Uff- Atempause. Bisher konnte ich gerade mal drei Bissen meines Sandwiches vor dem Bildschirm vertilgen, seit halb neun bin ich an der Produktion. Texte zusammensuchen, mit dem Layouter die Seite organisieren, Bilder downloaden und schneiden, Texte formatieren und redigieren. Zwischendurch die Agenturmeldungen im Auge behalten und die Mailbox verwalten, wo täglich bestimmt gegen 50 Mails eintrudeln. Um halb elf war Redaktionssitzung, normalerweise dauert die eine Viertelstunde. Ich hatte ganz vergessen, dass am Montag natürlich Wochensitzung ist, das heisst, jeder Tag, jedes Ressort wird nacheinander durchgegangen (deshalb war die Sitzung auch erst nach einer guten Stunde fertig…). Da erfährt man, wann das Inland eine Bundeshausgeschichte bringt, wann wichtige Matches stattfinden und was die Special-Interest-Leute geplant haben. Also spannend - wenn man denn mithalten kann bei all den kurzen Infos und Insidersätzen. Was dem Blattmacher, der immer den Überblick hat und über sämtliche Tageszeitungen und Geschehnisse super im Bild ist, nach einem halben Satz klar ist, habe ich oft am Ende der Diskussion immer noch nicht geschnallt.
Mittlerweile sind die ersten beiden Seiten abgegeben, wovon ich eine machen musste. An der dritten sind wir noch dran, der Kulturredaktor einer unserer Partnerzeitungen (Basellandschaftliche Zeitung) arbeitet noch an einem Artikel. Weitere Partnerzeitungen sind das Limmattaler Tagblatt und die Solothurner Zeitung. Das heisst, viele der Seiten sind identisch, so etwa Ausland, Kultur und Special-Interest. Andere werden kantonal angepasst, und auch das Layout ist nicht genau gleich.
Um vier Uhr ist Kultur-Redaktionsschluss und nochmals Sitzung, wir sagen dann meistens, dass die Seiten fertig sind, wie am Morgen angekündigt. Die anderen, Inland, Aargau etc. wissen um diese Zeit natürlich schon erheblich genauer als am Morgen, was sie schreiben. Sie haben auch später Redaktionsschluss, das letzte Ressort ist der Sport, weil da bis abends was läuft, was am nächsten Tag gelesen sein will.
(Später)
Jetzt ist halb fünf, ich war an der Sitzung, habe den Artikel aus Basel gegengelesen und nochmals die Post geleert. Der Stress ist jetzt vorbei. Trotzdem hat es Spass gemacht, ich habe heute wieder mal sehr viel gelernt, weil ich doch erst zweimal Produktionsdienst hatte. Mit dem Layoutwerkzeugen kenne ich mich immer noch nicht so genau aus, weil man da einfach etwas mehr praktische Übung braucht. Doch mittlerweile weiss ich, wer welche Briefe und Mails kriegt, was alles an einem Word-Text, den man ins Layoutprogramm kopiert, geändert und redigiert werden muss und was in den Untertitel und die Veranstaltungs- bzw. bei Büchern und CDs in die Produkthinweise gehört.
Jetzt "gönne" ich mir noch ein "Kombucha", sie sind ja schon etwas speziell, diese "Kräuterteegetränke" für "Reinheit und Gleichklang für Körper und Geist". Wir haben so eine Art Kombucha-Adventskalender bekommen, an jeder der 24 Flaschen in der Harasse hängt eine Zahl und hinten drauf steht was, was ich aber nicht gelesen habe. Überhaupt kriegt ein Teil der Redaktion, Lifestyle, Leben und so, eine Menge "Müsterli": Dann gibt es so eine Kiste, wo man sich bedienen kann. Habe ich das schon erzählt? Von Kosmetika, Jeans, Büchern bis zu Weihnachtsschmuck gibt es dort alles. Sogar etwas, wovon ich zuerst meinte, es sei ein Schwingbesen - ein Gerät zur Kopfhautmassage.
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