28. Dezember 2011

24. Dezember 2011

Die unsichtbare Zweite

Der Flug ist gebucht - mein Weihnachtsgeschenk an mich selber.

Ich habe Flüge gebucht und Mails geschrieben, Kontakte geknüpft und mich informiert. Sogar mein Essen für den ersten Inlandflug habe ich ausgesucht (malaysisch: Nasi Lemak), ich weiss, wann mein letzter Arbeitstag ist und mit wem zusammen ich den Abschiedsapéro machen werde. Auf meinem Laptop ist eine Packliste, die ich ständig aktualisiere.

Trotzdem ist es immer noch so, als würde ich das Ganze für jemand anderen planen. Für jemanden, der abenteuerlustig genug ist, sein gewohntes Umfeld für mehr als ein halbes Jahr zu verlassen. Jemand, der es so lange ohne seine Familie und seine Freunde aushält. Jemand, der Mut hat und stark ist und auf eigenen Beinen steht.

Wahrscheinlich werde ich am 26. Januar den Koffer zum Flughafen tragen, kontrollieren, ob der Pass da ist, die Tickets im Handgepäck checken und mich dann verwundert nach der Frau umsehen, die sich jetzt verabschieden und ins Flugzeug steigen sollte.

19. Dezember 2011

Wie immer.


Der Montagmorgen nach einem tollen Wochenende mit guten Freunden, neuen Bekanntschaften, super Musik in schönen Bars und Sonntagmittagplaudern in weniger schönen Restaurants - Aarau halt. Und jetzt: Schnee, Stille, Tee trinken, ein wenig arbeiten. Alles wie immer.

Es nicht aus dem Bett schaffen, mit den Katzen schmusen, Rechnungen bezahlen, O-Saft/Ovi/Nutellabrötli zum Zmorge. Die Wäsche wieder nicht machen, nicht staubsaugen, dafür die Küche putzen. Die Katzen knuddeln, immer noch im Trainer rumlaufen, ein paar längst fällige Mails schreiben und einen Punkt auf der To-Do-Liste streichen. Mich über den Schnee freuen und schöne Musik hören. Zwei Weihnachtsgeschenke planen. Ein Hörbuch fertig hören und dabei Sudoku lösen, eine Zeichnung machen. Ein Foto von der einen Katze machen, lachen. Die Ruhe geniessen und dass es noch nicht mal zehn Uhr morgens ist.

Alles wie immer. Noch fünf Wochen lang.

13. Dezember 2011

Sabaii dii

"Laoten essen alles, was Beine hat - ausser Tische und Stühle", heisst es in meinem Kulturschock-Laos-Büechli, mit dem ich mich auf meinen Aufenthalt vorbereite. Damit sei aber nicht genug, geht es weiter: "Auch Fische und Schlangen stehen prominent auf der Speisekarte." Das kann mich nicht schocken, gabs doch in Vietnam auch schon Schlangenwurst zum Znacht. Kein kulinarisches Highlight, für alle, die's intressiert, aber einen Versuch wars wert. (Und gäll Lam, wir behaupten heute noch, das Schlangenherz habe uns Superkräfte verliehen...)


Gebratene Reisfeldratten seien eine Spezialität in Laos, schreibt ein Reisender und liefert gleich ein Foto. "Salat mit lebenden Fischlein, die in der sauren Sauce ihre letzten Sprünge tun", hat ein zweiter Touri auf der Speisekarte gefunden. Er hat dann aber doch beschlossen, gegrilltes Poulet mit Klebreis zu essen.

In dem laotischen Kochbuch, welches ich zum Geburtstag bekommen habe, werden die exotischeren Zutaten der laotischen Küche beiseite gelassen. Unreife Papaya und Kaffir-Limettenblätter sind in etwa das einzige, was mir an den Rezepten aufgefallen ist. Und so bin ich umso neugieriger, wie das Essen in Laos sein wird - ob es ähnlich ist, wie ich es aus Malaysia und Vietnam schon kenne? Da waren zwar viele Speisen exotisch, einige Geschmäcker ungewohnt, aber das meiste schmeckte hervorragend. Und mit Nudelsuppe oder Fisch zum Zmorge habe ich absolut kein Problem.

Vielleicht gehören Insektenspiesse und Ameiseneier aber tatsächlich zum festen Speiseplan und der Grund, weshalb die Laoten keine Tische und Stühle essen, ist schlicht, dass sie keine haben. Schliesslich isst man dort am Boden. Dann werde ich alles probieren und hoffen, dass es sich beim Laos-Food um eine kulinarische Offenbarung handelt. Oder aber, dass genug Beer Lao serviert wird, um die Insekten runterzuspülen.

"Sabaii-dii" - en Guete!