22. Dezember 2006

Echte Kerle mit Schosshündchen

Heute Morgen habe ich einen winzigen Hund gesehen. Einen Chihuahua, glaube ich. Total aufgeregt und lustig konnte er keine Sekunde stillstehen. Er hatte eine hellrosa Leine und gehörte einem jungen Mann mit Springerstiefeln, Hosen im Camouflagemuster, Kahlkopf und diversen Piercings.

Vor dem Aufwachen habe ich schlecht geträumt. Ich träumte, ich sei in der Schule, und wir hätten aus Ton etwas formen müssen. Ich habe einen Kopf gemacht, er gelang mir, wie ich fand, und habe ihn nach der Stunde sorgfältig eingewickelt und in den Schrank gestellt. Als ich aber am nächsten Tag wieder zum Schulhaus kam, stand der Kopf auf seinem kleinen Sockel vor der Tür, umgedreht, zertreten und schmutzig. Ich war so enttäuscht.

Als ich aufwachte, war ich immer noch ganz traurig. Eigentlich wollte ich danach gar nicht aufstehen. Natürlich musste ich trotzdem, zog das tolle I-Ah-(der Esel von Winnie Puh)-T-Shirt an, das ich zum Geburtstag bekommen habe, und wieder mal die bequemen Turnschuhe. In letzter Zeit trug ich zur Arbeit immer die "schönen", die aber beim Gehen so nervig klacken.

Auf dem Weg nach Baden hörte ich ein paar Podcasts, noch keine schwere Kost, den (diesmal weihnachtlichen Schlummer-)Kinderpod von Niklas, die PodParade von Annik Rubens und Hoppes Welt. Letzterer schaffte es dann mit seinem aufgedrehten Geblödel, mich etwas aufzuheitern. Bei der Schneiderei neben dem AZ-Hochhaus schaute ich beim vorübergehen durchs Fenster, deren Atelier ist rundherum verglast und ich finde das so schön, wie dort vom frühen Morgen an konzentriert genäht und gebügelt wird. (Ich habe mich ja übrigens letzte Woche auch einen ganzen Abend lang mit der Nähmaschine herumgeplagt, Weihnachtsgeschenk für jemanden - gsehsches denn…) Die Kleider, die im Eingangsbereich des Ateliers ausgestellt sind, sehen auch immer wunderschön aus. Schliesslich stieg ich die Treppe hoch zum Büro und warf mich in meinen Bürostuhl.

Es sind heute nur wenig Leute im Büro, die meisten haben schon Ferien. Judith, die Layouterin hat die "besten Gipfeli aus ganz Zürich" mitgebracht und die Stimmung ist locker. Überhaupt gibt es hier immer wieder etwas Feines zu essen: Von der Cola-Firma haben wir aus einem unerfindlichen Grund ganz leckere Schoggifläschli bekommen, die wie die roten Frigor-Kugeln schmecken. Das Filmfestival Locarno hat einen Panettone geschickt, den ich gestern immer wieder zudecken musste weil ich bei dem starken Geruch nicht arbeiten konnte, und am Montag hat der Musikredaktor (fast) selbst gebackene Brownies gebracht.

In diesem Sinne - nehm ich noch einen Schluck Grüntee aus meinem weihnachtlich designten Thermosbecher, wünsche euch schöne Festtage und hoffe, dass ihr euch nicht von dem ganzen blöden Konsumrummel habt einwickeln lassen.

Noch ein paar Lesetipps für die Ferien, d.h., was ich gerade lese, gelesen habe oder vorhabe, zu lesen:

Morels Erfindung (Adolfo Bioy Casares) - fantastisch und fesselnd
Harry Potter and the Half Blood Prince (Joanne K. Rowling) - amusing
Die Bibliothek von Babel (Jorge Luis Borges) - gehirnwindungenanregend
On Beauty (Zadie Smith) - alle drei Wochen wieder ein paar Seiten
Das Siebte Kreuz (Anna Seghers) - noch nicht angefangen

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Alsoichmeldemichauchwiedermalauf dieseArt. Binimmerwiedergespannt wasausdeinerFederzulesen.Duwarst indenletztenMonatenziemlich produktivaufqualitativhohemNiveau. DassesdirSpassmachtmerktman.
Bleibthoffentlichnochlangeso.
pa