17. Juli 2012
Die nächste Generation.
*Scroll down for English.
Am gleichen Tag, an dem ihr neuntes Kind geboren wurde, verlor eine Mutter in einem der umliegenden Dörfer vorletzte Woche ihr zweitjüngstes.
Ich hatte den einjährigen Buben nicht gekannt, doch dass es sterben musste, machte auch mich wütend und traurig. Der Kleine starb an Durchfall. Dagegen gäbe es Medikamente, doch die Familie hatte kein Geld, um ins Spital zu fahren - wahrscheinlich hätte die Behandlung um die 100.000 Kip gekostet (rund 12 Franken). Normalerweise fragen Leute, die wir kennen, weil wir hin und wieder ihre Dorfkirchen besuchen, ihren Pfarrer um Hilfe, der wiederum seine Falang-Bekannten hier in Paksé um Geld bittet. Es wäre kein Problem gewesen, dem Kind Medikamente zu ermöglichen - doch irgendwo hat die Hilfekette diesmal geklemmt.
"Ich verstehe nicht, warum ich immer gleich wieder schwanger werde", sagte die Mutter bei einem der Besuche unseres Teams. Nach der Geburt setzen sich die Frauen über ein Feuer, über Wochen, so lange sie die Hitze aushalten. Offenbar soll das den Körper entgiften und die Heilung beschleunigen. Naturheilkunde hin oder her, Verhütung gibts in den ländlichen Gegenden von Laos keine. Laut meinen Team-Kolleginnen wissen die Leute wenig Bescheid über körperliche Vorgänge und so verwundert es nicht, dass Familien oft acht bis zehn Kinder haben. Und so auch kein Geld haben, um bei medizinischen Notfällen ins Spital zu fahren. Ärzte gibts in den Dörfern keine. Je nach Religion wird bei Krankheit ein Wasserbüffel oder ein Hahn geopfert, anstatt Geld für medizinische Hilfe auszugeben. Was natürlich nichts hilft - aber das ist nochmals eine andere Geschichte.
Am Sonntag besuchten wir ein anderes Dorf und spielten und sangen mit den Kindern. Sie sind so herzig, ihr Lachen so hell und fröhlich. Ich wünsche ihnen allen das Beste - und bete, dass der medizinische Fortschritt bald die Dörfer erreicht.
Die Bilder stammen von verschiedenen Besuchen in Dörfern im Süden von Laos.
On the same day her ninth child was born, a mother in one of the villages near Paksé lost her second youngest.
I didn't know the one-year-old boy, but that he had to die made me sad and angry. The little one died from dysenteria. There is medicine against that, but the family didn't have enough money to bring him to the hospital - even if the treatment would have probably not cost more than 100.000 or 200.000 kip (12 - 25 $). Usually people from the villages that we know because we visit their churches every once in a while ask their pastor for help, and he asks his falang friends in Paksé to give him money. It would have been no problem to buy the kid medicine - but somewhere along the way the chain of help didn't work.
"I don't know why I always get pregnant right after giving birth", the mother said when some of our team visited the village some time ago. After delivering a baby the women have to sit over a fire for weeks, as long as they can stand it, apparently it helps to clean and heal the body. But they know nothing about contraception in the rural areas of Laos, and if they do, my co-workers told me, they can't afford it. No wonder families often have eight to ten kids. And no wonder they can't afford to go to the hospital if one of them falls sick. There are no doctors in the villages. And depending on the religion of the family, they sacrifice a water buffalo or a chicken instead of seeking medical help - which costs money as well but doesn't help them in the least, but that's an entirely different story.
Last Sunday we visited another village, played games and sang songs with the kids. They're so cute, their laughter so happy. I wish them all the best - and I pray that health care reaches their villages soon.
The pictures were taken during several visits of villages in the south of Laos.
13. Juli 2012
Augen zu und zubeissen.
Alles was kreucht und fleucht, kommt in Laos auf den Teller. Wenn irgendwo eine Kröte, ein grosser Gecko oder eine Schlange vorbeihuscht, kommt es öfter vor, dass meine laotischen Kollegen sagen: "Ach, als Barbecue ist das ganz gut!" Frosch habe ich bereits probiert, Schlange hatte ich schon mal in Vietnam, Insekten gibts hier seltener. Wahrscheinlich ist auch die lachende Kröte von Dienstagnacht am nächsten Tag im Kochtopf unserer Lehrlinge gelandet. Wenn sie sich nicht aus dem Staub gemacht hat. Mit Kröten machen die Laoten kurzen Prozess: Mit einem Fleischklopfer oder einer Pfanne ein paarmal draufhauen und ab in den Topf. Klingt lustig und eklig, kann aber je nach Krötenart auch giftige Folgen haben...
Unsere Haushälterinnen kochen meist eine Art Thai-Western Fusion Food. Und die umliegenden Restaurants, die eine englische Speisekarte haben, servieren ebenfalls kein sehr exotisches Essen. Umso mehr freute ich mich heute, als jemand original laotisches Essen aus der Beiz nebenan mitbrachte.
"Tam Luam" - "mit allem": Nudeln, Bohnen, Erdnüsse, Krabben. Chilis, natürlich, Tomaten und anderes Gemüse. Gewürzt wie jede laotische Mahlzeit mit Padek, der stinkigen Fischsauce.
Dazu klare Suppe mit geronnenem Blut, das wie dunkles Tofu aussieht und auch Tofu-ähnlich schmeckt.
Zuerst wollte ich die Krabbenbeine beiseite schieben, weil man die ja unmöglich essen kann. Weit gefehlt. Also Augen zu und zubeissen. Knusprig, aber überraschenderweise nicht mal knackiger als die Erdnüsse! Seap lai, sehr gut.
Ich mag überraschendes Essen. Neues entdecken, das andere niemals probieren würden, weil es ungewohnt aussieht. Auch mal ein Risiko eingehen, den einheimischen Freunden vertrauen, wenn sie einen in eines ihrer Stammrestaurants einladen und dort Hühner auf den Tischen rumhüpfen. Oder mit einer Gruppe von Leuten von Hand aus einer gemeinsamen Schüssel essen. Zum Glück habe ich einen starken Magen und bin bisher selten krank geworden. Auch nach dem nächtlichen Ausflug in die kleine Beiz am Strassenrand nicht.
Irgendwie schade, dass es solche Abenteuer bei uns in der Schweiz nicht wirklich gibt. Eines verspreche ich: Auch wenn ich bald Vegetarierin werde - diesen Herbst probiere ich Metzgete.
Creepy-crawlies are food in Lao. When there's a toad somewhere, a big gecko or a snake, it often happens that a Lao person tells you: "You know, barbecued, this tastes really nice!" I've tried frog, I ate snake once in Vietnam. Insects though are not that common as food here in Paksé. It wouldn't surprise me if the smiling frog from the other night would have ended in the pot of our housekeeping students the next day. If it wasn't clever enough to get away in time... If Lao people find a toad in their yard, they smash it with a frying pan or a wooden stick and toss it into the cooking pot. Sounds funny and gross, but apparently people in the villages fall sick quite often because of poisonous toad species.
Our housekeepers mostly cook some kind of Thai Western fusion food. The restaurants that we go to, the ones that have a menu that we can read, don't serve very exotic dishes either. That's why I was eager to try the original Lao food that one of our staff bought next-door.
"Tam Luam" - "with everything": beans, noodles, chilies of course, tomatoes, peanuts and crabs. Seasoned, as every Lao meal, with the smelly fish sauce they call padek.
With that we had a clear soup with clotted blood that looks and tastes like dark tofu.
At first, I wanted to thrust the crab legs aside - you couldn't possibly eat them. Wrong: you can. Eyes closed, I put a spoonfull in my mouth. Mmmh - crispy, but not crunchier than the peanuts! Seap lai, very nice.
I like surprising food. Discovering new tastes and things that others wouldn't even try because they look funny. I like taking a risk and trusting my local friends, even if they invite me to a restaurant where there are chicken jumping across the tables. Or to eat with a group of people out of one common bowl, by hand. Thanks to my iron stomach, I've rarely been sick here.
Sad, somehow, that we don't have many adventures like that in Switzerland. One thing I promise: Even if I'm going to be a vegetarian - this fall I'm going to try "Metzgete" (freshly butchered meat, usually blood and liver pudding, pig ears, cow tongue and stuff like that).
Unsere Haushälterinnen kochen meist eine Art Thai-Western Fusion Food. Und die umliegenden Restaurants, die eine englische Speisekarte haben, servieren ebenfalls kein sehr exotisches Essen. Umso mehr freute ich mich heute, als jemand original laotisches Essen aus der Beiz nebenan mitbrachte.
"Tam Luam" - "mit allem": Nudeln, Bohnen, Erdnüsse, Krabben. Chilis, natürlich, Tomaten und anderes Gemüse. Gewürzt wie jede laotische Mahlzeit mit Padek, der stinkigen Fischsauce.
Dazu klare Suppe mit geronnenem Blut, das wie dunkles Tofu aussieht und auch Tofu-ähnlich schmeckt.
Zuerst wollte ich die Krabbenbeine beiseite schieben, weil man die ja unmöglich essen kann. Weit gefehlt. Also Augen zu und zubeissen. Knusprig, aber überraschenderweise nicht mal knackiger als die Erdnüsse! Seap lai, sehr gut.
Ich mag überraschendes Essen. Neues entdecken, das andere niemals probieren würden, weil es ungewohnt aussieht. Auch mal ein Risiko eingehen, den einheimischen Freunden vertrauen, wenn sie einen in eines ihrer Stammrestaurants einladen und dort Hühner auf den Tischen rumhüpfen. Oder mit einer Gruppe von Leuten von Hand aus einer gemeinsamen Schüssel essen. Zum Glück habe ich einen starken Magen und bin bisher selten krank geworden. Auch nach dem nächtlichen Ausflug in die kleine Beiz am Strassenrand nicht.
Irgendwie schade, dass es solche Abenteuer bei uns in der Schweiz nicht wirklich gibt. Eines verspreche ich: Auch wenn ich bald Vegetarierin werde - diesen Herbst probiere ich Metzgete.
![]() |
| WC-Papier dient als Serviette. Sogar im Restaurant :) |
Creepy-crawlies are food in Lao. When there's a toad somewhere, a big gecko or a snake, it often happens that a Lao person tells you: "You know, barbecued, this tastes really nice!" I've tried frog, I ate snake once in Vietnam. Insects though are not that common as food here in Paksé. It wouldn't surprise me if the smiling frog from the other night would have ended in the pot of our housekeeping students the next day. If it wasn't clever enough to get away in time... If Lao people find a toad in their yard, they smash it with a frying pan or a wooden stick and toss it into the cooking pot. Sounds funny and gross, but apparently people in the villages fall sick quite often because of poisonous toad species.
Our housekeepers mostly cook some kind of Thai Western fusion food. The restaurants that we go to, the ones that have a menu that we can read, don't serve very exotic dishes either. That's why I was eager to try the original Lao food that one of our staff bought next-door.
"Tam Luam" - "with everything": beans, noodles, chilies of course, tomatoes, peanuts and crabs. Seasoned, as every Lao meal, with the smelly fish sauce they call padek.
With that we had a clear soup with clotted blood that looks and tastes like dark tofu.
At first, I wanted to thrust the crab legs aside - you couldn't possibly eat them. Wrong: you can. Eyes closed, I put a spoonfull in my mouth. Mmmh - crispy, but not crunchier than the peanuts! Seap lai, very nice.
I like surprising food. Discovering new tastes and things that others wouldn't even try because they look funny. I like taking a risk and trusting my local friends, even if they invite me to a restaurant where there are chicken jumping across the tables. Or to eat with a group of people out of one common bowl, by hand. Thanks to my iron stomach, I've rarely been sick here.
Sad, somehow, that we don't have many adventures like that in Switzerland. One thing I promise: Even if I'm going to be a vegetarian - this fall I'm going to try "Metzgete" (freshly butchered meat, usually blood and liver pudding, pig ears, cow tongue and stuff like that).
![]() |
| Toilet paper is used as napkins. Even in restaurants :) |
12. Juli 2012
Tan lines and stuff
Es regnet und donnert gerade so laut, dass ich meinen Film nicht mehr gut hören kann. Die letzten drei Tage waren so heiss wie vor zwei Monaten; die Sonne schien und jede Bewegung im Freien war mit Strömen von Schweiss verbunden. Dafür wurde ich nochmals etwas braun, inzwischen habe ich sogar eine Flipflop-Tan-Line :)
Und ja, gäll, schöne Pedicure?
Ich weiss gar nicht mehr so recht, was schreiben. Es ist mittlerweile alles so gewohnt. Meine Schüler sind inzwischen meine Facebook-Freunde (ganz schüchtern hat mich ein Schüler offenbar in Vertretung aller, die mich mit grossen Augen ansahen anstatt ihre Aufgaben zu lösen, gefragt, ob ich auf Facebook sei) und deswegen wusste ich in der letzten Woche gleich von dreien, dass sie Geburtstag hatten. Allerdings wird der hier nicht ansatzweise gefeiert wie bei uns. Manche kriegen etwas Geld, aber die meisten nicht mal ein spezielles Abendessen. Trotzdem - oder gerade deswegen - hatten sie riesig Freude, als ich ihnen gratulierte.
Ich sass im Flugzeug von Toronto nach London, als ich zum ersten Mal von Facebook hörte. Ich hatte zusammen mit dem jungen Schotten im Sitz neben mir "Spiderman 3" geschaut (und wir fanden ihn beide doof) und es war der erste Flug, auf dem ich Alkohol trank. Als wir landeten, fragte er mich, ob ich auf Facebook sei. 2007. (Habe übrigens gerade die beste Fan-Kritik am Film gelesen: "spiderman 3 was the best spiderman movie in the whole world it was so good critics dont know much people watch movies for entertainment not just to see a smart movie". Right.)
Und ja, gäll, schöne Pedicure?
Ich weiss gar nicht mehr so recht, was schreiben. Es ist mittlerweile alles so gewohnt. Meine Schüler sind inzwischen meine Facebook-Freunde (ganz schüchtern hat mich ein Schüler offenbar in Vertretung aller, die mich mit grossen Augen ansahen anstatt ihre Aufgaben zu lösen, gefragt, ob ich auf Facebook sei) und deswegen wusste ich in der letzten Woche gleich von dreien, dass sie Geburtstag hatten. Allerdings wird der hier nicht ansatzweise gefeiert wie bei uns. Manche kriegen etwas Geld, aber die meisten nicht mal ein spezielles Abendessen. Trotzdem - oder gerade deswegen - hatten sie riesig Freude, als ich ihnen gratulierte.
Ich sass im Flugzeug von Toronto nach London, als ich zum ersten Mal von Facebook hörte. Ich hatte zusammen mit dem jungen Schotten im Sitz neben mir "Spiderman 3" geschaut (und wir fanden ihn beide doof) und es war der erste Flug, auf dem ich Alkohol trank. Als wir landeten, fragte er mich, ob ich auf Facebook sei. 2007. (Habe übrigens gerade die beste Fan-Kritik am Film gelesen: "spiderman 3 was the best spiderman movie in the whole world it was so good critics dont know much people watch movies for entertainment not just to see a smart movie". Right.)
Drückt mir die Daumen fürs Euchre-Spiel, mittlerweile sind wir nach einem kurzen Höhenflug auf Seiten von Josh wieder gleichauf. Es bleibt spannend bis zur letzten Minute (anders als mein Blog.) Im Foto ausser den Karten und meinen schön gemanicurten Fingernägeln der beste, erfrischendste Fruchtshake von Paksé: Mac Muu und Mac Strawberry (Wassermelone und Erdbeere) von Pizzaboy. Wo die Mädels alle in Josh verknallt sind und ihn dann trotzdem mit Alex verwechseln.
#weekend #winninghand #yesIhaveagreatlife #Ilovemanicurepedicure
#weekend #winninghand #yesIhaveagreatlife #Ilovemanicurepedicure
The rain is so heavy and the thunder so loud that I can't hear the movie I'm watching anymore. The last three days were as hot as it was two months ago, and every movement outside was connected with streams of sweat. But I got a nice tan during my short bike ride last sunday, I even have a flipflop tan line :)
Cute pedicure, I know!
I don't really know what to write about anymore. Everything is as usual. Most of my students are my friends on Facebook by now (one of them had to ask me - for all of the class, obviously - if I was on Facebook, in the middle of the lesson, when I had asked them to do a task in the workbook) and that's how I knew that last week were the birthdays of three of them. Apparently they don't celebrate it like we do, some of them get some money from their parents, but some don't even have a special dinner. Still, they seemed to be very happy that I congratulated them.
I sat on a plane from Toronto to London when I first heard about Facebook. I'd watched "Spiderman 3" together with the young Scot in the seat next to me (we didn't like it, both) and it was the first flight on which I drank alcohol. When we landed he asked me if I was on Facebook. 2007. (By the way, I just read the most movie review ever: "spiderman 3 was the best spiderman movie in the whole world it was so
good critics dont know much people watch movies for entertainment not
just to see a smart movie". Right.)
Please, wish me luck for the Euchre-game. After a short high on Josh's side we're even again. It's going to stay interesting till the last second (unlike my blog, I know). In the photo, apart from the cards and my beautifully manicured nails, is Pakse's best fruit shake: watermelon / strawberry, made by Pizzaboy. Where all the girls have a crush on Josh. But confuse him with Alex.
#weekend #winninghand #yesIhaveagreatlife #Ilovemanicurepedicure
10. Juli 2012
7. Juli 2012
The Little Things.
Über Skype die Vögel im Hintergrund singen zu hören, macht Heimweh... Hier werden sie von Grillen übertönt.
To hear the birds sing in the background during a skype call made me feel a little homesick... Here I can't hear them because of the cicadas.
Saure Mango mit scharfem Dip essen, auch wenn darin die faulige Fischsauce verwendet wird. Irgendwie gewöhnt man sich dran. Ein bisschen.
Eating green mango with spicy sauce, even if there's this disgusting flavour of rotten fish that Lao people love so much. Somehow you get kind of used to it. In small doses.
Der letzte Visum-Ausflug nach Thailand. Drei Wochen noch unterrichten. Langsam ans Abschiednehmen denken. Die Freunde hier ganz ganz fest geniessen.
The last visa-run to Thailand. Three weeks of teaching left. Starting to think about goodbyes. Enjoying time with my friends here very, very, very much.
"Oops" - ein richtig guter Name für einen Coiffeursalon!
"Oops" - what a great, thoughtful name for a hair salon...
Ich habe fast keine Angst mehr vor Spinnen. Und zucke auch nur kurz zusammen, wenn sie handtellergross sind oder direkt über meinem Kopf ein Netz bauen.
I'm not scared of spiders anymore, almost. Just a quick shudder even when they're as big as my palm or weave their web just above my head.
Die saftig grünen Reisfelder auf der Strecke zur Grenze bringen ein bisschen vom verpassten Frühling zu mir.
The lush green rice fields along the road to the border make up for the missed spring.
Auch schlafen können, wenn die Nachbarn eine Party feiern. (In vollem Gange, falls jemand mitmachen will. Die eine oder andere Flasche Bier ist bestimmt noch halbvoll.)
Being able to sleep even if the neighbours are partying. (Right now, if you wanna go and join them, I'm sure there's beer left.)
Laotische Musik schon fast ein bisschen mögen. Oder jedenfalls nicht mehr zum Schreien finden.
Almost like Lao music a little. Or at least being able to stand it for more than ten seconds.
Endlich ernst gemeinte Pläne schmieden für den Ferienmonat August. Falls jemand tauchen gehen will, bitte melden. Angkor Wat, see you soon (vielleicht). Und, wahrscheinlich kommen die Liebsten unter euch ab September hin und wieder in den Genuss einer halbprofessionellen Kopf-Schulter-Rückenmassage. (Zu bezahlen mit Käseplatten und Weisswein.)
Finally make plans for the month of August. If someone wants to go scuba-diving, please get in touch with me. Angkor Wat, see you soon (probably). And: The ones I like most among you will maybe soon get semiprofessional head-shoulder-back-massages from me every once in a while. (Payment in cheese and chilled white wine, please.)
4. Juli 2012
Mit Flipflops im Dschungel
*Scroll down for English
Wandern kann man in Laos auch in Flipflops. Viele Einheimische besitzen schlicht kein anderes Schuhwerk, vor allem Kinder nicht. Als wir am Samstag den steilen Aufstieg auf "Alex' Berg" in Angriff nahmen, ging Baep voran; eine unserer Hauswirtschaftslehrlinge. In billigen Plastiklatschen erkundete sie den Dschungel und führte uns den einfachsten Weg in Richtung Gipfel.

Erst durch einen Fluss, dann über Reisfelder, vorbei an Wasserbüffeln und Reisbauern. Dann eine Stunde über Stock und Stein den Berg hoch - einen Weg gabs nicht. Festhalten konnte man sich im Dreck, an Felsbrocken, an Bäumen, wobei man nie wusste, ob man dabei in Dornen oder eine behaarte Raupe greifen würde.


Der Wald tat so gut! Grün, feucht, stark, frisch, lebendig. Im Wald zu sein hat mir hier in Laos richtig gefehlt. Nach dem morgendlichen Regen war es angenehm kühl, trotzdem war ich wohl noch nie so schmutzig und verschwitzt wie als wir - weit oben am Berghang - eine kurze Pause einlegten. Die Mücken belagerten uns, zu Essen gabs Klebreis aus einem geflochtenen Korb. Die jüngsten von uns, 13, waren langsam müde, und da vor uns steile Felsen aufragten, entschlossen wir uns zur Umkehr. Ich war froh, als wir nach dem steilen Abstieg sicheren Boden erreichten - und die Kids in Flipflops waren die Schnellsten. Es war einer von uns Erwachsenen, der schliesslich noch einen Unfall baute: Josh renkte sich den kleinen Finger aus. Dem Rest von uns hat die Wanderung grossen Spass gemacht.
In Laos it's possible to go hiking in flipflops. Well - many locals just don't own any other shoes, especially kids. When we started the hike to "Alex' mountain" on Saturday, Baep led the way, she's one of our housekeeping students. In cheap rubber sandals she explored the jungle and chose the easiest way to the top.
Through a river first, then across the rice fields, passing water buffalos and farmers. After that, one hour up the hill - no pathway, a very steep climbing. I held onto rocks, the dirt, some trees - and never knew if I would grab thorns or a hairy caterpillar.
I loved being in the forest! It was green, fresh, alive. I missed being in the forest, here in Laos. After the rain it was nice and cool, but still I'd never been as dirty and sweaty as when we reached our lunch stop. The mosquitos were eating us alive while we ate a handful of sticky rice out of a basket. The youngest among us, both 13, started to get tired, and as big rocks lay between us and the top of the hill we decided to go back. I was relieved when even the kids in flipflops came down the hill safely. It was one of us teachers who eventually had an accident: Josh dislocated a finger when he fell. For the rest of us, the hike was great fun.
Thanks to Dan Ferguson for the pictures!
Wandern kann man in Laos auch in Flipflops. Viele Einheimische besitzen schlicht kein anderes Schuhwerk, vor allem Kinder nicht. Als wir am Samstag den steilen Aufstieg auf "Alex' Berg" in Angriff nahmen, ging Baep voran; eine unserer Hauswirtschaftslehrlinge. In billigen Plastiklatschen erkundete sie den Dschungel und führte uns den einfachsten Weg in Richtung Gipfel.

Erst durch einen Fluss, dann über Reisfelder, vorbei an Wasserbüffeln und Reisbauern. Dann eine Stunde über Stock und Stein den Berg hoch - einen Weg gabs nicht. Festhalten konnte man sich im Dreck, an Felsbrocken, an Bäumen, wobei man nie wusste, ob man dabei in Dornen oder eine behaarte Raupe greifen würde.


Der Wald tat so gut! Grün, feucht, stark, frisch, lebendig. Im Wald zu sein hat mir hier in Laos richtig gefehlt. Nach dem morgendlichen Regen war es angenehm kühl, trotzdem war ich wohl noch nie so schmutzig und verschwitzt wie als wir - weit oben am Berghang - eine kurze Pause einlegten. Die Mücken belagerten uns, zu Essen gabs Klebreis aus einem geflochtenen Korb. Die jüngsten von uns, 13, waren langsam müde, und da vor uns steile Felsen aufragten, entschlossen wir uns zur Umkehr. Ich war froh, als wir nach dem steilen Abstieg sicheren Boden erreichten - und die Kids in Flipflops waren die Schnellsten. Es war einer von uns Erwachsenen, der schliesslich noch einen Unfall baute: Josh renkte sich den kleinen Finger aus. Dem Rest von uns hat die Wanderung grossen Spass gemacht.
In Laos it's possible to go hiking in flipflops. Well - many locals just don't own any other shoes, especially kids. When we started the hike to "Alex' mountain" on Saturday, Baep led the way, she's one of our housekeeping students. In cheap rubber sandals she explored the jungle and chose the easiest way to the top.
Through a river first, then across the rice fields, passing water buffalos and farmers. After that, one hour up the hill - no pathway, a very steep climbing. I held onto rocks, the dirt, some trees - and never knew if I would grab thorns or a hairy caterpillar.
I loved being in the forest! It was green, fresh, alive. I missed being in the forest, here in Laos. After the rain it was nice and cool, but still I'd never been as dirty and sweaty as when we reached our lunch stop. The mosquitos were eating us alive while we ate a handful of sticky rice out of a basket. The youngest among us, both 13, started to get tired, and as big rocks lay between us and the top of the hill we decided to go back. I was relieved when even the kids in flipflops came down the hill safely. It was one of us teachers who eventually had an accident: Josh dislocated a finger when he fell. For the rest of us, the hike was great fun.
Thanks to Dan Ferguson for the pictures!
1. Juli 2012
Rainy Day.
Das Gute und gleichzeitig das Schlechte an der Regenzeit ist, dass es jederzeit zu regnen anfangen und wieder aufhören kann. Wenn es am Morgen regnet, kann der Nachmittag trotzdem sonnig und heiss sein. Es kann nachts in Stürmen schütten, morgens singen wieder die Vögel und der Boden ist trocken. Jedenfalls bei mir; die Quartierstrassen in Paksé werden nämlich jetzt zu Schlammlöchern. "Fordert mich ja nicht zum Dirtbiken heraus, wenn ich wieder zu Hause in England bin! Ihr habt keine Chance - ich übe jeden Tag", kommentierte meine Kollegin Asia auf Facebook. Der Mekong ist höher als vor ein paar Wochen, und die Reisfelder werden endlich gewässert.
The good and bad thing with wet season is that it can start raining anytime. If it rains in the morning the afternoon can be sunny and hot. It might rain buckets at night and in the morning the birds are singing and the ground is dry. At least around here - the smaller roads in Paksé are turning into mudholes. "If anyone would like to take me dirt biking, I would like to inform you that I will win. I practice every day", my co-worker Asia posted on Facebook. Mekong river is higher than a few weeks ago and the rice fields finally get watered.
Man weiss nie, wann der Regen kommt. Jedenfalls mir ist es ein Rätsel. Es kann stundenlang bewölkt sein und trotzdem trocken bleiben. Oder man wird plötzlich von heftigem Wind überrascht, auf den innert fünf Minuten strömender Regen folgt. Auch das kann wiederum gut oder schlecht sein, denn wenn der Regen im richtigen Moment einsetzt, kann man so ohne schlechtes Gewissen die Mittagspause verlängern und ein Kartenspiel einlegen. (Ok, in Laos wird die Mittagspause ohnehin nicht in Minuten abgerechnet...)
You never know when the rain starts. At least to me it's a mystery. The sky can be cloudy for hours and it still stays dry. Or suddenly a heavy wind blows and five minutes later rain pours down. This, too, can be good or bad. If the rain starts at the right time you can extend lunchtime and play another game of cards without feeling bad. (OK, not that lunchtime is counted in minutes in Laos anyway...)
Aber nach 9 Uhr abends noch irgendwo einen Happen zu Essen finden zu wollen, ist auch ohne Regen schon keine ganz leichte Aufgabe. Als meine zwei Kollegen und ich vom Haus unserer Freunde in Richtung Innenstadt radelten, wurden wir nach zwei Minuten vom Regen überrascht. Es war kalt und wir waren nass, als wir uns in einen Unterstand und schliesslich in eine Strassenbeiz flüchteten.
Hier begann das Abenteuer erst richtig: Wir waren wohl die ersten Falang, die sich jemals in diese Beiz verirrt haben; der Wirt freute sich köstlich. Doch was wir da zusammen mit scharfer Fischsauce und einem Korb voller Blätter (die laotische Variante von Gemüse) aufgetischt bekamen, hätte von Schweinefleischspiessli bis Innereien oder gegrillten Fröschen alles sein können. Um nachzufragen, ist mein Laotisch nicht gut genug - und wahrscheinlich wollte ich es auch gar nicht wissen. Gut schmeckte es! Mir jedenfalls. Meine Kollegen wollten nicht richtig zugreifen.
But to find a bite to eat after 9 pm is not an easy task, even without rain. When my two colleagues and me cycled from our friends' house back to downtown Paksé we got trapped by the rain within two minutes. We all were wet when we took shelter in a small restaurant.
Here, the adventure really started: We were probably the first Falang who had ever entered the place - the owner was very happy to host us. But what we got to eat, apart from a basket of leaves (what Lao people call "vegetables") and some spicy fish sauce, could have been anything between pig, intestines or grilled frog. My Lao wasn't good enough to ask - and maybe I didn't want to know. It tasted good, though! At least to me; my friends suddenly didn't seem that hungry anymore...
Abonnieren
Posts (Atom)















