Seltsam, wie ein Ort nach nicht einmal drei Monaten zu einem neuen Zuhause werden kann. Als die Tuktukfahrer an der Bushaltestelle frech 20 000 Kip für die kurze Fahrt zu meiner Schule verlangten (und ich schliesslich widerwillig 10 000 bezahlte), kam es mir zwar noch nicht so vor. Beim Aufschliessen meines Zimmers jedoch, der ersten Dusche in "meinem" Bad, dem vertrauten Geruch nach Moskitospray - das wohlige Gefühl des Nach-Hause-Kommens. Dann die fröhlichen Stimmen meiner Kollegen und Freunde, die ein paar Meter weiter nach dem gemeinsamen Zmittag den Abwasch machten, und ich wollte nur noch rüber zu ihnen.
Nach drei Wochen Rumreisens und insgesamt viereinhalb Monaten in Südostasien hatte mich Mitte dieser Woche das Heimweh gepackt - nicht nach der Schweiz, sondern nach Paksé. Obwohl ich in den letzten Wochen immer wieder neue Leute kennengelernt habe, von denen einige sogar zu Freunden wurden, vermisste ich es, mit Menschen zu leben.
In einer Bar in Luang Prabang stand auf einer Schiefertafel: "Es gibt keine Fremden - nur Freunde, die wir noch nicht kennen." Obwohl sehr vereinfacht, hat der Spruch einen wahren Kern - vor vier Monaten kannte ich noch keinen dieser Menschen, über deren Wiedersehen ich mich heute so gefreut habe.
Andere reisen monatelang alleine durch die Welt. Ich glaube, ich bin nicht dafür gemacht.
Isn't it strange how a place can become a home after not even three months? It didn't feel like that, though, when the Tuktuk drivers at Paksé bus station boldly asked for 20 000 Kip for the short ride to the school (and I reluctantly paid 10 000). But turning the key in the lock of my room door, taking the first shower in "my" bathroom, smelling the familiar scent of mosquito repellent - it was the warm feeling of coming home. Then to hear the cheerful voices of my fellow staff and friends who were washing the dishes after their lunch together just next-door - I only wanted to go over and see them.
After three weeks of travelling and in total four and a half months in South East Asia, I finally got homesick last week - not for Switzerland, but for Paksé. Even if I got to know many nice people during the past three weeks and some of them even became friends; I miss sharing everyday life with people I love.
In a bar somewhere in Luang Prabang there was a poster that said: "There are no strangers; just friends you haven't met yet." Although this is very simplified, there's a grain of truth to it: Three months ago I didn't know any of the people whom to see again made me so happy today.
Others travel the world for months, years; on their own. I guess I'm not cut out for that.
2 Kommentare:
"Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern wo man verstanden wird."
- Christian Morgenstern (1871 - 1914), dt. Lyriker -
diheime sii, esch eifach öppis schöns!
Houmis wer jur Hartis!
Danke für den Kafi, liebes. Hab mich sehr gefreut. Noch nicht probiert. Aber mach ich bald.
Bis glii! S
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