Heute Morgen habe ich einen winzigen Hund gesehen. Einen Chihuahua, glaube ich. Total aufgeregt und lustig konnte er keine Sekunde stillstehen. Er hatte eine hellrosa Leine und gehörte einem jungen Mann mit Springerstiefeln, Hosen im Camouflagemuster, Kahlkopf und diversen Piercings.
Vor dem Aufwachen habe ich schlecht geträumt. Ich träumte, ich sei in der Schule, und wir hätten aus Ton etwas formen müssen. Ich habe einen Kopf gemacht, er gelang mir, wie ich fand, und habe ihn nach der Stunde sorgfältig eingewickelt und in den Schrank gestellt. Als ich aber am nächsten Tag wieder zum Schulhaus kam, stand der Kopf auf seinem kleinen Sockel vor der Tür, umgedreht, zertreten und schmutzig. Ich war so enttäuscht.
Als ich aufwachte, war ich immer noch ganz traurig. Eigentlich wollte ich danach gar nicht aufstehen. Natürlich musste ich trotzdem, zog das tolle I-Ah-(der Esel von Winnie Puh)-T-Shirt an, das ich zum Geburtstag bekommen habe, und wieder mal die bequemen Turnschuhe. In letzter Zeit trug ich zur Arbeit immer die "schönen", die aber beim Gehen so nervig klacken.
Auf dem Weg nach Baden hörte ich ein paar Podcasts, noch keine schwere Kost, den (diesmal weihnachtlichen Schlummer-)Kinderpod von Niklas, die PodParade von Annik Rubens und Hoppes Welt. Letzterer schaffte es dann mit seinem aufgedrehten Geblödel, mich etwas aufzuheitern. Bei der Schneiderei neben dem AZ-Hochhaus schaute ich beim vorübergehen durchs Fenster, deren Atelier ist rundherum verglast und ich finde das so schön, wie dort vom frühen Morgen an konzentriert genäht und gebügelt wird. (Ich habe mich ja übrigens letzte Woche auch einen ganzen Abend lang mit der Nähmaschine herumgeplagt, Weihnachtsgeschenk für jemanden - gsehsches denn…) Die Kleider, die im Eingangsbereich des Ateliers ausgestellt sind, sehen auch immer wunderschön aus. Schliesslich stieg ich die Treppe hoch zum Büro und warf mich in meinen Bürostuhl.
Es sind heute nur wenig Leute im Büro, die meisten haben schon Ferien. Judith, die Layouterin hat die "besten Gipfeli aus ganz Zürich" mitgebracht und die Stimmung ist locker. Überhaupt gibt es hier immer wieder etwas Feines zu essen: Von der Cola-Firma haben wir aus einem unerfindlichen Grund ganz leckere Schoggifläschli bekommen, die wie die roten Frigor-Kugeln schmecken. Das Filmfestival Locarno hat einen Panettone geschickt, den ich gestern immer wieder zudecken musste weil ich bei dem starken Geruch nicht arbeiten konnte, und am Montag hat der Musikredaktor (fast) selbst gebackene Brownies gebracht.
In diesem Sinne - nehm ich noch einen Schluck Grüntee aus meinem weihnachtlich designten Thermosbecher, wünsche euch schöne Festtage und hoffe, dass ihr euch nicht von dem ganzen blöden Konsumrummel habt einwickeln lassen.
Noch ein paar Lesetipps für die Ferien, d.h., was ich gerade lese, gelesen habe oder vorhabe, zu lesen:
Morels Erfindung (Adolfo Bioy Casares) - fantastisch und fesselnd
Harry Potter and the Half Blood Prince (Joanne K. Rowling) - amusing
Die Bibliothek von Babel (Jorge Luis Borges) - gehirnwindungenanregend
On Beauty (Zadie Smith) - alle drei Wochen wieder ein paar Seiten
Das Siebte Kreuz (Anna Seghers) - noch nicht angefangen
22. Dezember 2006
16. Dezember 2006
Monstertage und HotDogs
Ich weiss – eigentlich wollte ich wöchentlich schreiben. Doch momentan ist so viel los, dass ich während der Arbeit keine Zeit und danach keine Energie mehr zum Bloggen habe. Letzte Woche erlebte ich einen Monstertag – und habe doch wieder sehr viel dabei gelernt.
Mittwoch war ich ständig unterwegs. Nach eineinhalb Stunden im Büro habe ich in Zürich zwei Verantwortliche eines gesamtschweizerischen Musikvereins getroffen, weil ich momentan zum Thema Musikvermittlung in der Schule am Recherchieren bin. Wir assen zusammen zu Mittag, das war für mich als Gesprächssituation etwas ganz Neues. Glücklicherweise muss ich mir ja keine Notizen machen, sondern kann alles mit dem iPod aufnehmen. Nachher habe ich mir kurz einen Ausschnitt angehört und war einmal mehr überrascht, wie gut alles zu verstehen war, obwohl die Aufnahme aus einer Distanz von bis zu einem Meter und in einem vollen Restaurant gemacht worden war. Es war ein gutes Gespräch, ich hatte mich gut vorbereitet und viele Fragen notiert. Jedoch ging ich die nicht einfach der Reihe nach durch, sondern konnte an die Informationen, die die beiden Männer mir gaben, anknüpfen. Wahrscheinlich waren sie zuerst etwas überrascht, so einer jungen Journalistin zu begegnen, aber trotz meiner Unerfahrenheit nahmen sie mich sehr ernst. Zum Schluss meinte der eine sogar, ich habe gute Fragen gestellt, was mich natürlich sehr freute, weil ich das bewusst lernen will.
Auf dem Rückweg nach Baden rief mich Sabine, meine Chefin, an und fragte, ob ich wohl spontan noch einen Geschenktipp schreiben könne, einer der geplanten falle aus. Auf Befehl kreativ zu sein, finde ich sehr schwierig, doch ich schaffte es, in einer Stunde was zu schreiben und eine Abbildung zu organisieren. Schliesslich musste ich noch ins Trudelhaus, um dort mit einer Künstlerin zu sprechen (Super Ausstellung!).

Sonja Feldmeie.r, "Meter über dem Meeresspiegel", Israel / French Lizard Pattern 1:0,102 325, 2006
Quelle: http://www.kunstmarkt.de
Und dann kurz einkaufen gehen, nach Hause, mich umziehen, ein Quärkli essen und schon wieder weg – noch ins Theater. Ich war absolut k.o. und wäre am liebsten zu Hause geblieben. Aber ich will ja hier nicht jammern.
Die Arbeit macht mir grossen Spass, auch wenn es oft hektisch zu und her geht, vor allem, wenn ich Produktionsdienst habe. Ein weiterer wichtiger Schritt in die Arbeitswelt liegt jetzt auch hinter mir – die ersten bezahlten Urlaubstage. Ein tolles Gefühl! Insgesamt 11 habe ich in den 5 Monaten zugute, und obwohl ich immer daran gezweifelt habe, mit weniger als 12 Wochen Ferien überhaupt halbwegs durchs Jahr zu kommen, merke ich jetzt, wie belastbar man eigentlich ist. Und vor meinem kurzen Urlaub hatte ich noch ein Zwischengespräch mit Sabine. Sie ist sehr zufrieden mit mir und überrascht, wie schnell ich mich im Job zurechtgefunden habe. Ich kriegte sogar eine Lohnerhöhung! :) Es tut mir jetzt schon leid, im März wieder zurück in die Schule zu müssen, und ich hoffe sehr, in eineinhalb Jahren irgendwo eine ähnliche Stelle zu finden. Es wird ein komisches Gefühl sein, nur noch 2 bis 3 Mal im Monat schreiben zu können... Ich versuche, mir möglichst viel aufzuschreiben über die Produktionsabläufe, damit ich ohne grosse Schwierigkeiten eventuell wieder mal einsteigen kann.
Gestern war Weihnachtsessen – ich bin ja sonst nicht so gerne unter vielen Menschen und hasse das Gefühl, über irgend etwas plaudern zu müssen. Aber es war ein lustiger Abend, ich lernte meine Kollegen (Frauen waren sehr wenige anwesend – auffallend, wie gross der Männeranteil in der AZ-Belegschaft ist...) mal etwas besser kennen. Viele sehe ich ja sonst nur von weitem, obwohl sie auch beim „Foyer“ arbeiten. Und während der Bürozeit einfach so mol chli schwätze geht ja meistens nicht. Ganz anders als in der IKEA, wo wir uns ständig über Privates unterhalten haben. Aber dort war ja die Arbeit auch nicht ganz so anspruchsvoll... ;’) Mal schauen, ob ich nach dem Praktikum wieder dort anfangen werde. Ich vermisse den HotDog-Duft ehrlich gesagt nicht allzu sehr.
Mittwoch war ich ständig unterwegs. Nach eineinhalb Stunden im Büro habe ich in Zürich zwei Verantwortliche eines gesamtschweizerischen Musikvereins getroffen, weil ich momentan zum Thema Musikvermittlung in der Schule am Recherchieren bin. Wir assen zusammen zu Mittag, das war für mich als Gesprächssituation etwas ganz Neues. Glücklicherweise muss ich mir ja keine Notizen machen, sondern kann alles mit dem iPod aufnehmen. Nachher habe ich mir kurz einen Ausschnitt angehört und war einmal mehr überrascht, wie gut alles zu verstehen war, obwohl die Aufnahme aus einer Distanz von bis zu einem Meter und in einem vollen Restaurant gemacht worden war. Es war ein gutes Gespräch, ich hatte mich gut vorbereitet und viele Fragen notiert. Jedoch ging ich die nicht einfach der Reihe nach durch, sondern konnte an die Informationen, die die beiden Männer mir gaben, anknüpfen. Wahrscheinlich waren sie zuerst etwas überrascht, so einer jungen Journalistin zu begegnen, aber trotz meiner Unerfahrenheit nahmen sie mich sehr ernst. Zum Schluss meinte der eine sogar, ich habe gute Fragen gestellt, was mich natürlich sehr freute, weil ich das bewusst lernen will.
Auf dem Rückweg nach Baden rief mich Sabine, meine Chefin, an und fragte, ob ich wohl spontan noch einen Geschenktipp schreiben könne, einer der geplanten falle aus. Auf Befehl kreativ zu sein, finde ich sehr schwierig, doch ich schaffte es, in einer Stunde was zu schreiben und eine Abbildung zu organisieren. Schliesslich musste ich noch ins Trudelhaus, um dort mit einer Künstlerin zu sprechen (Super Ausstellung!).

Sonja Feldmeie.r, "Meter über dem Meeresspiegel", Israel / French Lizard Pattern 1:0,102 325, 2006
Quelle: http://www.kunstmarkt.de
Und dann kurz einkaufen gehen, nach Hause, mich umziehen, ein Quärkli essen und schon wieder weg – noch ins Theater. Ich war absolut k.o. und wäre am liebsten zu Hause geblieben. Aber ich will ja hier nicht jammern.
Die Arbeit macht mir grossen Spass, auch wenn es oft hektisch zu und her geht, vor allem, wenn ich Produktionsdienst habe. Ein weiterer wichtiger Schritt in die Arbeitswelt liegt jetzt auch hinter mir – die ersten bezahlten Urlaubstage. Ein tolles Gefühl! Insgesamt 11 habe ich in den 5 Monaten zugute, und obwohl ich immer daran gezweifelt habe, mit weniger als 12 Wochen Ferien überhaupt halbwegs durchs Jahr zu kommen, merke ich jetzt, wie belastbar man eigentlich ist. Und vor meinem kurzen Urlaub hatte ich noch ein Zwischengespräch mit Sabine. Sie ist sehr zufrieden mit mir und überrascht, wie schnell ich mich im Job zurechtgefunden habe. Ich kriegte sogar eine Lohnerhöhung! :) Es tut mir jetzt schon leid, im März wieder zurück in die Schule zu müssen, und ich hoffe sehr, in eineinhalb Jahren irgendwo eine ähnliche Stelle zu finden. Es wird ein komisches Gefühl sein, nur noch 2 bis 3 Mal im Monat schreiben zu können... Ich versuche, mir möglichst viel aufzuschreiben über die Produktionsabläufe, damit ich ohne grosse Schwierigkeiten eventuell wieder mal einsteigen kann.
Gestern war Weihnachtsessen – ich bin ja sonst nicht so gerne unter vielen Menschen und hasse das Gefühl, über irgend etwas plaudern zu müssen. Aber es war ein lustiger Abend, ich lernte meine Kollegen (Frauen waren sehr wenige anwesend – auffallend, wie gross der Männeranteil in der AZ-Belegschaft ist...) mal etwas besser kennen. Viele sehe ich ja sonst nur von weitem, obwohl sie auch beim „Foyer“ arbeiten. Und während der Bürozeit einfach so mol chli schwätze geht ja meistens nicht. Ganz anders als in der IKEA, wo wir uns ständig über Privates unterhalten haben. Aber dort war ja die Arbeit auch nicht ganz so anspruchsvoll... ;’) Mal schauen, ob ich nach dem Praktikum wieder dort anfangen werde. Ich vermisse den HotDog-Duft ehrlich gesagt nicht allzu sehr.
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