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24. Juli 2012

Sh*t

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Der Kühlschrank ist voll: Nicht verkaufte Guetzli und Danish Pastries aus der Bäckerei, zwei Kuchen, die wir beim Picknick am Sonntag vergessen haben zu essen, ein Lotusblütenstiel, eine Packung Philadelphia (kriegt man hier nicht, muss jemand aus Thailand mitgebracht haben), ein Plastikbeutel voller Sticky Rice, ein Schüsselchen Reisnudeln, ein Schüsselchen Poulet-Gemüse von gestern abend. Der aufmerksamen Beobachterin ist bei dieser Beschreibung nicht entgangen, dass Früchte fehlen. Ich hab gestern vergessen zum Markt zu gehen, deshalb "musste" ich heute ein Danish mit Vanillecreme und Blaubeerkonfi zum Zmorge essen. Und hole das mit den Vitaminen jetzt nach: Während ich langsam auf Arbeitsmodus schalte - es gilt, die allerletzte Doppel-Lektion vorzubereiten - steht vor mir eine grosse Schüssel Wassermelone, Mango und Papaya. Dazu Tee mit frischem Ingwer.

Wir sind so verwöhnt hier.

Letzter Unterrichtstag, am Freitag Party für die Lehrlinge, die für ein paar Wochen nach Hause gehen und gleichzeitig der erste Abschied von Mitarbeiterinnen, die mir ans Herz gewachsen sind. Momentan laufe ich also ständig mit der Fotokamera herum, um alles abzulichten, was mir irgendwie fehlen könnte.

Die manchmal unglaublich unangebrachten, aber auch unglaublich lustigen Gespräche beim Znacht zum Beispiel. An manchen Tagen sind alle einfach nur müde, an manchen Tagen kann sich die Müdigkeit aber auch zu Tischgesprächen wie dem Folgenden auswachsen.

Andrew: "Heute sind wir drei Dinge losgeworden."
(Während er nach den richtigen Worten sucht, wissen wir schon,
was kommt: Offenbar geht, was ins Klo geht, nicht ins Abwasser -
natürlich, wir sind in Laos, es gibt keine Kanalisation -,
sondern muss mit einem Tank geleert werden.
Nachdem das Klo im Erdgeschoss die gesamte
letzte Woche verstopft war, hat es der Hausbesitzer gestern
endlich geschafft, einen entsprechenden Lastwagen
vorbeizuschicken.)

"Der Tank war so bis obenhin voller *+&%$`@, dass der Lastwagen
zu klein war und nochmals zurückkommen musste."
Während der ganzen Zeit ging ein dicker Schlauch von der
Besenkammer hinter dem Bad durch die Küche
und dort zum Fenster hinaus.
"Wisst ihr, es sah aus wie Schoko-Milchshake!
Die Farbe, die Konsistenz, und wie es im Tank blubberte."

"Ab sofort müssen also alle ihr Geschäft zu Hause erledigen.
Oder Plastikbeutel mitbringen und sie danach im Müll entsorgen."

(Eigentlich sollte dieser Beitrag ja in eine leicht andere Richtung gehen. Aber vielleicht ist sie gar nicht so anders: Wenn wir Fotos von der Schule und den Leuten hier auf Facebook posten, kommen erstaunlich viele Kommentare von Leuten, die nur kurz mal auf Besuch waren. Offenbar geht es allen so wie mir: Dieser Ort ist wie eine Insel, wo jeder willkommen ist, der bereit ist, sich darauf einzulassen. Eine Familie, in der man sich selber sein kann. Man muss sich hier einfach wohl fühlen!)


*

The fridge is full: Cookies and pastries that weren't sold, two cakes that we forgot to eat at the picnic on Sunday, a lotus flower, Philadelphia cheese (which you don't get here. Someone must have bought it in Thailand), a plastic bag full of sticky rice, a bowl with rice noodles and one with chicken vegetable leftovers from yesterday. The attentive observer has noticed what's missing: fruit. I forgot to go to the market yesterday, so I "had to" eat a vanilla blueberry danish for breakfast today. And get my vitamins now: While I'm slowly switch into working mode (I have to prepare the last two lessons) I eat a huge bowl of watermelon, mango and papaya. And drink fresh ginger tea. 

Yes, our bakery spoils us.
It's the last day of teaching today, on Friday there will be a party for the students who go home for a few weeks, and I'll have to say goodbye to some co-workers. At the moment I'm carrying around my photo camera everywhere and take pictures of everything that I could be missing back home. 

The sometimes really inappropriate, but also really funny team dinners, for example. Some nights we are just tired, and some nights the tiredness can grow into hilarious dinner conversations like the following.
Andrew: "Today, we got rid of three things."
(While he's searching for words we know what's next.
Apparently what goes into the toilet doesn't go straight to
the drainage system - of course, we're in Laos, what
drainage system? - but there's a tank that has to
be emptied. After one of the toilets has been blocked
the entire last week the house owner finally managed
to send a tank truck yesterday.)
"The tank was so full of *+&%$`@ that the truck
was too small and had to come back later."
During the whole procedure a big hose went from behind
the bathroom through the kitchen and out the dining
room window.
"You know, it looked like chocolate milkshake!
The colour, the texture and how it bubbled in the tank!"
"So from now on it's forbidden to do your business at school.
Or you have to bring a plastic bag and dispose of it."

(Initially, I wanted this post to go in a slightly different direction. Or maybe it's not even so different. When we post pictures of the school and of the people here on facebook, there are many comments of people who were just here for a short time. Apparently everyone who was here once feels the way I feel: This is a place where everyone is welcome who is willing to get involved. It's like a family, where you can be yourself. You can't but feel at home here!)

21. Juli 2012

Strike!

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Der Tag fing schlecht an.

Ich wartete auf Leute, die zu spät dran waren. Und die das scheinbar überhaupt nicht kümmerte. Warum überhaupt eine Zeit abmachen, wenn alle ausser der Schweizerin dann doch noch am Wäsche waschen, Haare färben oder Sachen zusammensuchen sind? Die Decke fiel mir auf den Kopf, während ich fluchend im Zimmer sass und mir die Wartezeit vertrieb. Also ging ich ins beste Café von Paksé, nicht ohne auf dem Weg meinem Ärger am Telefon mit einem der Unpünktlichen Luft zu lassen.

Danach fühlte ich mich noch schrecklicher, weil ich mir Vorwürfe machte, dass ich das Ganze nicht einfach locker nahm. Schliesslich hatte ich noch nicht mal 20 Minuten gewartet. Ich bestellte mir einen Mekong Mocha und betete schliesslich innerlich, dass es so bitte nicht weitergehen könne. Schliesslich lag ein ganzes Wochenende mit ebendiesen unpünktlichen, aber liebenswürdigen Freunden vor mir, die ich bald für lange Zeit nicht mehr sehen würde. Ich hörte Gottes Antwort fast laut hörbar: "Also komm, fangen wir nochmals neu an."


Fünf Minuten später traf eine der Unpünktlichen ein, nochmals fünf Minuten später die zweite. Nach dem Kaffee nahmen wir in der brütenden Hitze ein Tuk-Tuk zur Vietnamese Lao Trade Fair - einem Markt mit Essen, Kleidung, Spa-Produkten und Schmuck. Josh hatte mir per SMS versprochen, dass bald alles wieder "sunshine and rainbows" sein würde, und tatsächlich:


Geschenk von meiner liebsten Aussie-Freundin Kim :) Der Markt war toll. Zwar schmolzen wir alle fast dahin in der Hitze, aber dagegen kann man ja Eiskaffee trinken:



Der Tag wurde besser und besser, längst war aller Ärger weg. Kartenspielen mit Josh, Bowlen mit der ganzen Lehrlings-Truppe, Spaghetti, Glacé essen bei Icy Pooh, Wein trinken bei Kim. Herrlich. Morgen gehen wir alle zusammen an einen Wasserfall, picknicken. Alle alle, 40 Leute, Laoten und Falang. Familie. Strike!



*

The day had started really bad. 

I was waiting for people who were late. And who didn't seem to care about it, at all. Why even bother to set a time when no one can make it by then, except for the Swiss girl who's never late? I was stuck in my room, swearing, trying to kill time. So I decided to get out and go to Paksé's favourite café, yelling at one of my friends on the phone while I was walking. 

After that, I felt even worse because I thought I should just take it easy and I couldn't. I hadn't even been waiting for 20 minutes, I don't know why it affected me so much! I ordered a Mekong Mocha and prayed silently that the day couldn't go on like that, come on, please. After all, I was looking forward to an entire weekend with those unpunctual but dear friends, whom I wouldn't see for a long time soon... I could almost hear God speaking aloud: "Okay, let's just start over!" 



 Five minutes later, one of my friends arrived, ten minutes later the other. After coffee we hailed a Tuk-Tuk to the Vietnamese Lao Trade Fair. A fair where you could buy clothes, souvenirs, jewellery, food... Josh had promised me that soon everything would be "sunshine and rainbows", and indeed: 



A gift from my dear Aussie friend Kim :) The fair was great. Even if we were melting away in the heat. But that's what iced coffee is for: 



The day was getting better and better, I'd long forgotten my anger. Playing cards with Josh, bowling with all the Lao students, Spaghetti, ice cream at "Icy Pooh", a drink at Kim's place. Wonderful! Tomorrow we're all going to a waterfall for a picnic. Everyone, 40 people, Laotians and Falangs. Family. Strike!

24. Juni 2012

Long Distance Relationship


Zeitverschiebung Laos - Dom Rep: 11h

Hier Abendessen, dort Zmorge.