11. Juli 2007

Die Löcher im Berg

Ich würde selbstverständlich einen Mann wählen, wenn ich einen Tag lang mit einem anderen Menschen tauschen könnte. Und natürlich wäre es interessant, mich mal in meinen Freund hineinversetzen zu können. Andererseits fände ich es total spannend, jemand GANZ anderer zu sein, mich in einer ganz anderen Welt zu bewegen als ich es normalerweise tue. Etwa in der Haut von Korpskommandant Christophe Keckeis, der heute ein Bsüechli bei der rumänischen Armee macht. Aber das ist nicht der Grund, weshalb ich mal mit ihm tauschen möchte.

Am Samstag (noch 3 Mal schlafen :) ) werde ich für knapp zwei Monate nach Kanada fliegen. Um mich von der Schweiz (und von meinem liebsten Menschen hier) würdig zu verabschieden, habe ich das letzte Wochenende im Tessin verbracht. Ein Grossteil der Zeit sassen wir jedoch zwecks An- und Heimreise im Auto, wovon mir vor allem die Fahrten über den Gotthardpass in lebhafter Erinnerung sind.

Am frühen (!!) Samstagmorgen oben angekommen, war ich überwältigt von der Schönheit der Landschaft und dem wunderbar strahlend blauen Himmel über den kalten Seen. Wir haben gemütlich gezmörgelt und ein Fötteli mit General Suworow gemacht. Auf der Rückreise war es leider ziemlich neblig und es nieselte ein wenig, doch auch da gab es spezielle Erlebnisse: Die Gotthardpost etwa, die an uns vorbeifuhr, oder das Pflaster der alten Passstrasse.



(mein erstes Youtube-Video!)

Am meisten beeindruckt hat mich (neben meiner Wasserflasche, die sich bei der Fahrt vom Pass nach Göschenen hinunter wegen dem steigenden Luftdruck um fast die Hälfte ihres Volumens zusammenzog!) die Alpenfestung. All die Löcher in den Berghängen, die grün bemalten und als Felsen getarnte Bunker zwischen den Tannen und die seltsamen Tore neben der Strasse. Ich finde das unheimlich spannend. (In Wikipedia steht, dass einige nun als Museen begehbar sind, insofern erübrigt sich das Tauschen mit Herrn Keckeis zu einem gewissen Teil.)










Mit der Zeit haben wir nur noch nach solchen "Verstecken" Ausschau gehalten. Und uns gefragt, was sich alles dahinter versteckt und wie weit die Gänge den Berg aushöhlen. Aber vor allem, ob es sich wirklich nur noch um Überbleibsel des Réduits aus dem 2.Weltkrieg handelt?

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