13. Juli 2012

Augen zu und zubeissen.

Alles was kreucht und fleucht, kommt in Laos auf den Teller. Wenn irgendwo eine Kröte, ein grosser Gecko oder eine Schlange vorbeihuscht, kommt es öfter vor, dass meine laotischen Kollegen sagen: "Ach, als Barbecue ist das ganz gut!" Frosch habe ich bereits probiert, Schlange hatte ich schon mal in Vietnam, Insekten gibts hier seltener. Wahrscheinlich ist auch die lachende Kröte von Dienstagnacht am nächsten Tag im Kochtopf unserer Lehrlinge gelandet. Wenn sie sich nicht aus dem Staub gemacht hat. Mit Kröten machen die Laoten kurzen Prozess: Mit einem Fleischklopfer oder einer Pfanne ein paarmal draufhauen und ab in den Topf. Klingt lustig und eklig, kann aber je nach Krötenart auch giftige Folgen haben...

Unsere Haushälterinnen kochen meist eine Art Thai-Western Fusion Food. Und die umliegenden Restaurants, die eine englische Speisekarte haben, servieren ebenfalls kein sehr exotisches Essen. Umso mehr freute ich mich heute, als jemand original laotisches Essen aus der Beiz nebenan mitbrachte.


"Tam Luam" - "mit allem": Nudeln, Bohnen, Erdnüsse, Krabben. Chilis, natürlich, Tomaten und anderes Gemüse. Gewürzt wie jede laotische Mahlzeit mit Padek, der stinkigen Fischsauce.


Dazu klare Suppe mit geronnenem Blut, das wie dunkles Tofu aussieht und auch Tofu-ähnlich schmeckt. 



Zuerst wollte ich die Krabbenbeine beiseite schieben, weil man die ja unmöglich essen kann. Weit gefehlt. Also Augen zu und zubeissen. Knusprig, aber überraschenderweise nicht mal knackiger als die Erdnüsse! Seap lai, sehr gut. 


Ich mag überraschendes Essen. Neues entdecken, das andere niemals probieren würden, weil es ungewohnt aussieht. Auch mal ein Risiko eingehen, den einheimischen Freunden vertrauen, wenn sie einen in eines ihrer Stammrestaurants einladen und dort Hühner auf den Tischen rumhüpfen. Oder mit einer Gruppe von Leuten von Hand aus einer gemeinsamen Schüssel essen. Zum Glück habe ich einen starken Magen und bin bisher selten krank geworden. Auch nach dem nächtlichen Ausflug in die kleine Beiz am Strassenrand nicht.

Irgendwie schade, dass es solche Abenteuer bei uns in der Schweiz nicht wirklich gibt. Eines verspreche ich: Auch wenn ich bald Vegetarierin werde - diesen Herbst probiere ich Metzgete.

WC-Papier dient als Serviette. Sogar im Restaurant :)



Creepy-crawlies are food in Lao. When there's a toad somewhere, a big gecko or a snake, it often happens that a Lao person tells you: "You know, barbecued, this tastes really nice!" I've tried frog, I ate snake once in Vietnam. Insects though are not that common as food here in Paksé. It wouldn't surprise me if the smiling frog from the other night would have ended in the pot of our housekeeping students the next day. If it wasn't clever enough to get away in time... If Lao people find a toad in their yard, they smash it with a frying pan or a wooden stick and toss it into the cooking pot. Sounds funny and gross, but apparently people in the villages fall sick quite often because of poisonous toad species. 

Our housekeepers mostly cook some kind of Thai Western fusion food. The restaurants that we go to, the ones that have a menu that we can read, don't serve very exotic dishes either. That's why I was eager to try the original Lao food that one of our staff bought next-door. 


"Tam Luam" - "with everything": beans, noodles, chilies of course, tomatoes, peanuts and crabs. Seasoned, as every Lao meal, with the smelly fish sauce they call padek. 


With that we had a clear soup with clotted blood that looks and tastes like dark tofu. 



At first, I wanted to thrust the crab legs aside - you couldn't possibly eat them. Wrong: you can. Eyes closed, I put a spoonfull in my mouth. Mmmh - crispy, but not crunchier than the peanuts! Seap lai, very nice. 


I like surprising food. Discovering new tastes and things that others wouldn't even try because they look funny. I like taking a risk and trusting my local friends, even if they invite me to a restaurant where there are chicken jumping across the tables. Or to eat with a group of people out of one common bowl, by hand. Thanks to my iron stomach, I've rarely been sick here. 

Sad, somehow, that we don't have many adventures like that in Switzerland. One thing I promise: Even if I'm going to be a vegetarian - this fall I'm going to try "Metzgete" (freshly butchered meat, usually blood and liver pudding, pig ears, cow tongue and stuff like that).  

Toilet paper is used as napkins. Even in restaurants :)

1 Kommentar:

fa hat gesagt…

GO FOR METZGETE ;)