27. März 2008

Hundekotpolizei

Normalerweise wandert der "Landanzeiger" bei mir sofort in die Papiersammlung. Für diejenigen, die diese Wynentaler Zeitung nicht kennen: Es handelt sich um eine vor allem mit Werbung und Immobilienangeboten zugepflasterte Wochenzeitung und das "offizielle amtliche Publikationsorgan". Nun habe ich aber während einer Wartezeit mal auf die Titelseite geschaut und gelesen, dass es jetzt "Hundehaltern an den Kragen" geht (Achtung, Fa). Ein genaueres Hinlesen orientierte mich darüber, dass in Schöftland am Dienstag das 1. Hundekotlabor Nordschweiz eingeweiht wird, welches liegen gebliebenen Hundekot einem DNA-Test unterziehen wird und damit den Verursacher ermittelt. Dann werden "über 1000 saftige Rechnungen" pro Woche das Labor verlassen, schreibt der Reporter. Und ergänzt sinnvollerweise noch, dass diese aber nicht etwa der Hund bezahlen müsse, sondern der Halter.













Im Hundekotlabor gibt es sage und schreibe 10 neue Stellen: sechs davon werden Hundekotpolizisten sein. ("Und, was machst du so?" - "Hundekotpolizist.") Und während ich mich halb kaputt lache, mir denke, dass es doch im Ausland immer viel schlimmer ist mit der Hundescheisse und überlege, ob ich an die Besichtigung nächsten Dienstag gehen soll, macht mich meine Mitbewohnerin darauf aufmerksam, dass der nächste Dienstag der 1. April ist. Alles klar. (Und das auf der Titelseite??! Erinnert mich an die Breaking News aus Kanada...)

26. März 2008

Das volle Programm

Mein Text für die Diplombroschüre war super - allerdings zu allgemein für den Zweck. Ich bin wieder mal zu bescheiden gewesen, anstatt über meinen eigenen Blog (www.offblog.ch) zu berichten, habe ich einen eher allgemeinen Artikel über Kulturblogs geschrieben und meinen Blog so nebenbei erwähnt. Also nochmal Arbeit. Aber naja.

Die alte Wohnung ist ABGEGEBEN - jupidupidu!!!!! Heute hatte ich wohl länger als alle anderen Frauen im Bad - nämlich knapp sieben Stunden. Geduscht, rasiert, geschminkt, gecrèmt, gezupft, angezogen, das komplette Programm. Nei seich. Geschrubbt, gefegt, geputzt, poliert, abgestaubt und abgewischt. Eigentlich hätte ich ein Foto machen sollen. Ein so sauberes Bad hat die Welt wohl noch nie gesehen.

25. März 2008

Haare im Fondue

Nachmittagsvorstellungen im Kino sind immer so - entweder man hat Glück oder Pech. Entweder man kommt man danach raus und denkt "wow, noch so viel Zeit", und im schlimmsten Fall geht man vorher rein und muss mit geschlossenen Augen und zugehaltener Nase am Popcornstand vorbei, weil's nach dem Film zu Hause noch Essen gibt und man das ja nicht verschmähen will. Ich hatte gestern Pech. Es gab Fondue.

Wenigstens war der Film super: My Blueberry Nights von Wong Kar Wai, mit der bezaubernden Norah Jones in der Hauptrolle. Die männliche Hauptrolle spielte Jude Law, aber der überzeugt mich immer weniger. Irgendwie muss ich da immer an Sienna Miller und das Kindermädchen denken und daran, dass er ja das alles nur spielt und eigentlich weder der Besitzer eines Cafés mit einem merkwürdigen russischen Namen ist noch in Norah Jones verliebt. Trotzdem gabs Schmetterlinge im Bauch.













Und Natalie Portman sah super aus - ich überlegte mir, ob ich mir die Haare auch wieder kurz schneiden soll. Vor zwei Jahren hatte ich sie mal so ähnlich wie Nat im Film. Aber da ist noch eine Hochzeit im Sommer, für die ich mir ein ganz romantisches Kleid gekauft habe, zu dem lange Haare eigentlich besser passen würden...











Und vielleicht könnte ich sie mir ja auch so schneiden lassen wie Rachel Weisz, ebenfalls im Film. Obwohl, letztes Mal habe ich ein ziemlich ähnliches Foto wie das hier zum Coiffeur mitgenommen und kam danach mit einem sehr gelockten Schopf raus, der eher nach obiger Frisur aussah. Nicht der Fehler meiner Coiffeuse, sondern meine Haare sind, wenn sie kurz sind, einfach mehr lockig als wellig.

Aber genug über Haare getratscht. Ich muss noch ein Telefon erledigen. Noch ein bisschen jammern, weil ich morgen sehr sehr früh aufstehen muss, um meine alte Wohnung zu putzen, und danach wahrscheinlich meinen ersten Text fürs Diplom nochmals schreiben muss, weil mein Dozent noch ein paar "generellere Bemerkungen" dazu hat. Ich fand ihn ganz super und vor allem war ich stolz darauf, an einem sonnigen Nachmittag volle vier Stunden durchgearbeitet zu haben. Blöde Seich.

16. März 2008

Tittenhits

Ich weiss ja nicht, ob es daran liegt, dass es schon nach 1 ist und ich, nicht mehr die Jüngste, müde bin - aber als ich gerade erfahren habe, dass es tatsächlich ein Lied gibt, das "Doktorspiele" heisst, brauchte ich volle zweieinhalb Minuten, um meine Cornflakes zu schlucken und hab mir dabei erst noch die Hälfte davon auf den Pulli gespuckt. Vor Lachen, versteht sich, nach der Lektüre von Charlotte Roches "Feuchtgebiete" kann mich gar nichts mehr schocken. (Frag mich, wie viel Traffic mir die beiden Begriffe nun einbringen :) )

Wie alt sind wir eigentlich. Aber wenn sich in den Charts auch Lieder mit den sinnigen Namen "Du hast den schönsten Arsch der Welt", "Ich bin ein Döner" oder "Hol das Lasso raus" tummeln, darf man sich ja über nichts wundern.

14. März 2008

Endlich wieder Fernsehen!

Men in Trees ist bescheuert. Wir hatten am Montag unseren ersten Serienabend in der neuen WG und es war toll, Grey's und Private Practice und Desperate Housewives (ich war super vorbereitet, da wir in der alten WG alle DVDs von Grey's Anatomy geschaut haben), aber dann kamen diese blöden Alasker. Alle Frauen sind doof und sprechen mit so hoher Fistelstimme, und alle Männer tragen karierte Flanellhemden. Ich weiss, das ist wohl das Konzept der Serie (also das mit den Hemden). Und ich kann Anne Heche einfach nichts abkaufen, wenn sie lange Haare trägt und eine Möchtegern-Carrie-Modetussi spielt. Ich mochte sie eigentlich, ich habe bisher glaub ich nur das Psycho-Remake mit ihr gesehen, und da hatte sie raspelkurzes Haar und hat super geschrieen, als Vince Vaughn sie erstochen hat. Jetzt ist jemand schwanger, Katastrophe, die Exfreundin von Handsome Jack, und Anne Heche - die Zukunfts-Freundin von Handsome Jack - bringt sie ins Spital, und sie schütten ihre Herzen aus. "Es tut gut, mit Ihnen zu reden" - "Jack meinte immer, ich würde eine wunderbare Mutter abgeben" - "Finden Sie nicht auch?" Hach. *seufz*















Jetzt kann ich mir endlich wieder die Pizzeria-Philosophien der Viva-Stars anhören, bin auf dem Laufenden, was bei Gute-Zeiten für Dramen passieren und lerne auch immer die aktuellen Werbungen kennen, mensch, hat mir das gefehlt! Und das Beste ist: Swisscom ist immer für mich da! Immer! AAargh.

7. März 2008

Nummer Hundert!

Juhui, mein hundertstes Post! Just vor dem Umzug - das heisst, alle 100 Posts sind in dieser Wohnung entstanden. Nicht, dass ich es drauf angelegt hätte, aber es fällt mir nur gleich auf. Wie lange blogge ich schon? Seit September 2007. Das heisst, eineinhalb Jahre. Und bis jetzt durchgehalten. Da bin ich doch fast ein bisschen stolz. Ob ich die Flasche Litchi, die seit mehr als einem Jahr im Kühlschrank steht, weil ich Litchi überhaupt nicht mehr mag, doch nicht mehr zügeln soll?

Die Weltwoche hat mir, drei Monate nach meiner Abokündigung, einen langen (!) Brief geschrieben. Sie bedauern es, dass ich mit ihrem journalistischen Stil nicht einverstanden sei (ich hatte das Abo mit der Begründung gekündigt, ihre Berichterstattung sei mir zu einseitig geworden und ich sei es leid, in jeder Ausgabe eine Kritik an der Zürcher Sozialpolitik zu lesen). Schien mir trotzdem ein Standardbrief zu sein - würde mich nicht wundern, wenn ich nicht die Einzige gewesen wäre, die sich wegen des schleichenden "Rechtsrutsches" der Weltwoche entschieden hätte, diese nicht mehr zu lesen. Obwohl ich vor allem die Porträts und Interviews sehr gerne gelesen habe. Aber wirklich vermissen tu ich sie ja auch nicht, kauf ich mir halt öfter die GALORE.

Heute habe ich auf dem Weg nach Hause ein Mädchen, also eine junge Frau in meinem Alter gesehen, die hatte ausser dem Gesicht auf jeder Stelle Haut, die ich gesehen habe, Tattoos. Aber nicht so ganz farbige Sleeves, wo wirklich nirgends mehr rosa Haut zu sehen ist, sondern einfach viele Tattoos. Sie sah aus wie eine von den Suicide Girls. Ich hab ja nicht gestarrt, aber da war eine ziemlich grosse Pistole auf dem rechten Unterarm, daneben ein kleines Popeye-Porträt, ein paar Sterne (aber nur so Striche übereinander, nicht die, die alle haben), ein paar Punkte zwischen den Sternen und auf dem
Handrücken eine grosse Wildrose. Auf den ersten Fingergliedern stand dann S-E-L-F und auf denen der anderen Hand M-A-D-E. (Ich beschreib die ja jetzt fast zu genau. Ob ich das wohl darf? Aber es sah wirklich schön aus.) Auch auf dieser Hand war eine Rose, und am Arm ein dreizeiliges Gedicht zum Thema Glück. Rund um den linken Unterarm hatte sie ein Muster, das mich an einen Mondkalender erinnert hat. Auch auf dem Oberkörper, auf der Brust, hatte sie Tattoos, die fand ich allerdings nicht so schön.

Und was ich auch nicht schön fand, war, dass sie während der ganzen Fahrt Brot mit Le Parfait ass, und ich gegenüber vor Hunger fast ohnmächtig wurde. Mmmmh, dafür gabs vorher leckere Bolognaise-Plätzli - die brauchen nämlic
h zum Backen nur 12 Minuten. Und jetzt muss ich noch zwei Folgen Grey's Anatomy schauen, denn die DVDs gehören meiner Mitbewohnerin und nach meinem Umzug kann ich die nicht mehr schauen.

Hier noch ein Foto, das meine Schwester heute gemacht hat.
Und das, obwohl sie momentan krank ist. Wow. Keine Ahnung, was es ist, aber es sieht absolut super aus.

6. März 2008

camera rasa

So - (fast) alles gepackt, die Hälfte der Kisten und Taschen befindet sich schon in der neuen Wohnung, und noch zweimal schlafen, dann ist auch mein Bett weg. Huuh.















Aber darüber habe ich mich ja schon ausführlich geäussert. Jedenfalls fand gestern abend auch die erste Party in der neuen Wohnung statt, leider wegen der Kälte noch nicht auf der Terrasse.

Eigentlich gibts auch gar nichts zu erzählen.

Heute entdeckt:
Leben in Listen, wie in High Fidelity - auf listography.com
Ordnung halten - ein Versuch, der es wohl in der neuen Wohnung wert sein wird: bei laissez-faire
Die einfachste Möglichkeit, zu lange Jeans umzunähen - bei Burda
Gocco - wer mal nach Japan fliegt bzw. von Japan heim und noch Platz in seinem Koffer hat, bitte bitte bitte das hier mitbringen

4. März 2008

Zeitreisen

Obwohl die Blogger-Leiste immer oben an blogspot.com -Blogs schwebt, habe ich noch nie die Funktion "Nächstes Blog" getestet. (Ich weiss jetzt nicht, ob diese Leiste sowieso erscheint, oder nur, wenn man beim Blogger-Konto angemeldet ist...) Beziehungsweise heute zum ersten Mal (noch was). Bei den meisten habe ich gar nicht reingelesen, sondern gleich weitergezappt - und so bin ich auf Nick's Sports Thoughts, den kitschigsten (türkisch?) Craft-Blog, den ich je gesehen habe, diverse Blogs mit Babyfotos, einen Blog, bei dem ich wirklich wünschte, ich könnte - Finnisch?, einen Blog über lange Haare und einen thailändischen Blog gestossen, bei dem ich nicht wirklich drauskam, ob er sich mit Bildern von halbnackten Frauen, den englischen Kronjuwelen oder Hobbybasteleien befasst.

Ich kam mir vor wie in so einem Film, wo der Hauptcharakter durchs Fernsehprogramm zappt, und die unmöglichsten und absurdesten Sendungen hintereinander kamen. Oder wie jemand, der in einer Zeitmaschine sitzt, die spukt, und von einem Ende der Welt ans andere reist und alle drei Sekunden bei jemand anderem im Wohnzimmer sitzt. Seltsames Gefühl.

Das letzte und das erste Mal

Aus einer Wohnung auszuziehen ist eine unangenehme Sache. Man muss seine Sachen packen, alles so sauber wie möglich putzen und die letzten Rechnungen bezahlen. Plötzlich denke ich mir, "Das ist wohl das letzte Bad, dass ich in dieser Wohnung nehme", oder "Ich kaufe besser nur noch das Minimum an Lebensmitteln ein, es sind ja bloss noch ein paar Tage". Ich koche mir die letzten Mahlzeiten hier, liege zum letzten Mal auf dem bequemen Sofa und sehe mir eine DVD an, ich rufe überall an, um meine Adressänderung durchzugeben, überlege mir, ob ich die saubere Wäsche überhaupt noch von der Wohnung meines Freundes hierherbringen soll oder ob ich sie besser gleich in mein neues Zuhause bringe, und ich gehe zum letzten Mal von hier aus zur Bushaltestelle. Schön, gibt es trotzdem immer noch Dinge, die man zum ersten Mal tun kann.

Heute war ich mit einer Freundin einkaufen, im Coop in Unterentfelden. Dort kann man seine Einkäufe selbst scannen und braucht dann an der Kasse nur noch zu bezahlen. Das ganze nennt sich "passabene" und funktioniert mit diesem handlichen Gerät:















Gewöhnen muss man sich daran, nicht einfach die Waren in den Korb schmeissen zu können, sondern immer zuerst zu scannen - vor allem, wenn man zu zweit einkauft und nur einer den Scanner in der Hand hält. An den Kassen werden nur stichprobenmässig Kontrollen gemacht, sonst schaut die Kassierin überhaupt nicht mehr in den Korb. Deshalb kriegt man auch so eine hübsche grüne Tasche, die man dann gar nicht mehr zu leeren braucht, wenn die Sachen einmal drin sind. Ich wollte die Waren aus reiner Gewohnheit schon aufs Fliessband laden.

Ich frage mich, wie viele Leute da der Versuchung nicht widerstehen können, einfach mal etwas zu "vergessen" zu scannen. Wahrscheinlich wird man dann angezeigt, verpflichtet man sich ja mit dem Unterzeichnen des "passabene"-Formulars dazu, aufzupassen, dass einem niemand Ware in den Korb legt, und von selbst darauf aufmerksam zu machen, wenn ein Strichcode nicht funktioniert hat.

Bei uns hat aber alles prima geklappt. Und auch Spass gemacht. Wie beim "Verchöiferle" als Kind - lustig, wenn man selbst Sachen scannen kann und es dann "piip" macht.

Heute entdeckt:
Mal etwas andere Moleskine-Bücher von Modofly
"heute" gibt's bald nicht mehr - stattdessen "Blick am Abend"
In Australien von Küste zu Küste wandern - auf dem Bibbulmun Track
Düstere, traurige, seltsame und lustige Geheimnisse - auf PostSecret