Ich kann mich noch an das erste Buch erinnern, das ich besprochen habe. Ich war damals in der Bezirksschule im Leseclub der Bibliothek, wir erhielten die Gelegenheit, für ein Jugendheftli Bücher zu besprechen. Ich freute mich schon sehr auf das Buch, das mir zugeschickt werden sollte, und war etwas enttäuscht, als ich sah, dass es sich um eine Art Umweltschutzkrimi handelte, in dem nur Jungs vorkamen. Das zweite Buch gefiel mir viel besser. Es hiess "Shylocks Tochter" und handelte von der Tochter des "Kaufmanns von Venedig" aus Shakespeares Drama. Sie brach mit ihrem Liebhaber aus dem Ghetto aus.
Jetzt gehört es auch zu meiner Arbeit, Bücher zu besprechen. Natürlich keine Romane, sondern Bücher rund um Kunst und Kultur. Beispielsweise Künstlerlexika oder Monografien. Das Schöne an Buchbesprechungen ist, dass man die Bücher behalten kann. Etwa eine schöne Publikation zum Thema Kinder im Museum oder eine Art kulturelles Kochbuch. Und dass man sehr viel lernen kann, wenn man sich ein wenig einarbeitet. Ich beisse mich gerade durch einen zweieinhalb Kilo schweren Schinken, der sich alles andere als einfach und unterhaltsam liest. Erinnert mich an die STH-Texte… Dafür bin ich nachher viel schlauer :)
Ein Fehler, den ich oft gemacht habe, war, die Kritik in einen Absatz am Schluss zu packen. Dann stand da, irgendwie angehängt, zum Beispiel: "Obwohl das Buch viele schöne Abbildungen enthält, kann man sich darin schwer zurechtfinden. Es bleibt bei einem netten Versuch." (Das ist jetzt nur so ein zusammengestiefelter Satz, als Beispiel.) Ist natürlich schlecht, wenn im ganzen Artikel eher beschrieben wird und ich dann am Schluss noch schreibe, ob ich es eigentlich gut gefunden habe oder nicht. Das ist mir aber lange nicht selbst aufgefallen, bis mir Sabine (meine Chefin) mal gesagt hat: "Sätze wie dieser gehören auf den Index".
Mir fehlt gute Musik. Ich höre zwar nicht die ganze Zeit, aber doch etwa zwei Stunden täglich Musik beim Arbeiten, und die 1898 Songs auf meinem iPod sind einfach langsam durch… Vor allem muss ich mal all diejenigen, die ich sowieso immer weiterspule, löschen. Outkast höre ich definitiv nie mehr. Und irgendwie ist mir Lauryn Hills Unplugged-Album auch langsam verleidet.
Morgen mach ich mal es Bsüechli beim Musikredaktor. Mal sehen, ob er mir was ausleiht.
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