Was ich mir vornehme:
- Gas geben beim Nachdiplomstudium in Theologie.
Was mir dazwischenkommt:
- Ein Bäbi für mein Gottimeitli nähen.
- Sport.
- Abendessen mit der WG.
- Eine wunderschöne Beziehung.
- Arbeiten.
- Ferien machen.
- Protokolle für die NGO schreiben, in deren Vorstand ich sitze.
- Längere Zwischen-Tür-und-Angel-Gespräche mit WG-Mitbewohnern.
- Für die Arbeit meiner Mama den Flyer texten.
- Sonstiges Zeugs schreiben.
- Bett frisch beziehen und Staub wischen.
- Trauzeugin-sein, sprich:
- Bierdeckel mit Foto bestellen.
- Liedblatt gestalten für die Trauung.
- Mails mit Gästen, die Fragen haben.
Was ich leider/dummerweise gerne verschiebe:
- Mich um einen Krankenkassenwechsel kümmern.
- Ein vorteilhaftes Handy-Abo aushandeln.
- Eine Kreditkarte ohne Jahresgebühr bestellen.
Wozu ich schon gar nicht komme:
- Eine Deckenlampe aufhängen in dem Zimmer, das ich seit bald zwei Jahren bewohne.
- Besagte Deckenlampe aussuchen und kaufen.
Dabei bin ich gar nicht so schlecht im Planen und Organisieren. Ich bin glaubs einfach zu gut im Leben.
15. September 2015
30. August 2015
Fernweh again
"And now I'm home and I wish I wasn't."
Der Satz steht in einem E-Mail an einen Bekannten in Laos, Antwort auf seinen aktuellen Newsletter.
Heute kam ich von den Ferien nach Hause. Vor 12 Tagen bin ich vor meiner Haustür losgewandert, vor 5 Tagen standen meine Kollegin und ich auf dem Gotthardpass, dem Ziel unserer Wanderung. Und die letzten vier Tage genossen wir la dolce vita im Tessin. Natürlich immer noch mit Wandern, aber "sesshaft geworden", von einem Campingplatz aus und deshalb mit weniger Kilos auf dem Rücken.
Ich hatte mir ja vorgestellt, dass man beim Weitwandern unweigerlich auf philosophische Gedanken über das eigene Leben und das Leben an sich kommt. Nichts da. Auch nach fünf Tagen hatten sich diese noch nicht eingestellt. Im Gegenteil: Der Kopf wurde leer, ich spürte den Schmerz in der linken Schulter, überlegte mir, wo wir am Abend wohl unser Zelt aufschlagen würden, sah Beeren am Wegrand und ass sie von der Hand in den Mund.
Jetzt wieder da. Wieder denken. Alltag irgendwie, auch wenn ich noch eine Woche frei habe. Auf der Zugfahrt nach Hause, an Faido, Göschenen, Flüelen vorbei, all den Orten, die wir uns zuvor zu Fuss erarbeitet hatten, dachte ich zuerst, es sei einfach dieser Alltag. Der mir fast die Tränen in die Augen trieb und mein Herz schwer machte beim Nach-Hause-kommen. Fast zurück in Rapperswil merkte ich dann, nein: Es ist ein anderes Gefühl. Es ist das Fernweh. Die Lust, unterwegs zu sein mit nur dem Nötigsten. Im Moment zu leben oder zumindest im aktuellen Tag. Menschen allen Alters und jeder Herkunft zu treffen, von Gesprächen bereichert zu werden, um sie, vielleicht sogar ohne ihren Namen zu kennen, bald wieder weggehen zu sehen. Grappa aus dem Verzascatal und Bergkäse aus Andermatt zu kosten. Das Land zu erlaufen, Geografie als Orte und nicht als Ortsnamen kennen zu lernen.
Reisen ist so eine unglaubliche Bereicherung. Das Fernweh hat mich wieder.
Der Satz steht in einem E-Mail an einen Bekannten in Laos, Antwort auf seinen aktuellen Newsletter.
Heute kam ich von den Ferien nach Hause. Vor 12 Tagen bin ich vor meiner Haustür losgewandert, vor 5 Tagen standen meine Kollegin und ich auf dem Gotthardpass, dem Ziel unserer Wanderung. Und die letzten vier Tage genossen wir la dolce vita im Tessin. Natürlich immer noch mit Wandern, aber "sesshaft geworden", von einem Campingplatz aus und deshalb mit weniger Kilos auf dem Rücken.
Ich hatte mir ja vorgestellt, dass man beim Weitwandern unweigerlich auf philosophische Gedanken über das eigene Leben und das Leben an sich kommt. Nichts da. Auch nach fünf Tagen hatten sich diese noch nicht eingestellt. Im Gegenteil: Der Kopf wurde leer, ich spürte den Schmerz in der linken Schulter, überlegte mir, wo wir am Abend wohl unser Zelt aufschlagen würden, sah Beeren am Wegrand und ass sie von der Hand in den Mund.
Jetzt wieder da. Wieder denken. Alltag irgendwie, auch wenn ich noch eine Woche frei habe. Auf der Zugfahrt nach Hause, an Faido, Göschenen, Flüelen vorbei, all den Orten, die wir uns zuvor zu Fuss erarbeitet hatten, dachte ich zuerst, es sei einfach dieser Alltag. Der mir fast die Tränen in die Augen trieb und mein Herz schwer machte beim Nach-Hause-kommen. Fast zurück in Rapperswil merkte ich dann, nein: Es ist ein anderes Gefühl. Es ist das Fernweh. Die Lust, unterwegs zu sein mit nur dem Nötigsten. Im Moment zu leben oder zumindest im aktuellen Tag. Menschen allen Alters und jeder Herkunft zu treffen, von Gesprächen bereichert zu werden, um sie, vielleicht sogar ohne ihren Namen zu kennen, bald wieder weggehen zu sehen. Grappa aus dem Verzascatal und Bergkäse aus Andermatt zu kosten. Das Land zu erlaufen, Geografie als Orte und nicht als Ortsnamen kennen zu lernen.
Reisen ist so eine unglaubliche Bereicherung. Das Fernweh hat mich wieder.
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| Aussicht von der Alp Bardughè auf den Lago Maggiore. Wanderung: Vogorno - Odro - Alpe Bardughè - Vogorno |
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