31. Oktober 2012

Von krummen Gurken und Salat mit Geweih

Mit all den Lebensmitteln, die in Europa und Nordamerika weggeworfen werden, könnten alle Hungernden der Welt (1 Milliarde Menschen) versorgt werden. Dreimal.

Das Zitat stammt aus dem Film "Taste the Waste", den ich heute gesehen habe. Berge von Brot werden nach Ladenschluss weggeworfen, Gurken aussortiert, weil sie zu krumm für den Verkauf sind, und eine Packung Reis wandert auf den Müll, weil die Kartonlasche oben offen ist. Nicht, weil die Hersteller das so wollen, sondern weil wir Konsumenten keine angetätschten Tomaten wollen und halt mehr gerade als krumme Gurken in eine Kiste passen, was sich positiv auf den Preis niederschlägt.

Bild: "Taste the Waste"

In unserer WG werfen wir inzwischen sehr wenig Lebensmittel weg, die ungeniessbar geworden sind. (Die wir haben ungeniessbar werden lassen, müsste man richtigerweise sagen, wie etwa die Dose Litschis, die seit einem Jahr abgelaufen ist und beim Öffnen diese Woche tatsächlich etwas komisch gerochen hat.) Und spätestens seit diesem Film hätte ich dabei noch ein schlechteres Gewissen. Wenn unsere Grosseltern, die noch gelernt haben, mit Essen sparsam und vernünftig umzugehen, von dieser Verschwendung wüssten, bekämen sie einen Herzinfarkt.

Helft doch auch mit, Lebensmittelabfall zu vermeiden! Bewusster konsumieren heisst auch, zurück zur Natur: Im Winter wachsen in der Schweiz eben keine Peperoni. Und überhaupt, Biogemüse aus der Region schmeckt viel besser als importiertes Gemüse. Hier gibts Rezepte mit Wintergemüse.

Von unserem Bio-Abo habe ich ja bereits geschwärmt. Ausser Milch, Käse, Brot und Eiern (die wir auch übers Bio-Abo bestellen könnten) kaufen wir durch das viele Gemüse, das "weg muss", gar nicht mehr so viel ein. Und essen gesünder als früher. Heute haben wir wieder einen kleinen Kürbis bekommen, den man nicht mal schälen muss; was für mich Unbekanntes, das sich "Hirschhornwegerich" nennt und im Salat super schmeckt; Nüsslisalat, Rüebli, Lauch, und so weiter.

Hirschhornwegerich. Bild: www.rollender-garten.ch

Industriell verarbeitete Lebensmittel gibts bei uns praktisch nicht mehr. Dadurch können wir sehr genau entscheiden, was wir wollen und was nicht. Das heisst, ich kaufe gar kein Gemüse mehr aus Spanien, wo die Arbeitsbedingungen miserabel sind. Gibts halt keine Peperoni und keinen Broccoli im Winter. Gestern habe ich, zugegebenermassen, Kiwis aus Neuseeland gekauft. Eigentlich auch eine Unmöglichkeit, aber ich konnte diesmal nicht verzichten. Für mein Früchtemüesli am Morgen gibt es halt momentan nur noch ganz wenig Auswahl...

Warum auch in der Schweiz ein Drittel der Lebensmittel weggeworfen werden und wie man es im eigenen Haushalt vermeiden kann, erklärt die Website foodwaste.ch noch detaillierter.

Übrigens: Solidar Suisse und die Juso haben eine Petition gegen Lebensmittelspekulation am Laufen. Der Börsenhandel mit Lebensmitteln bewirkt, dass bei Preissprüngen die Ärmsten der Ärmsten nicht einmal mehr in ihrem eigenen Land produzierte Grundnahrungsmittel wie Weizen oder Mais kaufen können. Und wir in Europa den Überschuss dann doch wieder wegwerfen. Nicht nur in meinen Augen ist das ein Skandal. Also die Petition "Mit dem Essen spielt man nicht" ausdrucken und herumreichen zum Unterschreiben!

Bild: solidar.ch

28. Oktober 2012

(Jung)Kunst und ich. Plus: Songs für den Sonntag

In Laos am meisten vermisst habe ich Kunst und Kultur. In Paksé gibt es nicht einmal einen Buchladen. An meinem zweiten Tag zu Hause besuchte ich eine Ausstellung im nahegelegenen Kantonsspital (leider inzwischen vorbei). Viele der Werke berührten mich sehr. Max Matters Tuschebilder auf Japanpapier, mit denen er seine Migräneschmerzen bildlich darstellen will, geben mir das Gefühl, ansatzweise nachvollziehen zu können, was bei einem solchen Anfall abgeht.

Max Matter "Vorbot". Bildnachweis: KSA
Bitte auch weiterlesen - oder die nächsten Abschnitte übergumpen -, wenn du nichts mit bildender Kunst am Hut hat. Es kommt noch mehr.

Virginie Balabauds dokumentarischer Kurzfilm über eine alte Frau, die nichts wegwerfen kann und ganz vieles sammelt, weil sie gelernt hat, dass man es noch brauchen kann, wirkte auf mich sehr ambivalent: Einerseits stempelt man die Frau sehr schnell als "Messie" ab, andererseits hinterfragt man auch unsere Kultur des Wegwerfens und schnellen Konsumierens. Balabaud stellt die Frau so einfühlsam vor, dass es mich nicht kalt liess.

Filmstill aus Virginie Balabauds "Objets petit tas". Bild: KSA
Und Sonja Kretz' Werke, so rätselhaft sie auch sind, sprechen mich immer an. Die Lebendigkeit in ihnen, weil sie menschlichen oder tierischen Körpern gleichen, das Verletzte auch, weil sie oft zerschnitten sind, das rührt eine Saite in mir an und löst etwas aus, das ich ganz schlecht in Worte fassen kann.

Sonja Kretz "Hautschichten". Bild: KSA

So war ich gestern an der Jungkunst, einer Gruppenausstellung mit jungen Schweizer Künstlern in Winterthur (läuft noch heute Sonntag). Ich freute mich auf die Begegnung mit der Kunst, mit neuen Ansätzen und Perspektiven. Doch ich wurde enttäuscht - vieles liess mich kalt, und fast nichts packte mich so richtig.

Sarah Parsons' farbige Bilder im Raum freuten mich zwar, und wie präzis und zeichnerisch brillant Kornel Stadler Leute porträtiert und Fassaden erbarmungslos herunterreisst, ist erheiternd und beachtenswert. Michel Kiwics Kurzfilm im Kabäuschen berührte mich; seine "Misserfolge" und "Erfolge", kleine Skulpturen aus Gips, die er mit einem Assistenten vor Ort herstellt, gefallen mir. Weil sie aber so seriell sind, wird ihre Aussage gleich wieder in Frage gestellt. Philipp Hängers Drucke auf Gips/Holz finde ich visuell interessant. Doch sie lösen bei mir wenig aus.

Vieles fand ich gleich völlig irrelevant oder zumindest nur vordergründig interessant. Erwähnenswert ist Julia Geröcs' Malerei: Sie ist technisch hervorragend und inhaltlich vielschichtig. Vieles bleibt offen, geheimnisvoll oder nur angetönt, es geht um Macht, Sexualität, Körperlichkeit und die Bilder haben mich unweigerlich in ihren Bann gezogen.

Julia Geröcs, Bildtitel mir nicht bekannt. Bild: www.jungkunst.ch
Ähnlich ging es mir bei den Fotografien von Dominique Fleury:

Dominique Fleury, aus der Serie "The Robe". Bild: www.jungkunst.ch
Hier gehts weiter für die, die runtergescrollt haben. 

Bildende Kunst muss mich mittlerweile ganz tief berühren, damit ich sie gut finde. Hingegen begegne ich in letzter Zeit sehr viel Musik, die dies ganz einfach zu tun scheint. Wo ich vor ein paar Jahren noch wenig mit Musik anfangen konnte, ist sie mir heute sehr wichtig. Hier ein paar Songs für den Sonntag.






Übrigens auch ein toller Film: "Last Night".






27. Oktober 2012

Update

This morning I put on my rainclothes and went outside. While I was running in the woods it started snowing. Magical.

26. Oktober 2012

Go outside!

Chili, ginger, mint, lemon, honey: My new favourite tea, inspired by a tea I drank at one of my fave cafés in Aarau, Tuchlaube.


Beware, it's quite spicy, especially if you cut the chili in half! (Spicy tea, isn't that great?)


I've been feeling really healthy the past few weeks. We have a subscription for organic vegetables from a farm some 30 km away, so I've been cooking especially healthy dishes recently. (FYI: Even if my roommate likes to pretend that a topless young farmer with a sixpack and a cute little calf delivers the box of veggies every week, I'm afraid that's not true. It's all very anonymous.) So far we got pumpkins, lettuce, shitake mushrooms, tons of carrots, fennel, sprouts and so on - what a blessing! I hardly ever eat pasta and bread anymore, even if I used to love it. It just doesn't feel that good anymore. Every now and then I bake a cake or indulge in self-made pizza. This, I love! Plus the wine and the friends that usually come with making pizza...

Also, I've been running a lot. Three to four times a week, for over a month now. Yesterday  I reached a milestone: I was not only looking forward to going running in the evening - I almost couldn't wait! It feels so good to go out into the forest, with fog hanging in the trees or the sun shining brightly. I love to breathe in the cool air and shake off the cold that's crawling through my bones when I'm working at home by getting my body moving.


Isn't that beautiful? I wish I lived in a country with bigger forests, even more majestic and magical, with less people and more freedom.

What I love about running is that you can tell that you made progress each week. 110% every time. Suddenly you can run ten minutes without your lungs burning, and what tries to stops you isn't that you can't breathe but that your legs start to hurt. Running is so easy, just don't be too hard on yourself when you first start.

I also love my inspiration board on Pinterest. Whenever I know that tomorrow's going to be a running day and I really don't feel like it I browse through pictures of the forest and inspirational quotes.


I try not to take it too seriously, though. I don't run to get results but to feel fit. I run to clear my head, to get out of the house when I've been working from home all day. To think about things that trouble me. I usually don't listen to fast music because I have difficulties finding my pace and breathing rhythm, so I listen to an audiobook (at the moment, "The Casual Vacancy" by J. K. Rowling), to a podcast, or just to some slow, quiet music without a dominant rhythm.


I hope that I can keep the running up during the winter. It's getting colder now and soon it's going to be dark morning and evening so I'm not gonna run in the woods anymore. Fortunately, I've got some great friends living nearby that I can run with.

Aww, writing this I regret that today is a relax and recovery day for me! My advice to you:


18. Oktober 2012

Soll und Haben

Einfacher wirds nicht: Fällt der Papierkrieg für die Arbeitslosenkasse endlich weg, beginnt das Pauken fürs Studium. Wobei ich ja das meiste gerne lerne und mir die Materie Kulturmanagement Spass macht. Thema bisher: Was ist Kultur, warum braucht sie Management und wie viel? (Antwort: So viel wie nötig und so wenig wie möglich.)

Dumm nur, dass ich jetzt nicht mehr darum herumkomme, mich mit Rechnungswesen und Buchhaltung herumzuschlagen. Schliesslich ist das Ziel der Weiterbildung, professionell ein Kulturunternehmen leiten zu können. In den letzten drei Stunden habe ich also gelernt, was ein Buchungssatz ist, wie man eine Bilanz macht, was "Rechnungswesen" heisst, was ein Konto ist und was "Haben" und "Soll" ist.

Nun raucht mein Kopf. Und fertig bin ich noch längst nicht.


12. Oktober 2012

October Randoms.

Watercoloring and eating Muesli at the same time is not a good idea. You'll confuse the brush with the spoon sooner or later.

I'm obsessed with painting crystals lately. 

 



I miss speaking English. So much that I've been talking to myself. People who want to practise their English skills - talk to me! English tutoring for free! Save me from going crazy!

I replaced the light bulb in our doorway this afternoon. It had been broken ever since shortly before I left for Laos. Well, no - to be honest, it had been broken since half a year (at least) before I left. We're not very good at those things here. Not that we girls couldn't replace a simple light bulb. We just adapt and learn to live without this particular light. (Or the other one in the office/storage/ironing room. For four years now. (And no, these are not three separate rooms without light, but a multipurpose room. We're not that lazy, come on, that would be ridiculous.))

SO happy to have a chance to play the piano again! This week I was basically playing F# minor for an hour at my parent's house because I loved the sound of it so much.

Got up at 4.30 three times this week. I didn't think it would be so easy! The cats loved it. They never get breakfast that early. (And will probably never again.)

9. Oktober 2012

Wie war dein Tag, Schatz?

4.20: Aufstehen, Zähneputzen, gestern vorbereitetes Früchtemüesli-Zmorge essen. Mit dem Velo durch Regen und Dunkelheit an den Bahnhof fahren, erster Zug

6.00-11.00: "En Wettbewerb vode Helsana", im Pijama Flyer verteilen und Pendler strahlend (hoffentlich) anlächeln. Danke RAV, dass ich immer noch nicht weiss, ob ich Stutz kriege und drum jeden Job machen muss, der Geld bringt.

11.30: Todmüde nach Hause.

12.30: Spinatpasta mit Knobli und Kürbis kochen. Essen. Ab ins Bett.

16.00: Aufstehen, duschen, Schoggichueche von gestern essen.

16.10-16.30: Adventsgeschichte für Kunden überarbeiten und abschicken.

16.30-16.35: lngwertee kochen.

17.00: Zug nach Luzern.

18.30-20.30: Studieneinführung an der HSLU. Lernen, dass ich im kommenden Jahr u.a. einen Businessplan für mein kulturelles Projekt, das noch in den Sternen steht, erstellen werde.

20.30: Zug nach Aarau.

Coming soon: ab id heia.

*

Zum Glück ist nicht jeder Tag als Freischaffende so. Wahlweise einzufügen/auszutauschen:

15.00-16.30: Hausgemachte heisse Schoggi in der Tuchlaube trinken und mit einer Freundin plaudern.

7.00-7.30: Den Wecker nochmal und nochmal und nochmal läuten lassen. Zum Glück schaff ichs inzwischen in einer halben Stunde aufzustehen und brauche keine ganze mehr zum Weiterträumen.

16.00-18.30: Geburtstagsgeschenk basteln.

23.15-00.30: bloggen.

8.00-9.30: Bürokram und Rechnungen zahlen.

Langweilig wirds mir nicht.