3. November 2006

cena et labora

(speise und arbeite)

Den ganzen Tag an der Kasse stehen, hunderte Male mit der Zange in der rechten Hand ein Wienerli nehmen, ins Brötli in der Linken legen und über den Tresen reichen. Kisten mit Brötchen, Wienerli und Panzerotti im Lager aus dem Kühlraum holen, auf ein Palett stapeln, mit dem Rolli durch das halbe Gebäude navigieren und schliesslich die ganzen Kisten an den richtigen Ort tragen. Sich bücken, ein Blech aus dem Kühlfach nehmen, in den Ofen schieben und die Ofentüre zuknallen. Auf Nachfrage eines Kunden zum Kühlregal schlendern und nachschauen, ob es wirklich schon wieder keine Princess-Torten mehr hat.

Und jetzt: sitzen, lesen und tippen. Hin und wieder jemanden was fragen gehen, aufs Klo, oder was aus dem Drucker holen. Kein Wunder, muss ich diesen Bewegungsmangel mit ständigem Naschen kompensieren. Nach jeder halben Stunde konzentrierter Arbeit plagt mich ein Hüngerchen: Manderindli, Trauben und Balisto, und in den ersten zwei Praktikumswochen habe ich fast pausenlos Schokolade gefuttert.

Hinzu kommt, dass das ständige Sitzen dem Rücken überhaupt nicht gut tut. Bisher hatte ich zwar keine Probleme, habe mich aber im Netzt schon ein wenig schlau gemacht. Voilà.

"Ein wichtiger Beitrag zur Vorbeugung von Schäden ist das "dynamische Sitzen". Dynamisches Sitzen verlangt nach häufigem Ändern der Sitzposition, dem Wechsel zwischen vorderer und hinterer Sitzposition, Einbeziehung einer körpergerechten Rückenstütze und Nutzung der gesamten Sitzfläche. Dynamisches Sitzen entlastet die Wirbelsäule, entspannt die Muskulatur, die inneren Organe werden nicht eingeengt, der Stoffwechsel wird gefördert, und es kommt nicht zu Ermüdungen.

Der Komfort moderner Büros verleitet zum Sitzenbleiben bei der Arbeit. Deshalb sollte man sich trotz bester Qualität des Sitzmöbels hin und wieder selbst zum Aufstehen und Bewegen motivieren. Hier einige Tipps:

Schon fünf mal an einem langen Nachmittag kurz aufstehen und zwei Meter zum nächsten Schrank gehen kann den Kreislauf wieder in Schwung bringen.
Ich gehe sogar die zehn Meter zum Drucker zu Fuss, anstatt sie im Bürostuhl zurückzulegen! Pluspunkte!


Öfter mal im Stehen Telefonieren – das lockert nicht nur den Körper.
Naja. Mein Telefon klingelt höchstens einmal pro Tag, und selbst jemanden anrufen musste ich bisher auch nicht viel öfter.


Sich einfach mal den Luxus gönnen, einige Arbeiten im Stehen zu erledigen – zum Beispiel das Sortieren von Unterlagen oder das Notieren erster kreativer Ansätze mit lockerer Hand.
Kreativität ist momentan bei mir nicht gerade in rauhen Mengen vorhanden. Glücklicherweise ist jetzt Wochenende.


Und jetzt alle zusammen:

Übung 1
Beginnen Sie, indem Sie sich im Sitzen zurücklehnen und erst einmal räkeln und strecken. So werden kleine Verspannungen gelöst.

Übung 2
Im aufrechten Sitz verschränken Sie die Hände im Nacken und drehen den Oberkörper langsam nach rechts und links.
Die Übung trägt zur Mobilisation der Brustwirbelsäule bei.

Übung 3
Im aufrechten Sitz strecken Sie die Arme nach oben und greifen abwechselnd mit den Händen zur Decke.
Mit dieser Übung sollen Verspannung gelöst werden.

Übung 4
Im aufrechten Sitz kreisen Sie mit den Schultern einige Male langsam von vorne nach hinten und dann von hinten nach vorne.
Die Muskulatur des Schultergürtels wird gedehnt. Verspannungen werden gelöst.

Versuchen Sie, ein oder zwei Übungen in Ihren Tagesablauf einzubauen. Sie können selbst am besten entscheiden, welche Übungen Ihnen gut tun und wann Sie die Übungen durchführen möchten."

(www.buero-forum.de)

Meine persönliche Übung momentan: Ich zwinge mich dazu, die Beine beim Sitzen nicht übereinander zu schlagen. Schliesslich sollen sie auch in zwanzig Jahren noch schön sein.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

übung 1:
erfolgreich ausgeführt

übung 2:
bürogummi-wirbelsäulen schreien auf
versuche nicht zu schummeln, will heissen: mit hilfe des bürostuhls hin und her drehen .doofiübung.

übung 3:
eindeutig verspannungen im schulternbereich (dem trapezbereich)

übung 4:
jep, es kalkt