Heute Morgen habe ich einen winzigen Hund gesehen. Einen Chihuahua, glaube ich. Total aufgeregt und lustig konnte er keine Sekunde stillstehen. Er hatte eine hellrosa Leine und gehörte einem jungen Mann mit Springerstiefeln, Hosen im Camouflagemuster, Kahlkopf und diversen Piercings.
Vor dem Aufwachen habe ich schlecht geträumt. Ich träumte, ich sei in der Schule, und wir hätten aus Ton etwas formen müssen. Ich habe einen Kopf gemacht, er gelang mir, wie ich fand, und habe ihn nach der Stunde sorgfältig eingewickelt und in den Schrank gestellt. Als ich aber am nächsten Tag wieder zum Schulhaus kam, stand der Kopf auf seinem kleinen Sockel vor der Tür, umgedreht, zertreten und schmutzig. Ich war so enttäuscht.
Als ich aufwachte, war ich immer noch ganz traurig. Eigentlich wollte ich danach gar nicht aufstehen. Natürlich musste ich trotzdem, zog das tolle I-Ah-(der Esel von Winnie Puh)-T-Shirt an, das ich zum Geburtstag bekommen habe, und wieder mal die bequemen Turnschuhe. In letzter Zeit trug ich zur Arbeit immer die "schönen", die aber beim Gehen so nervig klacken.
Auf dem Weg nach Baden hörte ich ein paar Podcasts, noch keine schwere Kost, den (diesmal weihnachtlichen Schlummer-)Kinderpod von Niklas, die PodParade von Annik Rubens und Hoppes Welt. Letzterer schaffte es dann mit seinem aufgedrehten Geblödel, mich etwas aufzuheitern. Bei der Schneiderei neben dem AZ-Hochhaus schaute ich beim vorübergehen durchs Fenster, deren Atelier ist rundherum verglast und ich finde das so schön, wie dort vom frühen Morgen an konzentriert genäht und gebügelt wird. (Ich habe mich ja übrigens letzte Woche auch einen ganzen Abend lang mit der Nähmaschine herumgeplagt, Weihnachtsgeschenk für jemanden - gsehsches denn…) Die Kleider, die im Eingangsbereich des Ateliers ausgestellt sind, sehen auch immer wunderschön aus. Schliesslich stieg ich die Treppe hoch zum Büro und warf mich in meinen Bürostuhl.
Es sind heute nur wenig Leute im Büro, die meisten haben schon Ferien. Judith, die Layouterin hat die "besten Gipfeli aus ganz Zürich" mitgebracht und die Stimmung ist locker. Überhaupt gibt es hier immer wieder etwas Feines zu essen: Von der Cola-Firma haben wir aus einem unerfindlichen Grund ganz leckere Schoggifläschli bekommen, die wie die roten Frigor-Kugeln schmecken. Das Filmfestival Locarno hat einen Panettone geschickt, den ich gestern immer wieder zudecken musste weil ich bei dem starken Geruch nicht arbeiten konnte, und am Montag hat der Musikredaktor (fast) selbst gebackene Brownies gebracht.
In diesem Sinne - nehm ich noch einen Schluck Grüntee aus meinem weihnachtlich designten Thermosbecher, wünsche euch schöne Festtage und hoffe, dass ihr euch nicht von dem ganzen blöden Konsumrummel habt einwickeln lassen.
Noch ein paar Lesetipps für die Ferien, d.h., was ich gerade lese, gelesen habe oder vorhabe, zu lesen:
Morels Erfindung (Adolfo Bioy Casares) - fantastisch und fesselnd
Harry Potter and the Half Blood Prince (Joanne K. Rowling) - amusing
Die Bibliothek von Babel (Jorge Luis Borges) - gehirnwindungenanregend
On Beauty (Zadie Smith) - alle drei Wochen wieder ein paar Seiten
Das Siebte Kreuz (Anna Seghers) - noch nicht angefangen
22. Dezember 2006
16. Dezember 2006
Monstertage und HotDogs
Ich weiss – eigentlich wollte ich wöchentlich schreiben. Doch momentan ist so viel los, dass ich während der Arbeit keine Zeit und danach keine Energie mehr zum Bloggen habe. Letzte Woche erlebte ich einen Monstertag – und habe doch wieder sehr viel dabei gelernt.
Mittwoch war ich ständig unterwegs. Nach eineinhalb Stunden im Büro habe ich in Zürich zwei Verantwortliche eines gesamtschweizerischen Musikvereins getroffen, weil ich momentan zum Thema Musikvermittlung in der Schule am Recherchieren bin. Wir assen zusammen zu Mittag, das war für mich als Gesprächssituation etwas ganz Neues. Glücklicherweise muss ich mir ja keine Notizen machen, sondern kann alles mit dem iPod aufnehmen. Nachher habe ich mir kurz einen Ausschnitt angehört und war einmal mehr überrascht, wie gut alles zu verstehen war, obwohl die Aufnahme aus einer Distanz von bis zu einem Meter und in einem vollen Restaurant gemacht worden war. Es war ein gutes Gespräch, ich hatte mich gut vorbereitet und viele Fragen notiert. Jedoch ging ich die nicht einfach der Reihe nach durch, sondern konnte an die Informationen, die die beiden Männer mir gaben, anknüpfen. Wahrscheinlich waren sie zuerst etwas überrascht, so einer jungen Journalistin zu begegnen, aber trotz meiner Unerfahrenheit nahmen sie mich sehr ernst. Zum Schluss meinte der eine sogar, ich habe gute Fragen gestellt, was mich natürlich sehr freute, weil ich das bewusst lernen will.
Auf dem Rückweg nach Baden rief mich Sabine, meine Chefin, an und fragte, ob ich wohl spontan noch einen Geschenktipp schreiben könne, einer der geplanten falle aus. Auf Befehl kreativ zu sein, finde ich sehr schwierig, doch ich schaffte es, in einer Stunde was zu schreiben und eine Abbildung zu organisieren. Schliesslich musste ich noch ins Trudelhaus, um dort mit einer Künstlerin zu sprechen (Super Ausstellung!).

Sonja Feldmeie.r, "Meter über dem Meeresspiegel", Israel / French Lizard Pattern 1:0,102 325, 2006
Quelle: http://www.kunstmarkt.de
Und dann kurz einkaufen gehen, nach Hause, mich umziehen, ein Quärkli essen und schon wieder weg – noch ins Theater. Ich war absolut k.o. und wäre am liebsten zu Hause geblieben. Aber ich will ja hier nicht jammern.
Die Arbeit macht mir grossen Spass, auch wenn es oft hektisch zu und her geht, vor allem, wenn ich Produktionsdienst habe. Ein weiterer wichtiger Schritt in die Arbeitswelt liegt jetzt auch hinter mir – die ersten bezahlten Urlaubstage. Ein tolles Gefühl! Insgesamt 11 habe ich in den 5 Monaten zugute, und obwohl ich immer daran gezweifelt habe, mit weniger als 12 Wochen Ferien überhaupt halbwegs durchs Jahr zu kommen, merke ich jetzt, wie belastbar man eigentlich ist. Und vor meinem kurzen Urlaub hatte ich noch ein Zwischengespräch mit Sabine. Sie ist sehr zufrieden mit mir und überrascht, wie schnell ich mich im Job zurechtgefunden habe. Ich kriegte sogar eine Lohnerhöhung! :) Es tut mir jetzt schon leid, im März wieder zurück in die Schule zu müssen, und ich hoffe sehr, in eineinhalb Jahren irgendwo eine ähnliche Stelle zu finden. Es wird ein komisches Gefühl sein, nur noch 2 bis 3 Mal im Monat schreiben zu können... Ich versuche, mir möglichst viel aufzuschreiben über die Produktionsabläufe, damit ich ohne grosse Schwierigkeiten eventuell wieder mal einsteigen kann.
Gestern war Weihnachtsessen – ich bin ja sonst nicht so gerne unter vielen Menschen und hasse das Gefühl, über irgend etwas plaudern zu müssen. Aber es war ein lustiger Abend, ich lernte meine Kollegen (Frauen waren sehr wenige anwesend – auffallend, wie gross der Männeranteil in der AZ-Belegschaft ist...) mal etwas besser kennen. Viele sehe ich ja sonst nur von weitem, obwohl sie auch beim „Foyer“ arbeiten. Und während der Bürozeit einfach so mol chli schwätze geht ja meistens nicht. Ganz anders als in der IKEA, wo wir uns ständig über Privates unterhalten haben. Aber dort war ja die Arbeit auch nicht ganz so anspruchsvoll... ;’) Mal schauen, ob ich nach dem Praktikum wieder dort anfangen werde. Ich vermisse den HotDog-Duft ehrlich gesagt nicht allzu sehr.
Mittwoch war ich ständig unterwegs. Nach eineinhalb Stunden im Büro habe ich in Zürich zwei Verantwortliche eines gesamtschweizerischen Musikvereins getroffen, weil ich momentan zum Thema Musikvermittlung in der Schule am Recherchieren bin. Wir assen zusammen zu Mittag, das war für mich als Gesprächssituation etwas ganz Neues. Glücklicherweise muss ich mir ja keine Notizen machen, sondern kann alles mit dem iPod aufnehmen. Nachher habe ich mir kurz einen Ausschnitt angehört und war einmal mehr überrascht, wie gut alles zu verstehen war, obwohl die Aufnahme aus einer Distanz von bis zu einem Meter und in einem vollen Restaurant gemacht worden war. Es war ein gutes Gespräch, ich hatte mich gut vorbereitet und viele Fragen notiert. Jedoch ging ich die nicht einfach der Reihe nach durch, sondern konnte an die Informationen, die die beiden Männer mir gaben, anknüpfen. Wahrscheinlich waren sie zuerst etwas überrascht, so einer jungen Journalistin zu begegnen, aber trotz meiner Unerfahrenheit nahmen sie mich sehr ernst. Zum Schluss meinte der eine sogar, ich habe gute Fragen gestellt, was mich natürlich sehr freute, weil ich das bewusst lernen will.
Auf dem Rückweg nach Baden rief mich Sabine, meine Chefin, an und fragte, ob ich wohl spontan noch einen Geschenktipp schreiben könne, einer der geplanten falle aus. Auf Befehl kreativ zu sein, finde ich sehr schwierig, doch ich schaffte es, in einer Stunde was zu schreiben und eine Abbildung zu organisieren. Schliesslich musste ich noch ins Trudelhaus, um dort mit einer Künstlerin zu sprechen (Super Ausstellung!).

Sonja Feldmeie.r, "Meter über dem Meeresspiegel", Israel / French Lizard Pattern 1:0,102 325, 2006
Quelle: http://www.kunstmarkt.de
Und dann kurz einkaufen gehen, nach Hause, mich umziehen, ein Quärkli essen und schon wieder weg – noch ins Theater. Ich war absolut k.o. und wäre am liebsten zu Hause geblieben. Aber ich will ja hier nicht jammern.
Die Arbeit macht mir grossen Spass, auch wenn es oft hektisch zu und her geht, vor allem, wenn ich Produktionsdienst habe. Ein weiterer wichtiger Schritt in die Arbeitswelt liegt jetzt auch hinter mir – die ersten bezahlten Urlaubstage. Ein tolles Gefühl! Insgesamt 11 habe ich in den 5 Monaten zugute, und obwohl ich immer daran gezweifelt habe, mit weniger als 12 Wochen Ferien überhaupt halbwegs durchs Jahr zu kommen, merke ich jetzt, wie belastbar man eigentlich ist. Und vor meinem kurzen Urlaub hatte ich noch ein Zwischengespräch mit Sabine. Sie ist sehr zufrieden mit mir und überrascht, wie schnell ich mich im Job zurechtgefunden habe. Ich kriegte sogar eine Lohnerhöhung! :) Es tut mir jetzt schon leid, im März wieder zurück in die Schule zu müssen, und ich hoffe sehr, in eineinhalb Jahren irgendwo eine ähnliche Stelle zu finden. Es wird ein komisches Gefühl sein, nur noch 2 bis 3 Mal im Monat schreiben zu können... Ich versuche, mir möglichst viel aufzuschreiben über die Produktionsabläufe, damit ich ohne grosse Schwierigkeiten eventuell wieder mal einsteigen kann.
Gestern war Weihnachtsessen – ich bin ja sonst nicht so gerne unter vielen Menschen und hasse das Gefühl, über irgend etwas plaudern zu müssen. Aber es war ein lustiger Abend, ich lernte meine Kollegen (Frauen waren sehr wenige anwesend – auffallend, wie gross der Männeranteil in der AZ-Belegschaft ist...) mal etwas besser kennen. Viele sehe ich ja sonst nur von weitem, obwohl sie auch beim „Foyer“ arbeiten. Und während der Bürozeit einfach so mol chli schwätze geht ja meistens nicht. Ganz anders als in der IKEA, wo wir uns ständig über Privates unterhalten haben. Aber dort war ja die Arbeit auch nicht ganz so anspruchsvoll... ;’) Mal schauen, ob ich nach dem Praktikum wieder dort anfangen werde. Ich vermisse den HotDog-Duft ehrlich gesagt nicht allzu sehr.
28. November 2006
Nützliche Links
Ein nützlicher Link für alle, die auf Stellensuche für ein Praktikum sind (richtet sich an meine STH-KollegInnen - freue mich übrigens über Kommentare!):
www.kulturmanagement.ch
Neben aktuellen Stellenangeboten gibt es auch die abgelaufenen, die trotzdem nützlich sein können: die Links sind zwar deaktiviert, doch man sieht, welche Firmen / Institutionen bereits Praktika angeboten haben.
Und noch was Interessantes, wenn ich schon gerade dabei bin:
http://www.netzmagazin.ch/infos/jobs/
www.kulturmanagement.ch
Neben aktuellen Stellenangeboten gibt es auch die abgelaufenen, die trotzdem nützlich sein können: die Links sind zwar deaktiviert, doch man sieht, welche Firmen / Institutionen bereits Praktika angeboten haben.
Und noch was Interessantes, wenn ich schon gerade dabei bin:
http://www.netzmagazin.ch/infos/jobs/
27. November 2006
Wie am Flohmarkt
Uff- Atempause. Bisher konnte ich gerade mal drei Bissen meines Sandwiches vor dem Bildschirm vertilgen, seit halb neun bin ich an der Produktion. Texte zusammensuchen, mit dem Layouter die Seite organisieren, Bilder downloaden und schneiden, Texte formatieren und redigieren. Zwischendurch die Agenturmeldungen im Auge behalten und die Mailbox verwalten, wo täglich bestimmt gegen 50 Mails eintrudeln. Um halb elf war Redaktionssitzung, normalerweise dauert die eine Viertelstunde. Ich hatte ganz vergessen, dass am Montag natürlich Wochensitzung ist, das heisst, jeder Tag, jedes Ressort wird nacheinander durchgegangen (deshalb war die Sitzung auch erst nach einer guten Stunde fertig…). Da erfährt man, wann das Inland eine Bundeshausgeschichte bringt, wann wichtige Matches stattfinden und was die Special-Interest-Leute geplant haben. Also spannend - wenn man denn mithalten kann bei all den kurzen Infos und Insidersätzen. Was dem Blattmacher, der immer den Überblick hat und über sämtliche Tageszeitungen und Geschehnisse super im Bild ist, nach einem halben Satz klar ist, habe ich oft am Ende der Diskussion immer noch nicht geschnallt.
Mittlerweile sind die ersten beiden Seiten abgegeben, wovon ich eine machen musste. An der dritten sind wir noch dran, der Kulturredaktor einer unserer Partnerzeitungen (Basellandschaftliche Zeitung) arbeitet noch an einem Artikel. Weitere Partnerzeitungen sind das Limmattaler Tagblatt und die Solothurner Zeitung. Das heisst, viele der Seiten sind identisch, so etwa Ausland, Kultur und Special-Interest. Andere werden kantonal angepasst, und auch das Layout ist nicht genau gleich.
Um vier Uhr ist Kultur-Redaktionsschluss und nochmals Sitzung, wir sagen dann meistens, dass die Seiten fertig sind, wie am Morgen angekündigt. Die anderen, Inland, Aargau etc. wissen um diese Zeit natürlich schon erheblich genauer als am Morgen, was sie schreiben. Sie haben auch später Redaktionsschluss, das letzte Ressort ist der Sport, weil da bis abends was läuft, was am nächsten Tag gelesen sein will.
(Später)
Jetzt ist halb fünf, ich war an der Sitzung, habe den Artikel aus Basel gegengelesen und nochmals die Post geleert. Der Stress ist jetzt vorbei. Trotzdem hat es Spass gemacht, ich habe heute wieder mal sehr viel gelernt, weil ich doch erst zweimal Produktionsdienst hatte. Mit dem Layoutwerkzeugen kenne ich mich immer noch nicht so genau aus, weil man da einfach etwas mehr praktische Übung braucht. Doch mittlerweile weiss ich, wer welche Briefe und Mails kriegt, was alles an einem Word-Text, den man ins Layoutprogramm kopiert, geändert und redigiert werden muss und was in den Untertitel und die Veranstaltungs- bzw. bei Büchern und CDs in die Produkthinweise gehört.
Jetzt "gönne" ich mir noch ein "Kombucha", sie sind ja schon etwas speziell, diese "Kräuterteegetränke" für "Reinheit und Gleichklang für Körper und Geist". Wir haben so eine Art Kombucha-Adventskalender bekommen, an jeder der 24 Flaschen in der Harasse hängt eine Zahl und hinten drauf steht was, was ich aber nicht gelesen habe. Überhaupt kriegt ein Teil der Redaktion, Lifestyle, Leben und so, eine Menge "Müsterli": Dann gibt es so eine Kiste, wo man sich bedienen kann. Habe ich das schon erzählt? Von Kosmetika, Jeans, Büchern bis zu Weihnachtsschmuck gibt es dort alles. Sogar etwas, wovon ich zuerst meinte, es sei ein Schwingbesen - ein Gerät zur Kopfhautmassage.
Mittlerweile sind die ersten beiden Seiten abgegeben, wovon ich eine machen musste. An der dritten sind wir noch dran, der Kulturredaktor einer unserer Partnerzeitungen (Basellandschaftliche Zeitung) arbeitet noch an einem Artikel. Weitere Partnerzeitungen sind das Limmattaler Tagblatt und die Solothurner Zeitung. Das heisst, viele der Seiten sind identisch, so etwa Ausland, Kultur und Special-Interest. Andere werden kantonal angepasst, und auch das Layout ist nicht genau gleich.
Um vier Uhr ist Kultur-Redaktionsschluss und nochmals Sitzung, wir sagen dann meistens, dass die Seiten fertig sind, wie am Morgen angekündigt. Die anderen, Inland, Aargau etc. wissen um diese Zeit natürlich schon erheblich genauer als am Morgen, was sie schreiben. Sie haben auch später Redaktionsschluss, das letzte Ressort ist der Sport, weil da bis abends was läuft, was am nächsten Tag gelesen sein will.
(Später)
Jetzt ist halb fünf, ich war an der Sitzung, habe den Artikel aus Basel gegengelesen und nochmals die Post geleert. Der Stress ist jetzt vorbei. Trotzdem hat es Spass gemacht, ich habe heute wieder mal sehr viel gelernt, weil ich doch erst zweimal Produktionsdienst hatte. Mit dem Layoutwerkzeugen kenne ich mich immer noch nicht so genau aus, weil man da einfach etwas mehr praktische Übung braucht. Doch mittlerweile weiss ich, wer welche Briefe und Mails kriegt, was alles an einem Word-Text, den man ins Layoutprogramm kopiert, geändert und redigiert werden muss und was in den Untertitel und die Veranstaltungs- bzw. bei Büchern und CDs in die Produkthinweise gehört.
Jetzt "gönne" ich mir noch ein "Kombucha", sie sind ja schon etwas speziell, diese "Kräuterteegetränke" für "Reinheit und Gleichklang für Körper und Geist". Wir haben so eine Art Kombucha-Adventskalender bekommen, an jeder der 24 Flaschen in der Harasse hängt eine Zahl und hinten drauf steht was, was ich aber nicht gelesen habe. Überhaupt kriegt ein Teil der Redaktion, Lifestyle, Leben und so, eine Menge "Müsterli": Dann gibt es so eine Kiste, wo man sich bedienen kann. Habe ich das schon erzählt? Von Kosmetika, Jeans, Büchern bis zu Weihnachtsschmuck gibt es dort alles. Sogar etwas, wovon ich zuerst meinte, es sei ein Schwingbesen - ein Gerät zur Kopfhautmassage.
22. November 2006
Ich Grünschnabel
(Vorgestern)
Zwischendurch fällt mir auf, wie wenig kunstgeschichtliches Wissen ich habe. Übermorgen ist eine PK im Haus Konstruktiv, es wird u.a. eine Ausstellung über Verena Loewensberg, eine wichtige Vertreterin der Zürcher Konkreten, eröffnet. Ich habe mir den Lexikoneintrag vom SIKart geholt (Künstlerlexikon des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft), dadurch kann ich ein wenig mehr sagen über die Schwerpunkte ihrer Arbeit, was ihr Werk von dem ihrer männlichen Kollegen unterscheidet und über ihre Lebensumstände weiss ich jetzt auch besser Bescheid.
Vor allem bemerke ich meine Wissenslücken, wenn ich das Gefühl habe, eigentlich an dieser Stelle in meinem Text einen "allgemeinen" Satz, über Kontext und Zusammenhang, bringen zu müssen - zum Beispiel "Malerei erlebt eine Renaissance" oder "Im Mittelalter richteten die Künstler ihr Augenmerk vor allem auf XZ". Stimmt mein Eindruck jeweils oder schreibe ich da kompletten Schwachsinn? Vor allem will ich nicht Texte schreiben, denen man ansieht, dass ich nur über Halbwissen verfüge…
(Nach der PK im Haus Konstruktiv)
Ich bin überfordert und eingeschüchtert von den grossen Worten und intelligenten Sätzen, die an der Pressekonferenz fielen. Wie ein naives kleines Kind umgeben von klugen Erwachsenen fühle ich mich, mein Artikel wird wohl wie eine Kinderzeichnung im Vergleich zu einem Meistergemälde sein… Ich habe keine Ahnung, was ich schreiben soll, denn ich habe das Gefühl, nichts begriffen zu haben von der Komplexität dessen, was ich gesehen habe.
Die anderen Journalisten (allesamt mehr als doppelt so alt wie ich) machten keine oder nur sehr wenig Notizen. Ich bin gespannt auf ihre Texte. Ob sie das weite Feld dieser Theorien, die die Museumsdirektorin angeschnitten hat, fassen können? Ich muss meine Schwäche, das geringe Wissen um kunsthistorische Zusammenhänge, in eine Stärke verwandeln, ohne zu überspielen oder zu vertuschen. Ich darf ganz persönlich schreiben, erzählen, was mir gefallen hat, was mich beeindruckt und Fragen hinterlassen hat. Was habe ich begriffen und erfahren? Ich bin nun mal keine Kunsthistorikerin mit dreissigjähriger Erfahrung, sondern jung und unbedarft, aber neugierig. Ich will lernen, mir Wissen aneignen, zuhören.
(Drei Stunden später)
Dies war das erste Mal, dass ich mich nach einem Ausstellungsbesuch völlig entmutigt fühlte. Doch schliesslich konnte ich mich wieder motivieren. Plötzlich freute ich mich über die Chance, die ich mit diesem Praktikum und solchen Herausforderungen erhalte. Ich Grünschnabel darf mich an der gleichen Aufgabe versuchen wie Menschen, die viel älter und gebildeter sind als ich! Dann muss ich mich doch von solchen Erlebnissen nicht überfordert und klein fühlen, sondern kann sie als Erfahrungen einstufen, bei denen ich an meine Grenzen stosse - solche Erfahrungen gehören nun mal dazu. Zum Glück.
links: Verena Loewensberg, o.T.1986 (Quelle: http://www.galerie-schoenenberger.ch)
rechts: Günter Umberg, Ausstellung in Berlin, 2001 (Quelle: www.nordenhake.com)


Zwischendurch fällt mir auf, wie wenig kunstgeschichtliches Wissen ich habe. Übermorgen ist eine PK im Haus Konstruktiv, es wird u.a. eine Ausstellung über Verena Loewensberg, eine wichtige Vertreterin der Zürcher Konkreten, eröffnet. Ich habe mir den Lexikoneintrag vom SIKart geholt (Künstlerlexikon des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft), dadurch kann ich ein wenig mehr sagen über die Schwerpunkte ihrer Arbeit, was ihr Werk von dem ihrer männlichen Kollegen unterscheidet und über ihre Lebensumstände weiss ich jetzt auch besser Bescheid.
Vor allem bemerke ich meine Wissenslücken, wenn ich das Gefühl habe, eigentlich an dieser Stelle in meinem Text einen "allgemeinen" Satz, über Kontext und Zusammenhang, bringen zu müssen - zum Beispiel "Malerei erlebt eine Renaissance" oder "Im Mittelalter richteten die Künstler ihr Augenmerk vor allem auf XZ". Stimmt mein Eindruck jeweils oder schreibe ich da kompletten Schwachsinn? Vor allem will ich nicht Texte schreiben, denen man ansieht, dass ich nur über Halbwissen verfüge…
(Nach der PK im Haus Konstruktiv)
Ich bin überfordert und eingeschüchtert von den grossen Worten und intelligenten Sätzen, die an der Pressekonferenz fielen. Wie ein naives kleines Kind umgeben von klugen Erwachsenen fühle ich mich, mein Artikel wird wohl wie eine Kinderzeichnung im Vergleich zu einem Meistergemälde sein… Ich habe keine Ahnung, was ich schreiben soll, denn ich habe das Gefühl, nichts begriffen zu haben von der Komplexität dessen, was ich gesehen habe.
Die anderen Journalisten (allesamt mehr als doppelt so alt wie ich) machten keine oder nur sehr wenig Notizen. Ich bin gespannt auf ihre Texte. Ob sie das weite Feld dieser Theorien, die die Museumsdirektorin angeschnitten hat, fassen können? Ich muss meine Schwäche, das geringe Wissen um kunsthistorische Zusammenhänge, in eine Stärke verwandeln, ohne zu überspielen oder zu vertuschen. Ich darf ganz persönlich schreiben, erzählen, was mir gefallen hat, was mich beeindruckt und Fragen hinterlassen hat. Was habe ich begriffen und erfahren? Ich bin nun mal keine Kunsthistorikerin mit dreissigjähriger Erfahrung, sondern jung und unbedarft, aber neugierig. Ich will lernen, mir Wissen aneignen, zuhören.
(Drei Stunden später)
Dies war das erste Mal, dass ich mich nach einem Ausstellungsbesuch völlig entmutigt fühlte. Doch schliesslich konnte ich mich wieder motivieren. Plötzlich freute ich mich über die Chance, die ich mit diesem Praktikum und solchen Herausforderungen erhalte. Ich Grünschnabel darf mich an der gleichen Aufgabe versuchen wie Menschen, die viel älter und gebildeter sind als ich! Dann muss ich mich doch von solchen Erlebnissen nicht überfordert und klein fühlen, sondern kann sie als Erfahrungen einstufen, bei denen ich an meine Grenzen stosse - solche Erfahrungen gehören nun mal dazu. Zum Glück.
links: Verena Loewensberg, o.T.1986 (Quelle: http://www.galerie-schoenenberger.ch)
rechts: Günter Umberg, Ausstellung in Berlin, 2001 (Quelle: www.nordenhake.com)


17. November 2006
Divine David
Eigentlich stehe ich ja nicht so auf Energy-Drinks, das hat für mich so etwas Tussiges, und das einzige Mal wo ich mir selbst welche gekauft habe war in der Woche der schriftlichen Maturprüfungen. Heute bin ich aber auf dem Weg zur Arbeit an einem Plakat vorbeigegangen, musste umkehren, in den Laden rein und mir ein Büchschen von dem angepriesenen Drink besorgen. Im Prinzip wollte ich ja wirklich nur die Dose:

Voller Energie bin ich also in den Tag gestartet, nachdem ich gestern praktisch pausenlos von 08.15 bis 18.45 durchgearbeitet habe. Gestern war "Kunst Zürich 06"-Tag, relativ kurzfristig erfuhr ich, dass ich darüber schreiben könne. Gefreut habe ich mich schon über die Einladung zur gestrigen Preview, die ich von einem Galeristen bekommen hatte, aber natürlich war die Freude noch grösser, sogar darüber schreiben zu dürfen. Eine Herausforderung - die grosse Messe, die eigentlich im Vergleich zur Art Basel eine kleine ist, mit den rund 80 Ständen, die untereinander keinen Zusammenhang haben. Wie diese Vielfalt in einen Artikel packen? Und wie einen Überblick bekommen und weitergeben ohne jahrelange Erfahrung? Ich habe also mal den letztjährigen Artikel gelesen und gemerkt, dass ich diesen kompetenten Blick meiner Chefin, die den Text damals geschrieben hat, sicher noch nicht besitze. Deshalb überlegte ich mir eine "Strategie", wie ich dem Leser trotzdem etwas erzählen kann, was er selbst noch nicht weiss. Ich fragte also die Beteiligten selbst nach ihrer Einschätzung der aktuellen Tendenzen an der Messe.
Für meinen iPod (meinen alten Schatz, der nun schon sagenhafte zwei Jahre lang täglich treu seinen Dienst tut und hoffentlich noch lange tun wird - vielleicht nützt ja der Glücksbärchi-Aufkleber auf der Rückseite) habe ich ja so ein tolles kleines Mikrofon. Das lässt sich ganz einfach aufstecken (geht bei den neueren iPods nicht - ätschbätsch), dann geht automatisch ein "Sprachmemo"-Menu auf. Ich mache jetzt hier mal schamlos Werbung - natürlich nimmt der Voice Recorder nicht in Radioqualität auf, aber gestern habe ich wieder mal gestaunt. Obwohl im Hintergrund gebohrt und gehämmert wurde und ich den iPod nur locker in der Hand und nicht dem Interviewten ins Gesicht hielt, war jedes Wort verständlich. Die Investition hat sich absolut gelohnt. Das Speichern und die anschliessende Wiedergabe hat zwar schon zwei-dreimal nicht ganz reibungslos funktioniert. Ach ja - das Mikro hat als kleines Extra auch einen klitzekleinen Lautsprecher, wo ich ganz leise einerseits natürlich hören kann, was ich gerade aufgenommen habe, aber auch Musik abspielen kann. Wie gesagt aber nur ganz leise. Leider muss ich aber ständig Angst haben, das kleine Teil in einer meiner Taschen zu verlieren. Hui, jetzt habe ich beim Verlinken gesehen, dass das Produkt gar nicht mehr lieferbar ist - es gibt dafür jetzt einen Mikrofonadapter. Wahrscheinlich sollte ich mir jetzt ein grosses, buntes Etui dafür besorgen, damit mein gutes Stück ja nie irgendwo untergeht. Hm - bald habe ich ja Geburtstag *winkmitdemzaunpfahl*

Voller Energie bin ich also in den Tag gestartet, nachdem ich gestern praktisch pausenlos von 08.15 bis 18.45 durchgearbeitet habe. Gestern war "Kunst Zürich 06"-Tag, relativ kurzfristig erfuhr ich, dass ich darüber schreiben könne. Gefreut habe ich mich schon über die Einladung zur gestrigen Preview, die ich von einem Galeristen bekommen hatte, aber natürlich war die Freude noch grösser, sogar darüber schreiben zu dürfen. Eine Herausforderung - die grosse Messe, die eigentlich im Vergleich zur Art Basel eine kleine ist, mit den rund 80 Ständen, die untereinander keinen Zusammenhang haben. Wie diese Vielfalt in einen Artikel packen? Und wie einen Überblick bekommen und weitergeben ohne jahrelange Erfahrung? Ich habe also mal den letztjährigen Artikel gelesen und gemerkt, dass ich diesen kompetenten Blick meiner Chefin, die den Text damals geschrieben hat, sicher noch nicht besitze. Deshalb überlegte ich mir eine "Strategie", wie ich dem Leser trotzdem etwas erzählen kann, was er selbst noch nicht weiss. Ich fragte also die Beteiligten selbst nach ihrer Einschätzung der aktuellen Tendenzen an der Messe.
Für meinen iPod (meinen alten Schatz, der nun schon sagenhafte zwei Jahre lang täglich treu seinen Dienst tut und hoffentlich noch lange tun wird - vielleicht nützt ja der Glücksbärchi-Aufkleber auf der Rückseite) habe ich ja so ein tolles kleines Mikrofon. Das lässt sich ganz einfach aufstecken (geht bei den neueren iPods nicht - ätschbätsch), dann geht automatisch ein "Sprachmemo"-Menu auf. Ich mache jetzt hier mal schamlos Werbung - natürlich nimmt der Voice Recorder nicht in Radioqualität auf, aber gestern habe ich wieder mal gestaunt. Obwohl im Hintergrund gebohrt und gehämmert wurde und ich den iPod nur locker in der Hand und nicht dem Interviewten ins Gesicht hielt, war jedes Wort verständlich. Die Investition hat sich absolut gelohnt. Das Speichern und die anschliessende Wiedergabe hat zwar schon zwei-dreimal nicht ganz reibungslos funktioniert. Ach ja - das Mikro hat als kleines Extra auch einen klitzekleinen Lautsprecher, wo ich ganz leise einerseits natürlich hören kann, was ich gerade aufgenommen habe, aber auch Musik abspielen kann. Wie gesagt aber nur ganz leise. Leider muss ich aber ständig Angst haben, das kleine Teil in einer meiner Taschen zu verlieren. Hui, jetzt habe ich beim Verlinken gesehen, dass das Produkt gar nicht mehr lieferbar ist - es gibt dafür jetzt einen Mikrofonadapter. Wahrscheinlich sollte ich mir jetzt ein grosses, buntes Etui dafür besorgen, damit mein gutes Stück ja nie irgendwo untergeht. Hm - bald habe ich ja Geburtstag *winkmitdemzaunpfahl*
14. November 2006
Sätze auf dem Index
Ich kann mich noch an das erste Buch erinnern, das ich besprochen habe. Ich war damals in der Bezirksschule im Leseclub der Bibliothek, wir erhielten die Gelegenheit, für ein Jugendheftli Bücher zu besprechen. Ich freute mich schon sehr auf das Buch, das mir zugeschickt werden sollte, und war etwas enttäuscht, als ich sah, dass es sich um eine Art Umweltschutzkrimi handelte, in dem nur Jungs vorkamen. Das zweite Buch gefiel mir viel besser. Es hiess "Shylocks Tochter" und handelte von der Tochter des "Kaufmanns von Venedig" aus Shakespeares Drama. Sie brach mit ihrem Liebhaber aus dem Ghetto aus.
Jetzt gehört es auch zu meiner Arbeit, Bücher zu besprechen. Natürlich keine Romane, sondern Bücher rund um Kunst und Kultur. Beispielsweise Künstlerlexika oder Monografien. Das Schöne an Buchbesprechungen ist, dass man die Bücher behalten kann. Etwa eine schöne Publikation zum Thema Kinder im Museum oder eine Art kulturelles Kochbuch. Und dass man sehr viel lernen kann, wenn man sich ein wenig einarbeitet. Ich beisse mich gerade durch einen zweieinhalb Kilo schweren Schinken, der sich alles andere als einfach und unterhaltsam liest. Erinnert mich an die STH-Texte… Dafür bin ich nachher viel schlauer :)
Ein Fehler, den ich oft gemacht habe, war, die Kritik in einen Absatz am Schluss zu packen. Dann stand da, irgendwie angehängt, zum Beispiel: "Obwohl das Buch viele schöne Abbildungen enthält, kann man sich darin schwer zurechtfinden. Es bleibt bei einem netten Versuch." (Das ist jetzt nur so ein zusammengestiefelter Satz, als Beispiel.) Ist natürlich schlecht, wenn im ganzen Artikel eher beschrieben wird und ich dann am Schluss noch schreibe, ob ich es eigentlich gut gefunden habe oder nicht. Das ist mir aber lange nicht selbst aufgefallen, bis mir Sabine (meine Chefin) mal gesagt hat: "Sätze wie dieser gehören auf den Index".
Mir fehlt gute Musik. Ich höre zwar nicht die ganze Zeit, aber doch etwa zwei Stunden täglich Musik beim Arbeiten, und die 1898 Songs auf meinem iPod sind einfach langsam durch… Vor allem muss ich mal all diejenigen, die ich sowieso immer weiterspule, löschen. Outkast höre ich definitiv nie mehr. Und irgendwie ist mir Lauryn Hills Unplugged-Album auch langsam verleidet.
Morgen mach ich mal es Bsüechli beim Musikredaktor. Mal sehen, ob er mir was ausleiht.
Jetzt gehört es auch zu meiner Arbeit, Bücher zu besprechen. Natürlich keine Romane, sondern Bücher rund um Kunst und Kultur. Beispielsweise Künstlerlexika oder Monografien. Das Schöne an Buchbesprechungen ist, dass man die Bücher behalten kann. Etwa eine schöne Publikation zum Thema Kinder im Museum oder eine Art kulturelles Kochbuch. Und dass man sehr viel lernen kann, wenn man sich ein wenig einarbeitet. Ich beisse mich gerade durch einen zweieinhalb Kilo schweren Schinken, der sich alles andere als einfach und unterhaltsam liest. Erinnert mich an die STH-Texte… Dafür bin ich nachher viel schlauer :)
Ein Fehler, den ich oft gemacht habe, war, die Kritik in einen Absatz am Schluss zu packen. Dann stand da, irgendwie angehängt, zum Beispiel: "Obwohl das Buch viele schöne Abbildungen enthält, kann man sich darin schwer zurechtfinden. Es bleibt bei einem netten Versuch." (Das ist jetzt nur so ein zusammengestiefelter Satz, als Beispiel.) Ist natürlich schlecht, wenn im ganzen Artikel eher beschrieben wird und ich dann am Schluss noch schreibe, ob ich es eigentlich gut gefunden habe oder nicht. Das ist mir aber lange nicht selbst aufgefallen, bis mir Sabine (meine Chefin) mal gesagt hat: "Sätze wie dieser gehören auf den Index".
Mir fehlt gute Musik. Ich höre zwar nicht die ganze Zeit, aber doch etwa zwei Stunden täglich Musik beim Arbeiten, und die 1898 Songs auf meinem iPod sind einfach langsam durch… Vor allem muss ich mal all diejenigen, die ich sowieso immer weiterspule, löschen. Outkast höre ich definitiv nie mehr. Und irgendwie ist mir Lauryn Hills Unplugged-Album auch langsam verleidet.
Morgen mach ich mal es Bsüechli beim Musikredaktor. Mal sehen, ob er mir was ausleiht.
6. November 2006
Der perfekte Tag
Der letzte Donnerstag war ein Erfolgstag. Am Vormittag war im Kunsthaus Zürich Pressekonferenz zur neuen Ausstellung "Dürer.Meisterstiche". Diesmal gab es vorher kein Frühstück (bei der PK zur Alpenausstellung gab es ganz tolles Birchermüesli und Frühstücksteller), es war auch eine kleinere Ausstellung. Zuerst erzählte ein Kunsthistoriker etwas über die Sammlung, aus der die Holzschnitte und Kupferstiche stammen. Danach, und das fand ich sehr gut, machte der Kurator eine kleine Führung und erzählte zu jedem Ausstellungs"kapitel" etwas. Man merkte ihm an, wie begeistert er von den Bildern war; das hat mir gefallen und machte das, was er erzählt hat, gleich noch spannender. Unglaublich, wie diese schwarz-weissen Bilder, die schon ein halbes Jahrtausend alt sind, immer noch faszinieren - ich hätte nie eine so interessante Ausstellung erwartet, weil ich von Dürer eher die realistischen Zeichnungen und Aquarelle kannte, die mehr wissenschaftlich-illustrativ sind. Die Bilder im Kunsthaus waren hingegen sehr fantasievoll, vor allem die Kopfbedeckungen der Menschen haben mir gefallen, weil sie teilweise so märchenhaft waren. Ach ja, es hat bei den meisten Bildern noch so kleine Lupen, durch die man die feinen Striche und die Details im Hintergrund noch etwas grösser anschauen kann. Die PK ging etwa eine Dreiviertelstunde, danach machte ich nochmals einen Rundgang und schaute mir die Bilder noch etwas genauer an.
Wieder zurück im Büro, machte ich mich ans Schreiben. Ich konnte sehr konzentriert arbeiten und war verwundert, als ich fertig war und sah, wie spät es schon war. Wenn ich einen Artikel schreibe, mache ich das normalerweise so: Zuerst tippe ich die Notizen ab, die ich mir vor Ort gemacht habe, und sortiere sie etwas. Meistens kann ich am Computer noch etwas klarer formulieren, was ich mit den Stichworten gemeint habe, so entstehen erste Sätze. An einem dieser provisorischen Sätze "nimmt es mich dann rein", und ich hänge noch einen Satz dran und noch einen. So ist schnell ein ganzer Abschnitt geschrieben. Nach diesem Anfang, den ich meist recht schnell und spontan schreibe, ohne grosses Überlegen, sondern einfach assoziativ, muss ich mich dann wieder distanzieren, damit ich nicht wichtige Dinge vergesse. Ich schreibe mir dann Fragen auf wie "was hat mir gefallen", "was habe ich schlecht gefunden", "was habe ich nicht begriffen", "was muss ich unbedingt sagen (Daten etc.)", "was ist das Ziel der Ausstellung" etc. Wenn ich anhand der Antworten auf diese Fragen dann nicht gleich weiterschreiben kann, mache ich noch die Angaben zu Datum, Ort, Verlag, die am Ende des Artikels stehen müssen, oder suche die Bilder dazu heraus.
Bei grösseren Ausstellungen wie im Kunsthaus Zürich gibt es eine Pressemappe, wo neben Informationen auch eine CD mit Bildern enthalten ist. Meist gibt es dazu auch ein Blatt mit Abbildungen und Legenden, so dass ich ein geeignetes Bild heraussuchen und von der CD auf meinen Computer kopieren kann. (Wenn ich es denn öffnen kann, mein Computer hat da so seine Probleme mit Bild-CDs…) Teilweise sind das riesige Datenmengen, die Dürer-Stiche, die ja im Original nicht grösser als A4 sind, waren teilweise mehr als 40MB schwer! Aber besser zu gross als zu klein, es ist auch schon vorgekommen, dass ich einem Bild hinterherrennen musste, das mir die Verantwortlichen zu klein geschickt haben. Das ausgewählte Bild muss ich in einem speziellen Ordner abspeichern, es wandert dann in die Bilddatenbank, auf die ich vom Intranet aus zugreifen kann. Dort muss das Bild zugeschnitten werden, sobald ich die Koordinaten vom Layout weiss. Dann bearbeitet die Bildredaktion es noch, bevor man es schliesslich in die Seite einfügen kann.
Zurück zum Text. Nachdem ich den provisorisch fertig verfasst habe, drucke ich ihn mal aus. Ich kontrolliere dann, ob ich was vergessen habe, ob ich Sätze begonnen und nicht zu Ende geschrieben habe, oder ob ich gleich Tippfehler finde. Manchmal muss ich noch Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten ergänzen oder ganze Abschnitte austauschen, damit beispielsweise die ganzen Hintergrundinfos nicht alle am Schluss kommen und man nicht fertigliest. Als ich noch zu Hause geschrieben habe, habe ich den Text an diesem Punkt jeweils jemandem zum Gegenlesen gegeben, der keine Ahnung hatte vom Inhalt, der Ausstellung oder dem Künstler. Meist war das meine Mutter, sie hat mir nach dem Lesen gesagt, wo sie nicht drauskam, ob sie sich was vorstellen konnte bei meinen Bildbeschreibungen und ob sie den Text allgemein spannend fand.
Etwas habe ich vergessen zu sagen: Natürlich habe ich Vorgaben, wie lang der Text sein soll. Für einen Unterhänger, also einen kleineren Artikel im unteren Teil der Zeitungsseite, sind das zwischen 2000 und 2500 Zeichen inkl. Leerschläge. Aufhänger sind zwischen 3000 und 4000 Zeichen lang, Frontartikel (auf der ersten Seite des Bundes, z.B. mein UFO-Text vor ein paar Wochen) dürfen auch länger sein. Die Länge muss ich also, sobald ich mal alles hineingeschrieben habe, was ich sagen will, immer wieder überprüfen. Meist sind meine Texte dann entweder ein wenig zu kurz oder viel zu lang. Zweiteres ist ärgerlich - kürzen ist oft schwieriger als noch etwas hinzuzufügen. Da fällt mir ein Satz ein, den ich einmal gehört habe: "Kill your darlings" - streich deine Lieblingssätze. Die Sätze, die man als Autor am tollsten findet, seien oft die, die irgendwie problematisch sind, und die, von denen man sich natürlich am schwersten trennt und von denen dann der ganze restliche Text abhängt. Dieses Prinzip habe ich aber noch nicht ausprobiert.
Nach dem Schreiben der Dürer-Besprechung hatte ich ein gutes Gefühl, dies wurde mir mit einem "sehr schön" von Seiten meiner Vorgesetzten bestätigt. Nur ein paar kleine Korrekturen musste ich noch vornehmen. Tatsächlich ein guter Tag.
Wieder zurück im Büro, machte ich mich ans Schreiben. Ich konnte sehr konzentriert arbeiten und war verwundert, als ich fertig war und sah, wie spät es schon war. Wenn ich einen Artikel schreibe, mache ich das normalerweise so: Zuerst tippe ich die Notizen ab, die ich mir vor Ort gemacht habe, und sortiere sie etwas. Meistens kann ich am Computer noch etwas klarer formulieren, was ich mit den Stichworten gemeint habe, so entstehen erste Sätze. An einem dieser provisorischen Sätze "nimmt es mich dann rein", und ich hänge noch einen Satz dran und noch einen. So ist schnell ein ganzer Abschnitt geschrieben. Nach diesem Anfang, den ich meist recht schnell und spontan schreibe, ohne grosses Überlegen, sondern einfach assoziativ, muss ich mich dann wieder distanzieren, damit ich nicht wichtige Dinge vergesse. Ich schreibe mir dann Fragen auf wie "was hat mir gefallen", "was habe ich schlecht gefunden", "was habe ich nicht begriffen", "was muss ich unbedingt sagen (Daten etc.)", "was ist das Ziel der Ausstellung" etc. Wenn ich anhand der Antworten auf diese Fragen dann nicht gleich weiterschreiben kann, mache ich noch die Angaben zu Datum, Ort, Verlag, die am Ende des Artikels stehen müssen, oder suche die Bilder dazu heraus.
Bei grösseren Ausstellungen wie im Kunsthaus Zürich gibt es eine Pressemappe, wo neben Informationen auch eine CD mit Bildern enthalten ist. Meist gibt es dazu auch ein Blatt mit Abbildungen und Legenden, so dass ich ein geeignetes Bild heraussuchen und von der CD auf meinen Computer kopieren kann. (Wenn ich es denn öffnen kann, mein Computer hat da so seine Probleme mit Bild-CDs…) Teilweise sind das riesige Datenmengen, die Dürer-Stiche, die ja im Original nicht grösser als A4 sind, waren teilweise mehr als 40MB schwer! Aber besser zu gross als zu klein, es ist auch schon vorgekommen, dass ich einem Bild hinterherrennen musste, das mir die Verantwortlichen zu klein geschickt haben. Das ausgewählte Bild muss ich in einem speziellen Ordner abspeichern, es wandert dann in die Bilddatenbank, auf die ich vom Intranet aus zugreifen kann. Dort muss das Bild zugeschnitten werden, sobald ich die Koordinaten vom Layout weiss. Dann bearbeitet die Bildredaktion es noch, bevor man es schliesslich in die Seite einfügen kann.
Zurück zum Text. Nachdem ich den provisorisch fertig verfasst habe, drucke ich ihn mal aus. Ich kontrolliere dann, ob ich was vergessen habe, ob ich Sätze begonnen und nicht zu Ende geschrieben habe, oder ob ich gleich Tippfehler finde. Manchmal muss ich noch Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten ergänzen oder ganze Abschnitte austauschen, damit beispielsweise die ganzen Hintergrundinfos nicht alle am Schluss kommen und man nicht fertigliest. Als ich noch zu Hause geschrieben habe, habe ich den Text an diesem Punkt jeweils jemandem zum Gegenlesen gegeben, der keine Ahnung hatte vom Inhalt, der Ausstellung oder dem Künstler. Meist war das meine Mutter, sie hat mir nach dem Lesen gesagt, wo sie nicht drauskam, ob sie sich was vorstellen konnte bei meinen Bildbeschreibungen und ob sie den Text allgemein spannend fand.
Etwas habe ich vergessen zu sagen: Natürlich habe ich Vorgaben, wie lang der Text sein soll. Für einen Unterhänger, also einen kleineren Artikel im unteren Teil der Zeitungsseite, sind das zwischen 2000 und 2500 Zeichen inkl. Leerschläge. Aufhänger sind zwischen 3000 und 4000 Zeichen lang, Frontartikel (auf der ersten Seite des Bundes, z.B. mein UFO-Text vor ein paar Wochen) dürfen auch länger sein. Die Länge muss ich also, sobald ich mal alles hineingeschrieben habe, was ich sagen will, immer wieder überprüfen. Meist sind meine Texte dann entweder ein wenig zu kurz oder viel zu lang. Zweiteres ist ärgerlich - kürzen ist oft schwieriger als noch etwas hinzuzufügen. Da fällt mir ein Satz ein, den ich einmal gehört habe: "Kill your darlings" - streich deine Lieblingssätze. Die Sätze, die man als Autor am tollsten findet, seien oft die, die irgendwie problematisch sind, und die, von denen man sich natürlich am schwersten trennt und von denen dann der ganze restliche Text abhängt. Dieses Prinzip habe ich aber noch nicht ausprobiert.
Nach dem Schreiben der Dürer-Besprechung hatte ich ein gutes Gefühl, dies wurde mir mit einem "sehr schön" von Seiten meiner Vorgesetzten bestätigt. Nur ein paar kleine Korrekturen musste ich noch vornehmen. Tatsächlich ein guter Tag.
3. November 2006
cena et labora
(speise und arbeite)
Den ganzen Tag an der Kasse stehen, hunderte Male mit der Zange in der rechten Hand ein Wienerli nehmen, ins Brötli in der Linken legen und über den Tresen reichen. Kisten mit Brötchen, Wienerli und Panzerotti im Lager aus dem Kühlraum holen, auf ein Palett stapeln, mit dem Rolli durch das halbe Gebäude navigieren und schliesslich die ganzen Kisten an den richtigen Ort tragen. Sich bücken, ein Blech aus dem Kühlfach nehmen, in den Ofen schieben und die Ofentüre zuknallen. Auf Nachfrage eines Kunden zum Kühlregal schlendern und nachschauen, ob es wirklich schon wieder keine Princess-Torten mehr hat.
Und jetzt: sitzen, lesen und tippen. Hin und wieder jemanden was fragen gehen, aufs Klo, oder was aus dem Drucker holen. Kein Wunder, muss ich diesen Bewegungsmangel mit ständigem Naschen kompensieren. Nach jeder halben Stunde konzentrierter Arbeit plagt mich ein Hüngerchen: Manderindli, Trauben und Balisto, und in den ersten zwei Praktikumswochen habe ich fast pausenlos Schokolade gefuttert.
Hinzu kommt, dass das ständige Sitzen dem Rücken überhaupt nicht gut tut. Bisher hatte ich zwar keine Probleme, habe mich aber im Netzt schon ein wenig schlau gemacht. Voilà.
"Ein wichtiger Beitrag zur Vorbeugung von Schäden ist das "dynamische Sitzen". Dynamisches Sitzen verlangt nach häufigem Ändern der Sitzposition, dem Wechsel zwischen vorderer und hinterer Sitzposition, Einbeziehung einer körpergerechten Rückenstütze und Nutzung der gesamten Sitzfläche. Dynamisches Sitzen entlastet die Wirbelsäule, entspannt die Muskulatur, die inneren Organe werden nicht eingeengt, der Stoffwechsel wird gefördert, und es kommt nicht zu Ermüdungen.
Der Komfort moderner Büros verleitet zum Sitzenbleiben bei der Arbeit. Deshalb sollte man sich trotz bester Qualität des Sitzmöbels hin und wieder selbst zum Aufstehen und Bewegen motivieren. Hier einige Tipps:
Schon fünf mal an einem langen Nachmittag kurz aufstehen und zwei Meter zum nächsten Schrank gehen kann den Kreislauf wieder in Schwung bringen.
Ich gehe sogar die zehn Meter zum Drucker zu Fuss, anstatt sie im Bürostuhl zurückzulegen! Pluspunkte!
Öfter mal im Stehen Telefonieren – das lockert nicht nur den Körper.
Naja. Mein Telefon klingelt höchstens einmal pro Tag, und selbst jemanden anrufen musste ich bisher auch nicht viel öfter.
Sich einfach mal den Luxus gönnen, einige Arbeiten im Stehen zu erledigen – zum Beispiel das Sortieren von Unterlagen oder das Notieren erster kreativer Ansätze mit lockerer Hand.
Kreativität ist momentan bei mir nicht gerade in rauhen Mengen vorhanden. Glücklicherweise ist jetzt Wochenende.
Und jetzt alle zusammen:
Übung 1
Beginnen Sie, indem Sie sich im Sitzen zurücklehnen und erst einmal räkeln und strecken. So werden kleine Verspannungen gelöst.
Übung 2
Im aufrechten Sitz verschränken Sie die Hände im Nacken und drehen den Oberkörper langsam nach rechts und links.
Die Übung trägt zur Mobilisation der Brustwirbelsäule bei.
Übung 3
Im aufrechten Sitz strecken Sie die Arme nach oben und greifen abwechselnd mit den Händen zur Decke.
Mit dieser Übung sollen Verspannung gelöst werden.
Übung 4
Im aufrechten Sitz kreisen Sie mit den Schultern einige Male langsam von vorne nach hinten und dann von hinten nach vorne.
Die Muskulatur des Schultergürtels wird gedehnt. Verspannungen werden gelöst.
Versuchen Sie, ein oder zwei Übungen in Ihren Tagesablauf einzubauen. Sie können selbst am besten entscheiden, welche Übungen Ihnen gut tun und wann Sie die Übungen durchführen möchten."
(www.buero-forum.de)
Meine persönliche Übung momentan: Ich zwinge mich dazu, die Beine beim Sitzen nicht übereinander zu schlagen. Schliesslich sollen sie auch in zwanzig Jahren noch schön sein.
Den ganzen Tag an der Kasse stehen, hunderte Male mit der Zange in der rechten Hand ein Wienerli nehmen, ins Brötli in der Linken legen und über den Tresen reichen. Kisten mit Brötchen, Wienerli und Panzerotti im Lager aus dem Kühlraum holen, auf ein Palett stapeln, mit dem Rolli durch das halbe Gebäude navigieren und schliesslich die ganzen Kisten an den richtigen Ort tragen. Sich bücken, ein Blech aus dem Kühlfach nehmen, in den Ofen schieben und die Ofentüre zuknallen. Auf Nachfrage eines Kunden zum Kühlregal schlendern und nachschauen, ob es wirklich schon wieder keine Princess-Torten mehr hat.
Und jetzt: sitzen, lesen und tippen. Hin und wieder jemanden was fragen gehen, aufs Klo, oder was aus dem Drucker holen. Kein Wunder, muss ich diesen Bewegungsmangel mit ständigem Naschen kompensieren. Nach jeder halben Stunde konzentrierter Arbeit plagt mich ein Hüngerchen: Manderindli, Trauben und Balisto, und in den ersten zwei Praktikumswochen habe ich fast pausenlos Schokolade gefuttert.
Hinzu kommt, dass das ständige Sitzen dem Rücken überhaupt nicht gut tut. Bisher hatte ich zwar keine Probleme, habe mich aber im Netzt schon ein wenig schlau gemacht. Voilà.
"Ein wichtiger Beitrag zur Vorbeugung von Schäden ist das "dynamische Sitzen". Dynamisches Sitzen verlangt nach häufigem Ändern der Sitzposition, dem Wechsel zwischen vorderer und hinterer Sitzposition, Einbeziehung einer körpergerechten Rückenstütze und Nutzung der gesamten Sitzfläche. Dynamisches Sitzen entlastet die Wirbelsäule, entspannt die Muskulatur, die inneren Organe werden nicht eingeengt, der Stoffwechsel wird gefördert, und es kommt nicht zu Ermüdungen.
Der Komfort moderner Büros verleitet zum Sitzenbleiben bei der Arbeit. Deshalb sollte man sich trotz bester Qualität des Sitzmöbels hin und wieder selbst zum Aufstehen und Bewegen motivieren. Hier einige Tipps:
Schon fünf mal an einem langen Nachmittag kurz aufstehen und zwei Meter zum nächsten Schrank gehen kann den Kreislauf wieder in Schwung bringen.
Ich gehe sogar die zehn Meter zum Drucker zu Fuss, anstatt sie im Bürostuhl zurückzulegen! Pluspunkte!
Öfter mal im Stehen Telefonieren – das lockert nicht nur den Körper.
Naja. Mein Telefon klingelt höchstens einmal pro Tag, und selbst jemanden anrufen musste ich bisher auch nicht viel öfter.
Sich einfach mal den Luxus gönnen, einige Arbeiten im Stehen zu erledigen – zum Beispiel das Sortieren von Unterlagen oder das Notieren erster kreativer Ansätze mit lockerer Hand.
Kreativität ist momentan bei mir nicht gerade in rauhen Mengen vorhanden. Glücklicherweise ist jetzt Wochenende.
Und jetzt alle zusammen:
Übung 1
Beginnen Sie, indem Sie sich im Sitzen zurücklehnen und erst einmal räkeln und strecken. So werden kleine Verspannungen gelöst.
Übung 2
Im aufrechten Sitz verschränken Sie die Hände im Nacken und drehen den Oberkörper langsam nach rechts und links.
Die Übung trägt zur Mobilisation der Brustwirbelsäule bei.
Übung 3
Im aufrechten Sitz strecken Sie die Arme nach oben und greifen abwechselnd mit den Händen zur Decke.
Mit dieser Übung sollen Verspannung gelöst werden.
Übung 4
Im aufrechten Sitz kreisen Sie mit den Schultern einige Male langsam von vorne nach hinten und dann von hinten nach vorne.
Die Muskulatur des Schultergürtels wird gedehnt. Verspannungen werden gelöst.
Versuchen Sie, ein oder zwei Übungen in Ihren Tagesablauf einzubauen. Sie können selbst am besten entscheiden, welche Übungen Ihnen gut tun und wann Sie die Übungen durchführen möchten."
(www.buero-forum.de)
Meine persönliche Übung momentan: Ich zwinge mich dazu, die Beine beim Sitzen nicht übereinander zu schlagen. Schliesslich sollen sie auch in zwanzig Jahren noch schön sein.
24. Oktober 2006
Müde bin ich, geh zur Ruh
Heute bin ich zum ersten Mal so richtig müde und erschöpft. Gestern, heute und morgen „muss“ ich jeweils nach Bürofeierabend noch Ausstellungen anschauen gehen und mit den Künstlern sprechen. Gestern dauerte das Ganze viel zu lange. Wie gesagt höre ich lieber zu, als Fragen zu stellen, und das hat bisher meist funktioniert. Gestern war es aber sehr schwierig, dem Künstler was „Gutes“ zu entlocken. Ich konnte mich praktisch nicht vorbereiten, weil ich nirgends Angaben zum Künstler oder zu früheren Ausstellungen gefunden habe. Das Gespräch war, weil ich ohne dieses Vorwissen natürlich viel zu wenig Fragen aufschreiben konnte und der Künstler von sich aus nicht so gesprächig war, immer wieder kurz vor dem Versanden. Ich fragte etwas oder machte eine Bemerkung zu einem Bild, dann kam wieder eine kurze Antwort, Schweigen und schliesslich erzählte er mir dann jeweils, was er bisher so gemacht hatte. Ich habe meine Informationen zusammenbekommen, aber der Aufwand war viel zu gross, nach der ersten Viertelstunde hätte ich eigentlich gehen können. Ich schwor mir, solche Gespräche in Zukunft gut vorzubereiten und selbst in die Hand zu nehmen, wie lange ich bleibe und geduldig auf Antworten warte.
Das Gespräch heute war um einiges besser. Ich sprach mit zwei Künstlerinnen, Ilona Rue.gg und Lisa Hoe.ver, wir machten einen Rundgang durch die Ausstellung und sie erzählten mir was zu den Werken. Auf dieses Treffen habe ich mich gut vorbereitet, die Presse-CD mit Bildern und Biografien lag schon seit zwei Wochen auf meinem Tisch, im aktuellen Kunst-Bulletin war zu beiden ein Artikel zu lesen, und im Internet fand ich auch einiges Material über die bisherige Arbeit der beiden Frauen. Zudem waren noch ein Schriftsteller, der am Wochenende in der Ausstellung eine Veranstaltung leiten wird, und die Galeristin anwesend, die ab und zu ebenfalls Inputs gaben. Nach dem Rundgang schaute ich mir die Sachen nochmals an und machte mir Notizen. Das Ganze dauerte eine gute Stunde.


links: Lisa Hoe.ver, Aquarell (http://www.friedr.artgalleries.ch)
rechts: Montage aus zwei Arbeiten von Ilona Rue.gg und Lisa Hoe.ver, (Trudelhaus Einladungskarte)
Ich bin gespannt, wie das morgige Gespräch laufen wird. Vor eineinhalb Wochen habe ich bereits für das Ausgehmagazin der AZ, das LIVE, eine Vorschau auf die Ausstellung geschrieben, und weiss deshalb ungefähr, was mich erwartet. Der Nachteil dieser Vorbereitung ist, dass ich die Fragen, die auftauchten, bereits gestellt habe und mir die Künstler sie per Mail beantwortet haben. Morgen werde ich also einfach die Werke (Videoinstallationen) „live“ sehen, allerdings nehme ich nicht an, dass das so lange dauern wird. Ein Punkt ist noch, dass ich wahrscheinlich Französisch sprechen muss, da die Künstler aus Genf kommen. Ich höre und spreche sehr gerne Französisch, bin also gespannt.
Ach ja – heute hatte ich meinen ersten „Dienst“, war also verantwortlich für die Produktion der beiden Kulturseiten. Ich glaube, schlecht habe ich es nicht gemacht, habe aber bisher kein Feedback bekommen. Die Seiten waren aber recht bald fertig und bereit zum Abgeben. Natürlich stelle ich noch viele Fragen und „stürme“ bei Christian und Sabine, doch grundsätzlich kann ich die Aufgaben schon ziemlich selbständig bewältigen. Etwas Bammel hatte ich vor der Redaktionssitzung, da geht alles so schnell und alle ausser mir wissen genau, wovon gesprochen wird, doch auch das lief gut. Von diesen Sitzungen erzähle ich mal separat.
Das war jetzt wohl nicht so interessant – kein Wunder, ich bin wirklich total müde. Ab in die Heia.
Das Gespräch heute war um einiges besser. Ich sprach mit zwei Künstlerinnen, Ilona Rue.gg und Lisa Hoe.ver, wir machten einen Rundgang durch die Ausstellung und sie erzählten mir was zu den Werken. Auf dieses Treffen habe ich mich gut vorbereitet, die Presse-CD mit Bildern und Biografien lag schon seit zwei Wochen auf meinem Tisch, im aktuellen Kunst-Bulletin war zu beiden ein Artikel zu lesen, und im Internet fand ich auch einiges Material über die bisherige Arbeit der beiden Frauen. Zudem waren noch ein Schriftsteller, der am Wochenende in der Ausstellung eine Veranstaltung leiten wird, und die Galeristin anwesend, die ab und zu ebenfalls Inputs gaben. Nach dem Rundgang schaute ich mir die Sachen nochmals an und machte mir Notizen. Das Ganze dauerte eine gute Stunde.


links: Lisa Hoe.ver, Aquarell (http://www.friedr.artgalleries.ch)
rechts: Montage aus zwei Arbeiten von Ilona Rue.gg und Lisa Hoe.ver, (Trudelhaus Einladungskarte)
Ich bin gespannt, wie das morgige Gespräch laufen wird. Vor eineinhalb Wochen habe ich bereits für das Ausgehmagazin der AZ, das LIVE, eine Vorschau auf die Ausstellung geschrieben, und weiss deshalb ungefähr, was mich erwartet. Der Nachteil dieser Vorbereitung ist, dass ich die Fragen, die auftauchten, bereits gestellt habe und mir die Künstler sie per Mail beantwortet haben. Morgen werde ich also einfach die Werke (Videoinstallationen) „live“ sehen, allerdings nehme ich nicht an, dass das so lange dauern wird. Ein Punkt ist noch, dass ich wahrscheinlich Französisch sprechen muss, da die Künstler aus Genf kommen. Ich höre und spreche sehr gerne Französisch, bin also gespannt.
Ach ja – heute hatte ich meinen ersten „Dienst“, war also verantwortlich für die Produktion der beiden Kulturseiten. Ich glaube, schlecht habe ich es nicht gemacht, habe aber bisher kein Feedback bekommen. Die Seiten waren aber recht bald fertig und bereit zum Abgeben. Natürlich stelle ich noch viele Fragen und „stürme“ bei Christian und Sabine, doch grundsätzlich kann ich die Aufgaben schon ziemlich selbständig bewältigen. Etwas Bammel hatte ich vor der Redaktionssitzung, da geht alles so schnell und alle ausser mir wissen genau, wovon gesprochen wird, doch auch das lief gut. Von diesen Sitzungen erzähle ich mal separat.
Das war jetzt wohl nicht so interessant – kein Wunder, ich bin wirklich total müde. Ab in die Heia.
19. Oktober 2006
--Kommentare--
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Bitte lächeln
In letzter Zeit kam es häufig vor, dass ich am Morgen ins Büro kam und noch nicht genau wusste, was ich zu tun habe. Ich habe dann meistens bei der Produktion mitgeholfen. Produktion heisst, wie ich schon angetönt habe, Texte gegengelesen, kürzen, die Anführungszeichen, deutschen Doppel-S und Gedankenstriche an unsere Vorgaben anpassen, Hinweise zur Ausstellung, zum Buch, der CD oder dem Theater in die richtige Reihenfolge und Form bringen, Schreibfehler provisorisch korrigieren (die ganzen Texte werden vor dem Druck eh nochmals von Lektoren gelesen) und Titel (er-)setzen. Mit dem Layouter die Seiten anschauen, was wohin kommt, wie lange die Texte und wie gross die Bilder sind und so weiter. Manchmal konnte ich auch die "aktuell"-Spalte machen, was bedeutet, dass ich ständig die Agenturmeldungen lesen muss, ob noch was Interessantes reinkommt, was wir bringen müssen. Ob jemand einen wichtigen Preis kriegt, eine wichtige Person gestorben ist oder ähnliches. Diese Meldungen muss ich dann auf einige Sätze zusammenkürzen, damit ungefähr drei oder vier davon in die entsprechende Spalte passen.
Es ist sowieso enorm, wie viel vom Zeitungsinhalt vom Platz abhängt. Die ganzen Texte müssen genau in die Felder passen, es darf keine "Hurenkinder" geben, also die Schlusszeile eines Abschnittes, die als einzige in einer neuen Spalte steht, oder ein "Schusterjunge", das ist das umgekehrte, wenn die erste Zeile eines Abschnittes in der einen und der restliche Abschnitt in der anderen Spalte steht. Die ganzen Titel müssen eine "schöne" Länge haben, also bis über die letzte Spalte des Textes reichen, und die Untertitel müssen möglichst genau die entsprechenden Zeilen füllen. Da steht die Form dem Inhalt gleich, ein Titel, der super klingt oder das Thema toll anschneidet, wird ersetzt, wenn er nicht in die Zeilenlänge passt. Das selbe bei den Bildlegenden. Die müssen von der Länge her genau stimmen, dass der Bildnachweis (z.B. "Keystone") nicht allein auf einer Zeile ist und noch reinpasst.
An Tagen wie heute, wo ich selbst keinen Text zu schreiben habe, sitze ich also da und muss auf Arbeit warten, die mir von dem, der Dienst hat, zugeteilt wird. Andererseits habe ich hinter mir im Regal einige Bücher stehen, die sich zur Besprechung eignen, und die sozusagen meine "Reservearbeit" darstellen. Heute habe ich beschlossen, anders zu arbeiten: Ich mache mir eine Liste von Dingen, die ich gerne machen möchte oder die ich machen muss. Heute sind das: ein Interview mit einer Künstlerin im neuen Kunstbulletin lesen, die ich nächste Woche treffen werde. Als zweites lese ich eine Rezension des Theaterstückes, das ich mir morgen anschauen werde und von dem ich noch keine Ahnung habe. Dann rufe ich eine Tanzartistin an, die ich gerne treffen würde, und vereinbare mit ihr einen Termin. Zuletzt kann ich die Buchbesprechung, die ich gestern geschrieben habe, nochmals anschauen. So habe ich einen Plan, und mache nicht einfach das Nächstbeste. Je nachdem kommt noch was dazu oder dazwischen.
Gestern und vorgestern war ich auf der Auftaktseite des Foyers :) das eine Mal wurde ich fotografiert und mein Mund diente zusammen mit diversen weiteren Mündern als Illustration eines Artikels über ein Lachseminar. Das zweite Mal war es mein UFO-Artikel, der die ganze Seite füllte. Gestern früh stieg ich noch im Halbschlaf in den Zug, die Frau gegenüber las die AZ, und als sie nach einiger Zeit die Seite umblätterte, sah ich, dass sie soeben meinen Text gelesen hatte. Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn man merkt, dass es die Leute interessiert, was man schreibt, dass man ihnen etwas erzählen kann, was sie spannend finden.
Übrigens war die Sache mit dem Lachen schon das dritte Mal, dass ich im Zusammenhang mit der AZ als Fotomodell herhalten musste, das gehört offenbar zum Job: beim Besuch der Alpenausstellung im Kunsthaus Zürich war mit den ganzen Journalisten natürlich auch ein Fotograf anwesend, der mich irgendwann bat, doch schnell "vor das Bild da zu stehen". Ich weiss gar nicht, ob ich das Foto hier hineinkopieren darf. Wohl nicht, es ist ja nicht öffentlich, sondern von Keystone im Foto-Abonnement in die AZ-Datenbank gestellt worden. Einen Tag später wurde ich für eine "10-Jahre-AZ"-Spezialbeilage fotografiert, wie ich vor dem Kantonsspital Baden sitze und Zeitung lese. Offenbar mussten alle RedaktorInnen für ein Porträtfoto hinhalten, das ist mir allerdings (bisher?) erspart geblieben.
Hm, noch nicht mal Mittag, und der Akku von meinem iPod ist schon fast leer…
Es ist sowieso enorm, wie viel vom Zeitungsinhalt vom Platz abhängt. Die ganzen Texte müssen genau in die Felder passen, es darf keine "Hurenkinder" geben, also die Schlusszeile eines Abschnittes, die als einzige in einer neuen Spalte steht, oder ein "Schusterjunge", das ist das umgekehrte, wenn die erste Zeile eines Abschnittes in der einen und der restliche Abschnitt in der anderen Spalte steht. Die ganzen Titel müssen eine "schöne" Länge haben, also bis über die letzte Spalte des Textes reichen, und die Untertitel müssen möglichst genau die entsprechenden Zeilen füllen. Da steht die Form dem Inhalt gleich, ein Titel, der super klingt oder das Thema toll anschneidet, wird ersetzt, wenn er nicht in die Zeilenlänge passt. Das selbe bei den Bildlegenden. Die müssen von der Länge her genau stimmen, dass der Bildnachweis (z.B. "Keystone") nicht allein auf einer Zeile ist und noch reinpasst.
An Tagen wie heute, wo ich selbst keinen Text zu schreiben habe, sitze ich also da und muss auf Arbeit warten, die mir von dem, der Dienst hat, zugeteilt wird. Andererseits habe ich hinter mir im Regal einige Bücher stehen, die sich zur Besprechung eignen, und die sozusagen meine "Reservearbeit" darstellen. Heute habe ich beschlossen, anders zu arbeiten: Ich mache mir eine Liste von Dingen, die ich gerne machen möchte oder die ich machen muss. Heute sind das: ein Interview mit einer Künstlerin im neuen Kunstbulletin lesen, die ich nächste Woche treffen werde. Als zweites lese ich eine Rezension des Theaterstückes, das ich mir morgen anschauen werde und von dem ich noch keine Ahnung habe. Dann rufe ich eine Tanzartistin an, die ich gerne treffen würde, und vereinbare mit ihr einen Termin. Zuletzt kann ich die Buchbesprechung, die ich gestern geschrieben habe, nochmals anschauen. So habe ich einen Plan, und mache nicht einfach das Nächstbeste. Je nachdem kommt noch was dazu oder dazwischen.
Gestern und vorgestern war ich auf der Auftaktseite des Foyers :) das eine Mal wurde ich fotografiert und mein Mund diente zusammen mit diversen weiteren Mündern als Illustration eines Artikels über ein Lachseminar. Das zweite Mal war es mein UFO-Artikel, der die ganze Seite füllte. Gestern früh stieg ich noch im Halbschlaf in den Zug, die Frau gegenüber las die AZ, und als sie nach einiger Zeit die Seite umblätterte, sah ich, dass sie soeben meinen Text gelesen hatte. Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn man merkt, dass es die Leute interessiert, was man schreibt, dass man ihnen etwas erzählen kann, was sie spannend finden.
Übrigens war die Sache mit dem Lachen schon das dritte Mal, dass ich im Zusammenhang mit der AZ als Fotomodell herhalten musste, das gehört offenbar zum Job: beim Besuch der Alpenausstellung im Kunsthaus Zürich war mit den ganzen Journalisten natürlich auch ein Fotograf anwesend, der mich irgendwann bat, doch schnell "vor das Bild da zu stehen". Ich weiss gar nicht, ob ich das Foto hier hineinkopieren darf. Wohl nicht, es ist ja nicht öffentlich, sondern von Keystone im Foto-Abonnement in die AZ-Datenbank gestellt worden. Einen Tag später wurde ich für eine "10-Jahre-AZ"-Spezialbeilage fotografiert, wie ich vor dem Kantonsspital Baden sitze und Zeitung lese. Offenbar mussten alle RedaktorInnen für ein Porträtfoto hinhalten, das ist mir allerdings (bisher?) erspart geblieben.
Hm, noch nicht mal Mittag, und der Akku von meinem iPod ist schon fast leer…
13. Oktober 2006
Zweiter Anlauf...
... und wieder ein lausiger Wochenstart. Unsere geliebte Katze Minouche musste am Montag eingeschläfert werden.
Ich bin süchtig nach Zeitschriften. Nachdem ich NEON verschlungen habe, habe ich die Weltwoche wieder abonniert. Mir am Kiosk GALORE geholt. Und warte sehnlichst darauf, dass das neue InStyle erscheint. Doch was gab es auf den rund 13 Stunden Zugfahrt, die ich diese Woche hinter mich brachte, auch anderes zu tun!
Natürlich dauert mein normaler Arbeitsweg nicht so lange. Doch Dienstag/Mittwoch unternahm ich meine erste Pressereise. Es ging nach München, um mir ein Musical anzusehen, das im Februar in die Schweiz kommt. "Bharati" - bunt, laut und indisch. Mehr dazu wird in meinem Artikel, der erst Anfang des nächsten Jahres erscheint, zu lesen sein.
Mit sechs weiteren PressevertreterInnen und dem Promotionstypen fuhr ich also am Dienstag nachmittag nach München. Dort angekommen, gings sofort weiter zur Olympiahalle zu einem Interview mit den beiden Hauptdarstellern. Wir hatten nur mit der Tänzerin gerechnet, der wunderschöne Mann, der mit ihr eintrat, brachte uns also alle ganz aus dem Konzept :) Spass beiseite - normalerweise höre ich lieber zu, als selbst Fragen zu stellen, und war deshalb froh, den beiden nicht alleine gegenüber zu sitzen. Trotzdem hatte ich ein gutes Gefühl nach dem Gespräch, ich glaube, ich habe doch einigermassen interessante Fragen gestellt. Und ich habe auch einmal mehr gemerkt, wie wichtig Augenkontakt zu der befragten Person ist. Während die anderen konzentriert Notizen machten, habe ich mir Mühe gegeben, aufmerksam zuzuhören, und mir nur wenig aufgeschrieben. Dafür hatte ich den Eindruck, dass wirklich eine Art Gespräch zustande kam und die beiden nicht das Gefühl hatten, nur fürs Protokoll zu sprechen.
Danach waren wir zum Abendessen eingeladen. Und nicht etwa zur nächstbesten Dönerbude, sondern ins exklusive Drehrestaurant im Olympiaturm. Auf 181 Metern Höhe - eine wunderschöne Aussicht, München während der Dämmerung und schliesslich by Night. Ich habe rosa gebratenen Lammrücken mit Ratatouille und mediterranem Polentastrudel gespiesen. Mmmh - nicht zu vergessen den Prosecco mit Pfirsichmark zum Aperitiv, serviert von einer unglaublich freundlichen Blondine (Sie erinnerte mich stark an Ute Ohoven).
Nach der Show gabs noch einen grünen Tee in der Bierhalle Zum Franziskaner, später noch eine kleine Sektparty im Hotel, wobei der Prosecco aus der Minibar mit dem im Restaurant nicht zu vergleichen war. Naja. Ich hatte ein tolles (für mich, andere Leute hatten offenbar andere Ansprüche) Einzelzimmer mit grossem Bad in einem 4*Hotel, habe super geschlafen, am anderen Morgen gingen wir noch ein bisschen in die Stadt, wieder in eine Bierhalle, diesmal für eine heisse Schokolade. Ich war ein wenig erkältet - und Bier mag ich zwar schon, aber am Morgen...
(Juhuu- das neue Filme und so ist runtergeladen! also nur noch kurz...)
Heute war ich an einer UFO-Ausstellung im Photoforum PasquArt in Biel. Empfehlenswert - nach der total überladenen Ausstellung "In den Alpen" im Kunsthaus Zürich, die ich letzte Woche gesehen habe, eine Wohltat an guter Bildauswahl, klarem Konzept und Beschränkung auf das Wesentliche!


links: Peter Koehl, Das Mietshaus, 2005
rechts: Alexandre Calame, Das Rosenlauital mit dem Wetterhorn, 1856
Ich bin süchtig nach Zeitschriften. Nachdem ich NEON verschlungen habe, habe ich die Weltwoche wieder abonniert. Mir am Kiosk GALORE geholt. Und warte sehnlichst darauf, dass das neue InStyle erscheint. Doch was gab es auf den rund 13 Stunden Zugfahrt, die ich diese Woche hinter mich brachte, auch anderes zu tun!
Natürlich dauert mein normaler Arbeitsweg nicht so lange. Doch Dienstag/Mittwoch unternahm ich meine erste Pressereise. Es ging nach München, um mir ein Musical anzusehen, das im Februar in die Schweiz kommt. "Bharati" - bunt, laut und indisch. Mehr dazu wird in meinem Artikel, der erst Anfang des nächsten Jahres erscheint, zu lesen sein.
Mit sechs weiteren PressevertreterInnen und dem Promotionstypen fuhr ich also am Dienstag nachmittag nach München. Dort angekommen, gings sofort weiter zur Olympiahalle zu einem Interview mit den beiden Hauptdarstellern. Wir hatten nur mit der Tänzerin gerechnet, der wunderschöne Mann, der mit ihr eintrat, brachte uns also alle ganz aus dem Konzept :) Spass beiseite - normalerweise höre ich lieber zu, als selbst Fragen zu stellen, und war deshalb froh, den beiden nicht alleine gegenüber zu sitzen. Trotzdem hatte ich ein gutes Gefühl nach dem Gespräch, ich glaube, ich habe doch einigermassen interessante Fragen gestellt. Und ich habe auch einmal mehr gemerkt, wie wichtig Augenkontakt zu der befragten Person ist. Während die anderen konzentriert Notizen machten, habe ich mir Mühe gegeben, aufmerksam zuzuhören, und mir nur wenig aufgeschrieben. Dafür hatte ich den Eindruck, dass wirklich eine Art Gespräch zustande kam und die beiden nicht das Gefühl hatten, nur fürs Protokoll zu sprechen.
Danach waren wir zum Abendessen eingeladen. Und nicht etwa zur nächstbesten Dönerbude, sondern ins exklusive Drehrestaurant im Olympiaturm. Auf 181 Metern Höhe - eine wunderschöne Aussicht, München während der Dämmerung und schliesslich by Night. Ich habe rosa gebratenen Lammrücken mit Ratatouille und mediterranem Polentastrudel gespiesen. Mmmh - nicht zu vergessen den Prosecco mit Pfirsichmark zum Aperitiv, serviert von einer unglaublich freundlichen Blondine (Sie erinnerte mich stark an Ute Ohoven).
Nach der Show gabs noch einen grünen Tee in der Bierhalle Zum Franziskaner, später noch eine kleine Sektparty im Hotel, wobei der Prosecco aus der Minibar mit dem im Restaurant nicht zu vergleichen war. Naja. Ich hatte ein tolles (für mich, andere Leute hatten offenbar andere Ansprüche) Einzelzimmer mit grossem Bad in einem 4*Hotel, habe super geschlafen, am anderen Morgen gingen wir noch ein bisschen in die Stadt, wieder in eine Bierhalle, diesmal für eine heisse Schokolade. Ich war ein wenig erkältet - und Bier mag ich zwar schon, aber am Morgen...
(Juhuu- das neue Filme und so ist runtergeladen! also nur noch kurz...)
Heute war ich an einer UFO-Ausstellung im Photoforum PasquArt in Biel. Empfehlenswert - nach der total überladenen Ausstellung "In den Alpen" im Kunsthaus Zürich, die ich letzte Woche gesehen habe, eine Wohltat an guter Bildauswahl, klarem Konzept und Beschränkung auf das Wesentliche!


links: Peter Koehl, Das Mietshaus, 2005
rechts: Alexandre Calame, Das Rosenlauital mit dem Wetterhorn, 1856
7. Oktober 2006
Auf der Suche nach dem Apfel
Puh - schon ist meine erste Woche als Praktikantin bei der Aargauer Zeitung vorbei. Das ging ja schnell, und ich habe das Gefühl, schon viel länger als nur fünf Tage dort zu arbeiten. Damit ich mir nach den fünf Monaten, die mein Praktikum dort dauert, nicht die Augen reibe und mich frage, was ich überhaupt in dieser Zeit alles gemacht habe, habe ich beschlossen, eine Art Tagebuch zu führen. Und damit auch andere was davon haben, stelle ich es als Blog ins Netz – voilà.
Die Woche begann turbulent – natürlich konnte ich in der Nacht auf Montag kaum schlafen, ich war zwar nicht kribbelig nervös, aber trotzdem liefen meine Gedanken auf Hochtouren. Leider musste ich am Morgen, eine halbe Stunde bevor ich mich auf den Weg nach Baden machte, von einem Todesfall in der Verwandtschaft erfahren. So trat ich meine neue Stelle mit einem lachenden und einem weinenden Auge an.
Stapelweise Zeitschriften, Zeitungen, Bücher und CDs waren mein erster Eindruck vom Grossraumbüro der Foyer-Redaktion (das Foyer ist der Kultur- und Gesellschaftsbund der AZ). Der zweite waren die sympathischen Mitarbeiter, die mir unter den Namen ihrer Ressorts wie „Lifestyle“, „Musik“ und „Literatur“ vorgestellt wurden. Mein Arbeitsplatz befindet sich am Fenster, ich blicke durch das Laub der Buche draussen auf eine belebte Kreuzung.
Mein wichtigstes Arbeitsinstrument hiess mich mit Fehlermeldungen herzlich willkommen. Das erste Telefon von meinem Platz aus ging also an die EDV-Abteilung, die den Computer mit dem fehlenden Programm-Set fütterte. Überhaupt war der erste Tag gekennzeichnet von der Umgewöhnung von meinem Mac auf PC. Mehrmals stutzte ich, als beim Drücken von F11 nicht das Desktop erschien oder ich erfolglos die Apfel-Taste suchte. Natürlich muss ich noch erwähnen, dass die Programme und der Computer allgemein länger zum Aufstarten brauchen als bei Mac =’). Mittlerweile habe ich aber festgestellt, dass einige Tastenkombinationen durchaus auch bei PC funktionieren und dass das Arbeiten mit Windows auch unproblematisch sein kann.
Gleich nach der Lösung des PC-Problems kriegte ich meinen ersten Job zugeteilt. Ich sollte einen Artikel lesen, Schreibfehler korrigieren und überflüssige Wörter streichen, damit der Übersatz (was zuviel ist) wegfiel und der Text in den dafür vorgesehenen Raum passte. Nun tat ich also das, wofür ich jeweils die Redaktoren verwünschte, wenn ich beim Zeitunglesen sah, dass ein Satz in meinem Artikel nicht abgedruckt worden war oder sogar, was einmal vorkam, der gesamte letzte Abschnitt fehlte, obwohl ich die Zeichenanzahl eingehalten hatte. Bei einem Interview mit "Juli" musste ich beinahe die Hälfte der Fragen und Antworten löschen. Dazu kam eine Arbeit, bei der ich eigentlich immer eher Mühe habe: Titel setzen. Bei den meisten Artikeln fehlt der Titel oder ist zu kurz und sieht deshalb im Layout unschön aus. Nach den ersten Anlaufschwierigkeiten fiel mir diese Aufgabe aber gar nicht mehr so schwer.
Was (m)ich in den ersten Tagen sonst noch so erledigte, wie ein Zmittag auf der Redaktion aussieht und was es für ein Gefühl ist, zu wissen, was morgen in der Zeitung steht - dazu ein andermal.
Die Woche begann turbulent – natürlich konnte ich in der Nacht auf Montag kaum schlafen, ich war zwar nicht kribbelig nervös, aber trotzdem liefen meine Gedanken auf Hochtouren. Leider musste ich am Morgen, eine halbe Stunde bevor ich mich auf den Weg nach Baden machte, von einem Todesfall in der Verwandtschaft erfahren. So trat ich meine neue Stelle mit einem lachenden und einem weinenden Auge an.
Stapelweise Zeitschriften, Zeitungen, Bücher und CDs waren mein erster Eindruck vom Grossraumbüro der Foyer-Redaktion (das Foyer ist der Kultur- und Gesellschaftsbund der AZ). Der zweite waren die sympathischen Mitarbeiter, die mir unter den Namen ihrer Ressorts wie „Lifestyle“, „Musik“ und „Literatur“ vorgestellt wurden. Mein Arbeitsplatz befindet sich am Fenster, ich blicke durch das Laub der Buche draussen auf eine belebte Kreuzung.
Mein wichtigstes Arbeitsinstrument hiess mich mit Fehlermeldungen herzlich willkommen. Das erste Telefon von meinem Platz aus ging also an die EDV-Abteilung, die den Computer mit dem fehlenden Programm-Set fütterte. Überhaupt war der erste Tag gekennzeichnet von der Umgewöhnung von meinem Mac auf PC. Mehrmals stutzte ich, als beim Drücken von F11 nicht das Desktop erschien oder ich erfolglos die Apfel-Taste suchte. Natürlich muss ich noch erwähnen, dass die Programme und der Computer allgemein länger zum Aufstarten brauchen als bei Mac =’). Mittlerweile habe ich aber festgestellt, dass einige Tastenkombinationen durchaus auch bei PC funktionieren und dass das Arbeiten mit Windows auch unproblematisch sein kann.
Gleich nach der Lösung des PC-Problems kriegte ich meinen ersten Job zugeteilt. Ich sollte einen Artikel lesen, Schreibfehler korrigieren und überflüssige Wörter streichen, damit der Übersatz (was zuviel ist) wegfiel und der Text in den dafür vorgesehenen Raum passte. Nun tat ich also das, wofür ich jeweils die Redaktoren verwünschte, wenn ich beim Zeitunglesen sah, dass ein Satz in meinem Artikel nicht abgedruckt worden war oder sogar, was einmal vorkam, der gesamte letzte Abschnitt fehlte, obwohl ich die Zeichenanzahl eingehalten hatte. Bei einem Interview mit "Juli" musste ich beinahe die Hälfte der Fragen und Antworten löschen. Dazu kam eine Arbeit, bei der ich eigentlich immer eher Mühe habe: Titel setzen. Bei den meisten Artikeln fehlt der Titel oder ist zu kurz und sieht deshalb im Layout unschön aus. Nach den ersten Anlaufschwierigkeiten fiel mir diese Aufgabe aber gar nicht mehr so schwer.
Was (m)ich in den ersten Tagen sonst noch so erledigte, wie ein Zmittag auf der Redaktion aussieht und was es für ein Gefühl ist, zu wissen, was morgen in der Zeitung steht - dazu ein andermal.
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