Der Kühlschrank ist voll: Nicht verkaufte Guetzli und Danish Pastries aus der Bäckerei, zwei Kuchen, die wir beim Picknick am Sonntag vergessen haben zu essen, ein Lotusblütenstiel, eine Packung Philadelphia (kriegt man hier nicht, muss jemand aus Thailand mitgebracht haben), ein Plastikbeutel voller Sticky Rice, ein Schüsselchen Reisnudeln, ein Schüsselchen Poulet-Gemüse von gestern abend. Der aufmerksamen Beobachterin ist bei dieser Beschreibung nicht entgangen, dass Früchte fehlen. Ich hab gestern vergessen zum Markt zu gehen, deshalb "musste" ich heute ein Danish mit Vanillecreme und Blaubeerkonfi zum Zmorge essen. Und hole das mit den Vitaminen jetzt nach: Während ich langsam auf Arbeitsmodus schalte - es gilt, die allerletzte Doppel-Lektion vorzubereiten - steht vor mir eine grosse Schüssel Wassermelone, Mango und Papaya. Dazu Tee mit frischem Ingwer.
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| Wir sind so verwöhnt hier. |
Letzter Unterrichtstag, am Freitag Party für die Lehrlinge, die für ein paar Wochen nach Hause gehen und gleichzeitig der erste Abschied von Mitarbeiterinnen, die mir ans Herz gewachsen sind. Momentan laufe ich also ständig mit der Fotokamera herum, um alles abzulichten, was mir irgendwie fehlen könnte.
Die manchmal unglaublich unangebrachten, aber auch unglaublich lustigen Gespräche beim Znacht zum Beispiel. An manchen Tagen sind alle einfach nur müde, an manchen Tagen kann sich die Müdigkeit aber auch zu Tischgesprächen wie dem Folgenden auswachsen.
| "Wisst ihr, es sah aus wie Schoko-Milchshake! Die Farbe, die Konsistenz, und wie es im Tank blubberte." |
| "Ab sofort müssen also alle ihr Geschäft zu Hause erledigen. Oder Plastikbeutel mitbringen und sie danach im Müll entsorgen." |
(Eigentlich sollte dieser Beitrag ja in eine leicht andere Richtung gehen. Aber vielleicht ist sie gar nicht so anders: Wenn wir Fotos von der Schule und den Leuten hier auf Facebook posten, kommen erstaunlich viele Kommentare von Leuten, die nur kurz mal auf Besuch waren. Offenbar geht es allen so wie mir: Dieser Ort ist wie eine Insel, wo jeder willkommen ist, der bereit ist, sich darauf einzulassen. Eine Familie, in der man sich selber sein kann. Man muss sich hier einfach wohl fühlen!)
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The fridge is full: Cookies and pastries that weren't sold, two cakes that we forgot to eat at the picnic on Sunday, a lotus flower, Philadelphia cheese (which you don't get here. Someone must have bought it in Thailand), a plastic bag full of sticky rice, a bowl with rice noodles and one with chicken vegetable leftovers from yesterday. The attentive observer has noticed what's missing: fruit. I forgot to go to the market yesterday, so I "had to" eat a vanilla blueberry danish for breakfast today. And get my vitamins now: While I'm slowly switch into working mode (I have to prepare the last two lessons) I eat a huge bowl of watermelon, mango and papaya. And drink fresh ginger tea.
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| Yes, our bakery spoils us. |
The sometimes really inappropriate, but also really funny team dinners, for example. Some nights we are just tired, and some nights the tiredness can grow into hilarious dinner conversations like the following.
| "You know, it looked like chocolate milkshake! The colour, the texture and how it bubbled in the tank!" |
| "So from now on it's forbidden to do your business at school. Or you have to bring a plastic bag and dispose of it." |
(Initially, I wanted this post to go in a slightly different direction. Or maybe it's not even so different. When we post pictures of the school and of the people here on facebook, there are many comments of people who were just here for a short time. Apparently everyone who was here once feels the way I feel: This is a place where everyone is welcome who is willing to get involved. It's like a family, where you can be yourself. You can't but feel at home here!)

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