noch zu kaufen. Im Klappentext steht "Ähnlich wie Amélie, nur noch schöner", aber das trifft eigentlich nicht zu: "Zusammen ist man weniger allein" ist zwar genauso zauberhaft, die Hauptfigur erinnert schon sehr an das fantasievolle Mädchen aus Montmartre, aber eigentlich ist die Geschichte viel trauriger. Camille ist magersüchtig, gescheiterte Künstlerin und hat eine Mutter, die sie bei jedem Treffen wieder rückfällig werden lässt, Franck ist unglücklich in Camille verliebt, total gestresst von seiner Arbeit als Koch und von der Belastung mit der altersschwachen Grossmutter Paulette, und der schlaksige Philibert stottert und wird von seinem Vater verachtet. Und dass die vier schliesslich zusammenwohnen, kann nicht gut ausgehen. Es wird ein trauriges Ende nehmen, doch diese mag ich lieber als gekünstelte und unrealistische Happy-Endings.

Der Donnerstag hingegen nahm für einige ein feucht-fröhliches Ende: Für die 12 Dichter nämlich, die sich am Poetry-Slam im Boiler Aarau miteinander massen. Alle durften am Schluss ihren Becher unter die Absinth-Flasche halten.

Und heute gab's sogar einen schönen Anfang. Die Sonne schien durch die Vorhänge hell in mein Zimmer, ich erwachte in meinem warmen, weichen Bett und war glücklich.

Was die drei Dinge miteinander zu tun haben? Inspiration - ich möchte wie Camille wieder anfangen zu zeichnen, mit den Slam-Poeten weiter den Zauber und die Kraft von Worten entdecken und dank der warmen Sonne wieder mehr Zeit im Freien geniessen und die Augen offenhalten für die Schönheit des Herbstes. Ich will Carla Bruni und Coralie Clément hören, dazu tanzen und Kürbissuppe kochen, will dicke Schals um mich wickeln und draussen spazieren gehen, will mein Papier wieder hervorholen und mit gespitztem Bleistift Zehen, Knie und Mundwinkel zeichnen. Ich will endlich wieder Fahrrad fahren und mir dabei die Finger abfrieren, Herbstblätter sammeln und Kastanien in den Händen halten.

Wer sich auch inspirieren lassen will: Im Kunsthaus Aarau wird bis im Dezember noch die Sammlung ausgestellt ("Etant donné"), mit Werken, die einem das Herz aufgehen lassen: etwa die Farbwülste von Albrecht Schnider, Schlangenhaut von Christine Streuli, ein Unfall von Steiner/Lenzlinger und eine poetische, feine Installation von Pipilotti Rist. Zum immer-wieder-hingehen.

25. September 2007

Der Herr der Windeln

Die Schweizer Partyfotoagentur Tilllate ist neuerdings auf der Suche nach dem hippsten Baby. Aber schön der Reihe nach.

Als ich gestern ein Plakat sah, dass für "Nuggi-Kino" warb, dachte ich zuerst an einen schlechten Witz.
Kino für Babys, die noch nicht einmal selbst sitzen können? Kein Scherz - tatsächlich veranstaltet ein Schweizer Detailhandelsunternehmen Kinovorstellungen für Mütter und ihre maximal einjährigen Kinder. "Babygeräusche, Stillen und Herumlaufen" seien da ganz normal, heisst es auf der Website. Nun ja. Solange die Babys nicht im Saal gewickelt werden...

Auf dem Nachhauseweg (der Bus ist mir wieder mal um zwei Minuten davongefahren, nicht meine Schuld, trotzdem gab's einen 25-minütigen Nachtspaziergang) liess ich dann meine Gedanken ein wenig in die Zukunft schweifen. Ich kam zu dem Schluss, dass "Nuggi-Kino" grundsätzlich gar keine schlechte Idee ist. Dass ich nämlich auch in fünf, sechs Jahren, als Mami, gerne ab und zu mal ins Kino gehen möchte. Allerdings gibt es da ein paar Punkte, an denen Coop bis dahin arbeiten sollte:


Erstens: Am Sonntagmorgen wäre es für den zweiten Elternteil wohl am einfachsten, auf das Baby aufzupassen. Dann könnte man also sowieso ins Kino. Besser wären Wochentage, da würde eine Kinovorstellung, zu der man sein Kleinkind mitnehmen kann, mehr Sinn machen. Und abgesehen davon: Wer will schon am Sonntagmorgen ins Kino.

Zweitens: Säuglinge kriegen wohl von der Story eines Films nichts mit. Und bestenfalls schlafen sie ja sowieso während dieser Zeit. Weshalb also nur Kinderfilme oder harmlose Schweizer Flops zeigen?

Drittens: Weshalb nur Kinder bis 12 Monate? Was macht in dieser Zeit das grosse Geschwisterchen? Und warum wirbt Coop auf dem Plakat und auf der Website mit einem Knirps, der garantiert älter ist?

Und Viertens: Ist es wirklich nötig, die Internet-Sozialisation schon bei unter Einjährigen zu starten? Sollen sie Jahre später ihren Chindsgi-Kollegen auf tilllate.ch zeigen, wie hip und sexy sie schon als Baby waren?

20. September 2007

Offener Brief

Liebe Männer.

Ihr macht das ja wirklich schon ganz toll. Es ist schön, dass ich im Bus nur noch sehr selten hinter jemand eures Geschlechts sitzen muss, der sich offenkundig schon Wochen nicht mehr gewaschen hat. Ich gehe auf der Strasse gerne hinter Männern her, die gut riechen. Super, dass die meisten Männer sich die Kleidung nicht mehr von Mutti im Dreierpack in der Migros kaufen lassen. Ich mag es, wenn Männer auch hin und wieder (nicht zu tief) ins Haarlacknäpfchen greifen. Und ich finde es sogar ziemlich stylish, wenn einer selbstbewusst eine Handtasche - natürlich nicht so eine billige Gucci-Nachmache aus der Bahnhofsunterführung, sondern eine richtig schöne, sportlich-elegante, maskuline Handtasche - trägt. Metrosexuell ist doof, aber gepflegt ist durchaus sexy. Aber lasst mich euch einen guten Rat geben, von Frau zu Mann:

Schaut euch ja nicht "Popstars" an. Sonst kommt ihr noch auf ganz, ganz dumme Ideen.









Das. Geht. Nicht. *schüttel* Asymetrische Schnitte, blond gefärbte Strähnen und Haare, die wie Hühnerfedern vom Kopf abstehen, sehen nie gut aus.

(Ausnahme: Man ist nicht älter als 16, lässt das Blond weg und sieht etwas androgyn aus. Dann kann das nämlich ganz härzig aussehen. Sonst gilt: solltet ihr einmal vom Friseur nach Hause kommen und im Spiegel sowas anblicken, greift sofort zum Haartrimmer und schert euch den Kopf.)

18. September 2007

Mysteriöse Begegnung in der Zukunft

Letztes Wochenende reiste ich 5 Jahre in die Zukunft.

Ich sah: lauter ältere Leute.

Ich hörte: alte Musik.
Ich fühlte: Blasen an den Füssen (schon wieder).
Ich befand mich an einer
Ü-28-Party.

Aber eigentlich wollte ich von einer mysteriösen Begegnung berichten. Leider musste ich die Zukunft nämlich schon bald wieder verlassen, weil der letzte Zug nach Aarau, zurück in die Gegenwart, nicht allzu spät fährt. Ich holte also meine Jacke an der Garderobe ab und wurde prompt von einem Typen angesprochen.


Typ: Hallo!

Ich: Hoi

Typ: Wie heissen Sie?
Ich:
drücke mich an ihm vorbei zum Garderobenmann Evelyne
Typ:
hat irgendwas in der Hand, das ich nicht erkenne, und spielt damit Evelyne, haben Sie schon Kenntnis genommen...
Ich: Habe ich was?

Typ: ... von den zauberhaften Bällen?

Ich:
sehe, dass er einen roten Schaumgummiball von der Grösse eines Pingpongballes in der Hand hält Nein. Du musst dich aber jetzt beeilen, mein Zug fährt in zehn Minuten.
Typ: Also. Hand auf.
Ich:
Hand auf
Typ:
legt mir den Ball in die linke Hand, nimmt seinerseits einen in seine Rechte, stellt sich links neben mich und hält seine Hand neben meine Hand schliessen und schütteln bitte.
Ich: schüttle
Typ: Jetzt hier einen Kuss auf meine Wange drücken

Ich: hauche einen Kuss auf seine Wange
Typ: Und jetzt die Hand öffnen Öffnet seine Hand, sie ist leer
Ich: öffne meine Hand, halte darin zwei rote Bälle
Ich:
meine, die zwei Gläser Wein seien schon zu viel gewesen und bringe meinen Mund vor Staunen nicht mehr zu, verabschiede mich und renne mit schmerzenden Füssen zum Bahnhof

Wer mir erklären kann, wie der zweite Ball in meine geschlossene Faust schlüpfen konnte, bitte die Kommentarfunktion benützen. Danke.

11. Juli 2007

Die Löcher im Berg

Ich würde selbstverständlich einen Mann wählen, wenn ich einen Tag lang mit einem anderen Menschen tauschen könnte. Und natürlich wäre es interessant, mich mal in meinen Freund hineinversetzen zu können. Andererseits fände ich es total spannend, jemand GANZ anderer zu sein, mich in einer ganz anderen Welt zu bewegen als ich es normalerweise tue. Etwa in der Haut von Korpskommandant Christophe Keckeis, der heute ein Bsüechli bei der rumänischen Armee macht. Aber das ist nicht der Grund, weshalb ich mal mit ihm tauschen möchte.

Am Samstag (noch 3 Mal schlafen :) ) werde ich für knapp zwei Monate nach Kanada fliegen. Um mich von der Schweiz (und von meinem liebsten Menschen hier) würdig zu verabschieden, habe ich das letzte Wochenende im Tessin verbracht. Ein Grossteil der Zeit sassen wir jedoch zwecks An- und Heimreise im Auto, wovon mir vor allem die Fahrten über den Gotthardpass in lebhafter Erinnerung sind.

Am frühen (!!) Samstagmorgen oben angekommen, war ich überwältigt von der Schönheit der Landschaft und dem wunderbar strahlend blauen Himmel über den kalten Seen. Wir haben gemütlich gezmörgelt und ein Fötteli mit General Suworow gemacht. Auf der Rückreise war es leider ziemlich neblig und es nieselte ein wenig, doch auch da gab es spezielle Erlebnisse: Die Gotthardpost etwa, die an uns vorbeifuhr, oder das Pflaster der alten Passstrasse.



(mein erstes Youtube-Video!)

Am meisten beeindruckt hat mich (neben meiner Wasserflasche, die sich bei der Fahrt vom Pass nach Göschenen hinunter wegen dem steigenden Luftdruck um fast die Hälfte ihres Volumens zusammenzog!) die Alpenfestung. All die Löcher in den Berghängen, die grün bemalten und als Felsen getarnte Bunker zwischen den Tannen und die seltsamen Tore neben der Strasse. Ich finde das unheimlich spannend. (In Wikipedia steht, dass einige nun als Museen begehbar sind, insofern erübrigt sich das Tauschen mit Herrn Keckeis zu einem gewissen Teil.)










Mit der Zeit haben wir nur noch nach solchen "Verstecken" Ausschau gehalten. Und uns gefragt, was sich alles dahinter versteckt und wie weit die Gänge den Berg aushöhlen. Aber vor allem, ob es sich wirklich nur noch um Überbleibsel des Réduits aus dem 2.Weltkrieg handelt?

4. Juni 2007

Sternschnuppen der Strasse

Zweimal hatte ich in den letzten Monaten ein aussergewöhnliches Erlebnis, und jedesmal schien es mir, als hätte ich gerade eine Sternschnuppe gesehen. Nachts - etwa um elf Uhr, also tatsächlich etwa gleichzeitig wie Sternschnuppen - sind im Sommer manchmal die Wohn- und Lastwagen des Circus Monti unterwegs. Leise und für einen Zirkus sehr unscheinbar, irgendwie bescheiden, und etwas langsam fahren die weissen Wagen mit dem grossen roten Schriftzug an einen neuen Gastspielort. Es hat etwas Zauberhaftes, wie ein funkelndes, warmes Licht mitten in einer gewöhnlichen Nacht, wenn man ihnen, ganz plötzlich, begegnet.

Ich freue mich jeweils so über diesen Anblick, dass ich jedesmal meinen Freund auf dem Fahrersitz halb zu Tode erschrecke, weil er denkt, e
s sei irgendwas auf der Strasse, das er nicht gesehen habe und in das er gleich hineinfahre. Wie Wundertüten, geheimnisvolle Geschenke erscheinen mir die Wagen, und ich stelle mir jeweils vor, wer darin wohl leben mag - der süsse Esel, der immer alles über sich ergehen lassen muss, oder die vorwitzigen, gefrässigen Ziegen, die mit den Jungs der Montis Dompteurtricks üben müssen, die quirlige Tänzerin, der talentierte junge Jongleur oder eine der Helferfamilien. Beim Anblick der Wagen denke ich an den Geruch von Sägemehl und Popcorn. Diese Begegnungen haben etwas von einer wunderschönen, träumerischen, fast surrealen Gutenachtgeschichte. Jedenfalls fühle ich mich danach immer ganz warm und, irgendwie, kindlich in der Welt geborgen.













Bild: Circus Monti

(Übrigens: Momentan spielt der Zirkus Monti in der Umgebung von Aarau! Jetzt gerade in Erlinsbach, und am Wochenende in Suhr. Hier gehts zum Tourneeplan. Tipp: Mit euro26 kriegt man gratis Plätze der zweiten Kategorie! Unbedingt hingehen!)

2. Juni 2007

Ein leerer Samstag

Der grüne Ballon, der vergebens versucht, vom nassen Asphalt abzuheben und ein letztes Mal über die hohen Fichten zu fliegen

Der rote Lack, der sich, wie Haut nach einem Sonnenbrand, von der Kühlerhaube des Wagens löst


Der weisse Hund, der von weitem aussieht wie ein Eisbär und mit grossen Sprüngen die dunkelgrüne Wiese durchmisst



















(Das Foto hat meine unglaublich talentierte Schwester gemacht)