Ein nützlicher Link für alle, die auf Stellensuche für ein Praktikum sind (richtet sich an meine STH-KollegInnen - freue mich übrigens über Kommentare!):
www.kulturmanagement.ch
Neben aktuellen Stellenangeboten gibt es auch die abgelaufenen, die trotzdem nützlich sein können: die Links sind zwar deaktiviert, doch man sieht, welche Firmen / Institutionen bereits Praktika angeboten haben.
Und noch was Interessantes, wenn ich schon gerade dabei bin:
http://www.netzmagazin.ch/infos/jobs/
28. November 2006
27. November 2006
Wie am Flohmarkt
Uff- Atempause. Bisher konnte ich gerade mal drei Bissen meines Sandwiches vor dem Bildschirm vertilgen, seit halb neun bin ich an der Produktion. Texte zusammensuchen, mit dem Layouter die Seite organisieren, Bilder downloaden und schneiden, Texte formatieren und redigieren. Zwischendurch die Agenturmeldungen im Auge behalten und die Mailbox verwalten, wo täglich bestimmt gegen 50 Mails eintrudeln. Um halb elf war Redaktionssitzung, normalerweise dauert die eine Viertelstunde. Ich hatte ganz vergessen, dass am Montag natürlich Wochensitzung ist, das heisst, jeder Tag, jedes Ressort wird nacheinander durchgegangen (deshalb war die Sitzung auch erst nach einer guten Stunde fertig…). Da erfährt man, wann das Inland eine Bundeshausgeschichte bringt, wann wichtige Matches stattfinden und was die Special-Interest-Leute geplant haben. Also spannend - wenn man denn mithalten kann bei all den kurzen Infos und Insidersätzen. Was dem Blattmacher, der immer den Überblick hat und über sämtliche Tageszeitungen und Geschehnisse super im Bild ist, nach einem halben Satz klar ist, habe ich oft am Ende der Diskussion immer noch nicht geschnallt.
Mittlerweile sind die ersten beiden Seiten abgegeben, wovon ich eine machen musste. An der dritten sind wir noch dran, der Kulturredaktor einer unserer Partnerzeitungen (Basellandschaftliche Zeitung) arbeitet noch an einem Artikel. Weitere Partnerzeitungen sind das Limmattaler Tagblatt und die Solothurner Zeitung. Das heisst, viele der Seiten sind identisch, so etwa Ausland, Kultur und Special-Interest. Andere werden kantonal angepasst, und auch das Layout ist nicht genau gleich.
Um vier Uhr ist Kultur-Redaktionsschluss und nochmals Sitzung, wir sagen dann meistens, dass die Seiten fertig sind, wie am Morgen angekündigt. Die anderen, Inland, Aargau etc. wissen um diese Zeit natürlich schon erheblich genauer als am Morgen, was sie schreiben. Sie haben auch später Redaktionsschluss, das letzte Ressort ist der Sport, weil da bis abends was läuft, was am nächsten Tag gelesen sein will.
(Später)
Jetzt ist halb fünf, ich war an der Sitzung, habe den Artikel aus Basel gegengelesen und nochmals die Post geleert. Der Stress ist jetzt vorbei. Trotzdem hat es Spass gemacht, ich habe heute wieder mal sehr viel gelernt, weil ich doch erst zweimal Produktionsdienst hatte. Mit dem Layoutwerkzeugen kenne ich mich immer noch nicht so genau aus, weil man da einfach etwas mehr praktische Übung braucht. Doch mittlerweile weiss ich, wer welche Briefe und Mails kriegt, was alles an einem Word-Text, den man ins Layoutprogramm kopiert, geändert und redigiert werden muss und was in den Untertitel und die Veranstaltungs- bzw. bei Büchern und CDs in die Produkthinweise gehört.
Jetzt "gönne" ich mir noch ein "Kombucha", sie sind ja schon etwas speziell, diese "Kräuterteegetränke" für "Reinheit und Gleichklang für Körper und Geist". Wir haben so eine Art Kombucha-Adventskalender bekommen, an jeder der 24 Flaschen in der Harasse hängt eine Zahl und hinten drauf steht was, was ich aber nicht gelesen habe. Überhaupt kriegt ein Teil der Redaktion, Lifestyle, Leben und so, eine Menge "Müsterli": Dann gibt es so eine Kiste, wo man sich bedienen kann. Habe ich das schon erzählt? Von Kosmetika, Jeans, Büchern bis zu Weihnachtsschmuck gibt es dort alles. Sogar etwas, wovon ich zuerst meinte, es sei ein Schwingbesen - ein Gerät zur Kopfhautmassage.
Mittlerweile sind die ersten beiden Seiten abgegeben, wovon ich eine machen musste. An der dritten sind wir noch dran, der Kulturredaktor einer unserer Partnerzeitungen (Basellandschaftliche Zeitung) arbeitet noch an einem Artikel. Weitere Partnerzeitungen sind das Limmattaler Tagblatt und die Solothurner Zeitung. Das heisst, viele der Seiten sind identisch, so etwa Ausland, Kultur und Special-Interest. Andere werden kantonal angepasst, und auch das Layout ist nicht genau gleich.
Um vier Uhr ist Kultur-Redaktionsschluss und nochmals Sitzung, wir sagen dann meistens, dass die Seiten fertig sind, wie am Morgen angekündigt. Die anderen, Inland, Aargau etc. wissen um diese Zeit natürlich schon erheblich genauer als am Morgen, was sie schreiben. Sie haben auch später Redaktionsschluss, das letzte Ressort ist der Sport, weil da bis abends was läuft, was am nächsten Tag gelesen sein will.
(Später)
Jetzt ist halb fünf, ich war an der Sitzung, habe den Artikel aus Basel gegengelesen und nochmals die Post geleert. Der Stress ist jetzt vorbei. Trotzdem hat es Spass gemacht, ich habe heute wieder mal sehr viel gelernt, weil ich doch erst zweimal Produktionsdienst hatte. Mit dem Layoutwerkzeugen kenne ich mich immer noch nicht so genau aus, weil man da einfach etwas mehr praktische Übung braucht. Doch mittlerweile weiss ich, wer welche Briefe und Mails kriegt, was alles an einem Word-Text, den man ins Layoutprogramm kopiert, geändert und redigiert werden muss und was in den Untertitel und die Veranstaltungs- bzw. bei Büchern und CDs in die Produkthinweise gehört.
Jetzt "gönne" ich mir noch ein "Kombucha", sie sind ja schon etwas speziell, diese "Kräuterteegetränke" für "Reinheit und Gleichklang für Körper und Geist". Wir haben so eine Art Kombucha-Adventskalender bekommen, an jeder der 24 Flaschen in der Harasse hängt eine Zahl und hinten drauf steht was, was ich aber nicht gelesen habe. Überhaupt kriegt ein Teil der Redaktion, Lifestyle, Leben und so, eine Menge "Müsterli": Dann gibt es so eine Kiste, wo man sich bedienen kann. Habe ich das schon erzählt? Von Kosmetika, Jeans, Büchern bis zu Weihnachtsschmuck gibt es dort alles. Sogar etwas, wovon ich zuerst meinte, es sei ein Schwingbesen - ein Gerät zur Kopfhautmassage.
22. November 2006
Ich Grünschnabel
(Vorgestern)
Zwischendurch fällt mir auf, wie wenig kunstgeschichtliches Wissen ich habe. Übermorgen ist eine PK im Haus Konstruktiv, es wird u.a. eine Ausstellung über Verena Loewensberg, eine wichtige Vertreterin der Zürcher Konkreten, eröffnet. Ich habe mir den Lexikoneintrag vom SIKart geholt (Künstlerlexikon des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft), dadurch kann ich ein wenig mehr sagen über die Schwerpunkte ihrer Arbeit, was ihr Werk von dem ihrer männlichen Kollegen unterscheidet und über ihre Lebensumstände weiss ich jetzt auch besser Bescheid.
Vor allem bemerke ich meine Wissenslücken, wenn ich das Gefühl habe, eigentlich an dieser Stelle in meinem Text einen "allgemeinen" Satz, über Kontext und Zusammenhang, bringen zu müssen - zum Beispiel "Malerei erlebt eine Renaissance" oder "Im Mittelalter richteten die Künstler ihr Augenmerk vor allem auf XZ". Stimmt mein Eindruck jeweils oder schreibe ich da kompletten Schwachsinn? Vor allem will ich nicht Texte schreiben, denen man ansieht, dass ich nur über Halbwissen verfüge…
(Nach der PK im Haus Konstruktiv)
Ich bin überfordert und eingeschüchtert von den grossen Worten und intelligenten Sätzen, die an der Pressekonferenz fielen. Wie ein naives kleines Kind umgeben von klugen Erwachsenen fühle ich mich, mein Artikel wird wohl wie eine Kinderzeichnung im Vergleich zu einem Meistergemälde sein… Ich habe keine Ahnung, was ich schreiben soll, denn ich habe das Gefühl, nichts begriffen zu haben von der Komplexität dessen, was ich gesehen habe.
Die anderen Journalisten (allesamt mehr als doppelt so alt wie ich) machten keine oder nur sehr wenig Notizen. Ich bin gespannt auf ihre Texte. Ob sie das weite Feld dieser Theorien, die die Museumsdirektorin angeschnitten hat, fassen können? Ich muss meine Schwäche, das geringe Wissen um kunsthistorische Zusammenhänge, in eine Stärke verwandeln, ohne zu überspielen oder zu vertuschen. Ich darf ganz persönlich schreiben, erzählen, was mir gefallen hat, was mich beeindruckt und Fragen hinterlassen hat. Was habe ich begriffen und erfahren? Ich bin nun mal keine Kunsthistorikerin mit dreissigjähriger Erfahrung, sondern jung und unbedarft, aber neugierig. Ich will lernen, mir Wissen aneignen, zuhören.
(Drei Stunden später)
Dies war das erste Mal, dass ich mich nach einem Ausstellungsbesuch völlig entmutigt fühlte. Doch schliesslich konnte ich mich wieder motivieren. Plötzlich freute ich mich über die Chance, die ich mit diesem Praktikum und solchen Herausforderungen erhalte. Ich Grünschnabel darf mich an der gleichen Aufgabe versuchen wie Menschen, die viel älter und gebildeter sind als ich! Dann muss ich mich doch von solchen Erlebnissen nicht überfordert und klein fühlen, sondern kann sie als Erfahrungen einstufen, bei denen ich an meine Grenzen stosse - solche Erfahrungen gehören nun mal dazu. Zum Glück.
links: Verena Loewensberg, o.T.1986 (Quelle: http://www.galerie-schoenenberger.ch)
rechts: Günter Umberg, Ausstellung in Berlin, 2001 (Quelle: www.nordenhake.com)


Zwischendurch fällt mir auf, wie wenig kunstgeschichtliches Wissen ich habe. Übermorgen ist eine PK im Haus Konstruktiv, es wird u.a. eine Ausstellung über Verena Loewensberg, eine wichtige Vertreterin der Zürcher Konkreten, eröffnet. Ich habe mir den Lexikoneintrag vom SIKart geholt (Künstlerlexikon des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft), dadurch kann ich ein wenig mehr sagen über die Schwerpunkte ihrer Arbeit, was ihr Werk von dem ihrer männlichen Kollegen unterscheidet und über ihre Lebensumstände weiss ich jetzt auch besser Bescheid.
Vor allem bemerke ich meine Wissenslücken, wenn ich das Gefühl habe, eigentlich an dieser Stelle in meinem Text einen "allgemeinen" Satz, über Kontext und Zusammenhang, bringen zu müssen - zum Beispiel "Malerei erlebt eine Renaissance" oder "Im Mittelalter richteten die Künstler ihr Augenmerk vor allem auf XZ". Stimmt mein Eindruck jeweils oder schreibe ich da kompletten Schwachsinn? Vor allem will ich nicht Texte schreiben, denen man ansieht, dass ich nur über Halbwissen verfüge…
(Nach der PK im Haus Konstruktiv)
Ich bin überfordert und eingeschüchtert von den grossen Worten und intelligenten Sätzen, die an der Pressekonferenz fielen. Wie ein naives kleines Kind umgeben von klugen Erwachsenen fühle ich mich, mein Artikel wird wohl wie eine Kinderzeichnung im Vergleich zu einem Meistergemälde sein… Ich habe keine Ahnung, was ich schreiben soll, denn ich habe das Gefühl, nichts begriffen zu haben von der Komplexität dessen, was ich gesehen habe.
Die anderen Journalisten (allesamt mehr als doppelt so alt wie ich) machten keine oder nur sehr wenig Notizen. Ich bin gespannt auf ihre Texte. Ob sie das weite Feld dieser Theorien, die die Museumsdirektorin angeschnitten hat, fassen können? Ich muss meine Schwäche, das geringe Wissen um kunsthistorische Zusammenhänge, in eine Stärke verwandeln, ohne zu überspielen oder zu vertuschen. Ich darf ganz persönlich schreiben, erzählen, was mir gefallen hat, was mich beeindruckt und Fragen hinterlassen hat. Was habe ich begriffen und erfahren? Ich bin nun mal keine Kunsthistorikerin mit dreissigjähriger Erfahrung, sondern jung und unbedarft, aber neugierig. Ich will lernen, mir Wissen aneignen, zuhören.
(Drei Stunden später)
Dies war das erste Mal, dass ich mich nach einem Ausstellungsbesuch völlig entmutigt fühlte. Doch schliesslich konnte ich mich wieder motivieren. Plötzlich freute ich mich über die Chance, die ich mit diesem Praktikum und solchen Herausforderungen erhalte. Ich Grünschnabel darf mich an der gleichen Aufgabe versuchen wie Menschen, die viel älter und gebildeter sind als ich! Dann muss ich mich doch von solchen Erlebnissen nicht überfordert und klein fühlen, sondern kann sie als Erfahrungen einstufen, bei denen ich an meine Grenzen stosse - solche Erfahrungen gehören nun mal dazu. Zum Glück.
links: Verena Loewensberg, o.T.1986 (Quelle: http://www.galerie-schoenenberger.ch)
rechts: Günter Umberg, Ausstellung in Berlin, 2001 (Quelle: www.nordenhake.com)


17. November 2006
Divine David
Eigentlich stehe ich ja nicht so auf Energy-Drinks, das hat für mich so etwas Tussiges, und das einzige Mal wo ich mir selbst welche gekauft habe war in der Woche der schriftlichen Maturprüfungen. Heute bin ich aber auf dem Weg zur Arbeit an einem Plakat vorbeigegangen, musste umkehren, in den Laden rein und mir ein Büchschen von dem angepriesenen Drink besorgen. Im Prinzip wollte ich ja wirklich nur die Dose:

Voller Energie bin ich also in den Tag gestartet, nachdem ich gestern praktisch pausenlos von 08.15 bis 18.45 durchgearbeitet habe. Gestern war "Kunst Zürich 06"-Tag, relativ kurzfristig erfuhr ich, dass ich darüber schreiben könne. Gefreut habe ich mich schon über die Einladung zur gestrigen Preview, die ich von einem Galeristen bekommen hatte, aber natürlich war die Freude noch grösser, sogar darüber schreiben zu dürfen. Eine Herausforderung - die grosse Messe, die eigentlich im Vergleich zur Art Basel eine kleine ist, mit den rund 80 Ständen, die untereinander keinen Zusammenhang haben. Wie diese Vielfalt in einen Artikel packen? Und wie einen Überblick bekommen und weitergeben ohne jahrelange Erfahrung? Ich habe also mal den letztjährigen Artikel gelesen und gemerkt, dass ich diesen kompetenten Blick meiner Chefin, die den Text damals geschrieben hat, sicher noch nicht besitze. Deshalb überlegte ich mir eine "Strategie", wie ich dem Leser trotzdem etwas erzählen kann, was er selbst noch nicht weiss. Ich fragte also die Beteiligten selbst nach ihrer Einschätzung der aktuellen Tendenzen an der Messe.
Für meinen iPod (meinen alten Schatz, der nun schon sagenhafte zwei Jahre lang täglich treu seinen Dienst tut und hoffentlich noch lange tun wird - vielleicht nützt ja der Glücksbärchi-Aufkleber auf der Rückseite) habe ich ja so ein tolles kleines Mikrofon. Das lässt sich ganz einfach aufstecken (geht bei den neueren iPods nicht - ätschbätsch), dann geht automatisch ein "Sprachmemo"-Menu auf. Ich mache jetzt hier mal schamlos Werbung - natürlich nimmt der Voice Recorder nicht in Radioqualität auf, aber gestern habe ich wieder mal gestaunt. Obwohl im Hintergrund gebohrt und gehämmert wurde und ich den iPod nur locker in der Hand und nicht dem Interviewten ins Gesicht hielt, war jedes Wort verständlich. Die Investition hat sich absolut gelohnt. Das Speichern und die anschliessende Wiedergabe hat zwar schon zwei-dreimal nicht ganz reibungslos funktioniert. Ach ja - das Mikro hat als kleines Extra auch einen klitzekleinen Lautsprecher, wo ich ganz leise einerseits natürlich hören kann, was ich gerade aufgenommen habe, aber auch Musik abspielen kann. Wie gesagt aber nur ganz leise. Leider muss ich aber ständig Angst haben, das kleine Teil in einer meiner Taschen zu verlieren. Hui, jetzt habe ich beim Verlinken gesehen, dass das Produkt gar nicht mehr lieferbar ist - es gibt dafür jetzt einen Mikrofonadapter. Wahrscheinlich sollte ich mir jetzt ein grosses, buntes Etui dafür besorgen, damit mein gutes Stück ja nie irgendwo untergeht. Hm - bald habe ich ja Geburtstag *winkmitdemzaunpfahl*

Voller Energie bin ich also in den Tag gestartet, nachdem ich gestern praktisch pausenlos von 08.15 bis 18.45 durchgearbeitet habe. Gestern war "Kunst Zürich 06"-Tag, relativ kurzfristig erfuhr ich, dass ich darüber schreiben könne. Gefreut habe ich mich schon über die Einladung zur gestrigen Preview, die ich von einem Galeristen bekommen hatte, aber natürlich war die Freude noch grösser, sogar darüber schreiben zu dürfen. Eine Herausforderung - die grosse Messe, die eigentlich im Vergleich zur Art Basel eine kleine ist, mit den rund 80 Ständen, die untereinander keinen Zusammenhang haben. Wie diese Vielfalt in einen Artikel packen? Und wie einen Überblick bekommen und weitergeben ohne jahrelange Erfahrung? Ich habe also mal den letztjährigen Artikel gelesen und gemerkt, dass ich diesen kompetenten Blick meiner Chefin, die den Text damals geschrieben hat, sicher noch nicht besitze. Deshalb überlegte ich mir eine "Strategie", wie ich dem Leser trotzdem etwas erzählen kann, was er selbst noch nicht weiss. Ich fragte also die Beteiligten selbst nach ihrer Einschätzung der aktuellen Tendenzen an der Messe.
Für meinen iPod (meinen alten Schatz, der nun schon sagenhafte zwei Jahre lang täglich treu seinen Dienst tut und hoffentlich noch lange tun wird - vielleicht nützt ja der Glücksbärchi-Aufkleber auf der Rückseite) habe ich ja so ein tolles kleines Mikrofon. Das lässt sich ganz einfach aufstecken (geht bei den neueren iPods nicht - ätschbätsch), dann geht automatisch ein "Sprachmemo"-Menu auf. Ich mache jetzt hier mal schamlos Werbung - natürlich nimmt der Voice Recorder nicht in Radioqualität auf, aber gestern habe ich wieder mal gestaunt. Obwohl im Hintergrund gebohrt und gehämmert wurde und ich den iPod nur locker in der Hand und nicht dem Interviewten ins Gesicht hielt, war jedes Wort verständlich. Die Investition hat sich absolut gelohnt. Das Speichern und die anschliessende Wiedergabe hat zwar schon zwei-dreimal nicht ganz reibungslos funktioniert. Ach ja - das Mikro hat als kleines Extra auch einen klitzekleinen Lautsprecher, wo ich ganz leise einerseits natürlich hören kann, was ich gerade aufgenommen habe, aber auch Musik abspielen kann. Wie gesagt aber nur ganz leise. Leider muss ich aber ständig Angst haben, das kleine Teil in einer meiner Taschen zu verlieren. Hui, jetzt habe ich beim Verlinken gesehen, dass das Produkt gar nicht mehr lieferbar ist - es gibt dafür jetzt einen Mikrofonadapter. Wahrscheinlich sollte ich mir jetzt ein grosses, buntes Etui dafür besorgen, damit mein gutes Stück ja nie irgendwo untergeht. Hm - bald habe ich ja Geburtstag *winkmitdemzaunpfahl*
14. November 2006
Sätze auf dem Index
Ich kann mich noch an das erste Buch erinnern, das ich besprochen habe. Ich war damals in der Bezirksschule im Leseclub der Bibliothek, wir erhielten die Gelegenheit, für ein Jugendheftli Bücher zu besprechen. Ich freute mich schon sehr auf das Buch, das mir zugeschickt werden sollte, und war etwas enttäuscht, als ich sah, dass es sich um eine Art Umweltschutzkrimi handelte, in dem nur Jungs vorkamen. Das zweite Buch gefiel mir viel besser. Es hiess "Shylocks Tochter" und handelte von der Tochter des "Kaufmanns von Venedig" aus Shakespeares Drama. Sie brach mit ihrem Liebhaber aus dem Ghetto aus.
Jetzt gehört es auch zu meiner Arbeit, Bücher zu besprechen. Natürlich keine Romane, sondern Bücher rund um Kunst und Kultur. Beispielsweise Künstlerlexika oder Monografien. Das Schöne an Buchbesprechungen ist, dass man die Bücher behalten kann. Etwa eine schöne Publikation zum Thema Kinder im Museum oder eine Art kulturelles Kochbuch. Und dass man sehr viel lernen kann, wenn man sich ein wenig einarbeitet. Ich beisse mich gerade durch einen zweieinhalb Kilo schweren Schinken, der sich alles andere als einfach und unterhaltsam liest. Erinnert mich an die STH-Texte… Dafür bin ich nachher viel schlauer :)
Ein Fehler, den ich oft gemacht habe, war, die Kritik in einen Absatz am Schluss zu packen. Dann stand da, irgendwie angehängt, zum Beispiel: "Obwohl das Buch viele schöne Abbildungen enthält, kann man sich darin schwer zurechtfinden. Es bleibt bei einem netten Versuch." (Das ist jetzt nur so ein zusammengestiefelter Satz, als Beispiel.) Ist natürlich schlecht, wenn im ganzen Artikel eher beschrieben wird und ich dann am Schluss noch schreibe, ob ich es eigentlich gut gefunden habe oder nicht. Das ist mir aber lange nicht selbst aufgefallen, bis mir Sabine (meine Chefin) mal gesagt hat: "Sätze wie dieser gehören auf den Index".
Mir fehlt gute Musik. Ich höre zwar nicht die ganze Zeit, aber doch etwa zwei Stunden täglich Musik beim Arbeiten, und die 1898 Songs auf meinem iPod sind einfach langsam durch… Vor allem muss ich mal all diejenigen, die ich sowieso immer weiterspule, löschen. Outkast höre ich definitiv nie mehr. Und irgendwie ist mir Lauryn Hills Unplugged-Album auch langsam verleidet.
Morgen mach ich mal es Bsüechli beim Musikredaktor. Mal sehen, ob er mir was ausleiht.
Jetzt gehört es auch zu meiner Arbeit, Bücher zu besprechen. Natürlich keine Romane, sondern Bücher rund um Kunst und Kultur. Beispielsweise Künstlerlexika oder Monografien. Das Schöne an Buchbesprechungen ist, dass man die Bücher behalten kann. Etwa eine schöne Publikation zum Thema Kinder im Museum oder eine Art kulturelles Kochbuch. Und dass man sehr viel lernen kann, wenn man sich ein wenig einarbeitet. Ich beisse mich gerade durch einen zweieinhalb Kilo schweren Schinken, der sich alles andere als einfach und unterhaltsam liest. Erinnert mich an die STH-Texte… Dafür bin ich nachher viel schlauer :)
Ein Fehler, den ich oft gemacht habe, war, die Kritik in einen Absatz am Schluss zu packen. Dann stand da, irgendwie angehängt, zum Beispiel: "Obwohl das Buch viele schöne Abbildungen enthält, kann man sich darin schwer zurechtfinden. Es bleibt bei einem netten Versuch." (Das ist jetzt nur so ein zusammengestiefelter Satz, als Beispiel.) Ist natürlich schlecht, wenn im ganzen Artikel eher beschrieben wird und ich dann am Schluss noch schreibe, ob ich es eigentlich gut gefunden habe oder nicht. Das ist mir aber lange nicht selbst aufgefallen, bis mir Sabine (meine Chefin) mal gesagt hat: "Sätze wie dieser gehören auf den Index".
Mir fehlt gute Musik. Ich höre zwar nicht die ganze Zeit, aber doch etwa zwei Stunden täglich Musik beim Arbeiten, und die 1898 Songs auf meinem iPod sind einfach langsam durch… Vor allem muss ich mal all diejenigen, die ich sowieso immer weiterspule, löschen. Outkast höre ich definitiv nie mehr. Und irgendwie ist mir Lauryn Hills Unplugged-Album auch langsam verleidet.
Morgen mach ich mal es Bsüechli beim Musikredaktor. Mal sehen, ob er mir was ausleiht.
6. November 2006
Der perfekte Tag
Der letzte Donnerstag war ein Erfolgstag. Am Vormittag war im Kunsthaus Zürich Pressekonferenz zur neuen Ausstellung "Dürer.Meisterstiche". Diesmal gab es vorher kein Frühstück (bei der PK zur Alpenausstellung gab es ganz tolles Birchermüesli und Frühstücksteller), es war auch eine kleinere Ausstellung. Zuerst erzählte ein Kunsthistoriker etwas über die Sammlung, aus der die Holzschnitte und Kupferstiche stammen. Danach, und das fand ich sehr gut, machte der Kurator eine kleine Führung und erzählte zu jedem Ausstellungs"kapitel" etwas. Man merkte ihm an, wie begeistert er von den Bildern war; das hat mir gefallen und machte das, was er erzählt hat, gleich noch spannender. Unglaublich, wie diese schwarz-weissen Bilder, die schon ein halbes Jahrtausend alt sind, immer noch faszinieren - ich hätte nie eine so interessante Ausstellung erwartet, weil ich von Dürer eher die realistischen Zeichnungen und Aquarelle kannte, die mehr wissenschaftlich-illustrativ sind. Die Bilder im Kunsthaus waren hingegen sehr fantasievoll, vor allem die Kopfbedeckungen der Menschen haben mir gefallen, weil sie teilweise so märchenhaft waren. Ach ja, es hat bei den meisten Bildern noch so kleine Lupen, durch die man die feinen Striche und die Details im Hintergrund noch etwas grösser anschauen kann. Die PK ging etwa eine Dreiviertelstunde, danach machte ich nochmals einen Rundgang und schaute mir die Bilder noch etwas genauer an.
Wieder zurück im Büro, machte ich mich ans Schreiben. Ich konnte sehr konzentriert arbeiten und war verwundert, als ich fertig war und sah, wie spät es schon war. Wenn ich einen Artikel schreibe, mache ich das normalerweise so: Zuerst tippe ich die Notizen ab, die ich mir vor Ort gemacht habe, und sortiere sie etwas. Meistens kann ich am Computer noch etwas klarer formulieren, was ich mit den Stichworten gemeint habe, so entstehen erste Sätze. An einem dieser provisorischen Sätze "nimmt es mich dann rein", und ich hänge noch einen Satz dran und noch einen. So ist schnell ein ganzer Abschnitt geschrieben. Nach diesem Anfang, den ich meist recht schnell und spontan schreibe, ohne grosses Überlegen, sondern einfach assoziativ, muss ich mich dann wieder distanzieren, damit ich nicht wichtige Dinge vergesse. Ich schreibe mir dann Fragen auf wie "was hat mir gefallen", "was habe ich schlecht gefunden", "was habe ich nicht begriffen", "was muss ich unbedingt sagen (Daten etc.)", "was ist das Ziel der Ausstellung" etc. Wenn ich anhand der Antworten auf diese Fragen dann nicht gleich weiterschreiben kann, mache ich noch die Angaben zu Datum, Ort, Verlag, die am Ende des Artikels stehen müssen, oder suche die Bilder dazu heraus.
Bei grösseren Ausstellungen wie im Kunsthaus Zürich gibt es eine Pressemappe, wo neben Informationen auch eine CD mit Bildern enthalten ist. Meist gibt es dazu auch ein Blatt mit Abbildungen und Legenden, so dass ich ein geeignetes Bild heraussuchen und von der CD auf meinen Computer kopieren kann. (Wenn ich es denn öffnen kann, mein Computer hat da so seine Probleme mit Bild-CDs…) Teilweise sind das riesige Datenmengen, die Dürer-Stiche, die ja im Original nicht grösser als A4 sind, waren teilweise mehr als 40MB schwer! Aber besser zu gross als zu klein, es ist auch schon vorgekommen, dass ich einem Bild hinterherrennen musste, das mir die Verantwortlichen zu klein geschickt haben. Das ausgewählte Bild muss ich in einem speziellen Ordner abspeichern, es wandert dann in die Bilddatenbank, auf die ich vom Intranet aus zugreifen kann. Dort muss das Bild zugeschnitten werden, sobald ich die Koordinaten vom Layout weiss. Dann bearbeitet die Bildredaktion es noch, bevor man es schliesslich in die Seite einfügen kann.
Zurück zum Text. Nachdem ich den provisorisch fertig verfasst habe, drucke ich ihn mal aus. Ich kontrolliere dann, ob ich was vergessen habe, ob ich Sätze begonnen und nicht zu Ende geschrieben habe, oder ob ich gleich Tippfehler finde. Manchmal muss ich noch Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten ergänzen oder ganze Abschnitte austauschen, damit beispielsweise die ganzen Hintergrundinfos nicht alle am Schluss kommen und man nicht fertigliest. Als ich noch zu Hause geschrieben habe, habe ich den Text an diesem Punkt jeweils jemandem zum Gegenlesen gegeben, der keine Ahnung hatte vom Inhalt, der Ausstellung oder dem Künstler. Meist war das meine Mutter, sie hat mir nach dem Lesen gesagt, wo sie nicht drauskam, ob sie sich was vorstellen konnte bei meinen Bildbeschreibungen und ob sie den Text allgemein spannend fand.
Etwas habe ich vergessen zu sagen: Natürlich habe ich Vorgaben, wie lang der Text sein soll. Für einen Unterhänger, also einen kleineren Artikel im unteren Teil der Zeitungsseite, sind das zwischen 2000 und 2500 Zeichen inkl. Leerschläge. Aufhänger sind zwischen 3000 und 4000 Zeichen lang, Frontartikel (auf der ersten Seite des Bundes, z.B. mein UFO-Text vor ein paar Wochen) dürfen auch länger sein. Die Länge muss ich also, sobald ich mal alles hineingeschrieben habe, was ich sagen will, immer wieder überprüfen. Meist sind meine Texte dann entweder ein wenig zu kurz oder viel zu lang. Zweiteres ist ärgerlich - kürzen ist oft schwieriger als noch etwas hinzuzufügen. Da fällt mir ein Satz ein, den ich einmal gehört habe: "Kill your darlings" - streich deine Lieblingssätze. Die Sätze, die man als Autor am tollsten findet, seien oft die, die irgendwie problematisch sind, und die, von denen man sich natürlich am schwersten trennt und von denen dann der ganze restliche Text abhängt. Dieses Prinzip habe ich aber noch nicht ausprobiert.
Nach dem Schreiben der Dürer-Besprechung hatte ich ein gutes Gefühl, dies wurde mir mit einem "sehr schön" von Seiten meiner Vorgesetzten bestätigt. Nur ein paar kleine Korrekturen musste ich noch vornehmen. Tatsächlich ein guter Tag.
Wieder zurück im Büro, machte ich mich ans Schreiben. Ich konnte sehr konzentriert arbeiten und war verwundert, als ich fertig war und sah, wie spät es schon war. Wenn ich einen Artikel schreibe, mache ich das normalerweise so: Zuerst tippe ich die Notizen ab, die ich mir vor Ort gemacht habe, und sortiere sie etwas. Meistens kann ich am Computer noch etwas klarer formulieren, was ich mit den Stichworten gemeint habe, so entstehen erste Sätze. An einem dieser provisorischen Sätze "nimmt es mich dann rein", und ich hänge noch einen Satz dran und noch einen. So ist schnell ein ganzer Abschnitt geschrieben. Nach diesem Anfang, den ich meist recht schnell und spontan schreibe, ohne grosses Überlegen, sondern einfach assoziativ, muss ich mich dann wieder distanzieren, damit ich nicht wichtige Dinge vergesse. Ich schreibe mir dann Fragen auf wie "was hat mir gefallen", "was habe ich schlecht gefunden", "was habe ich nicht begriffen", "was muss ich unbedingt sagen (Daten etc.)", "was ist das Ziel der Ausstellung" etc. Wenn ich anhand der Antworten auf diese Fragen dann nicht gleich weiterschreiben kann, mache ich noch die Angaben zu Datum, Ort, Verlag, die am Ende des Artikels stehen müssen, oder suche die Bilder dazu heraus.
Bei grösseren Ausstellungen wie im Kunsthaus Zürich gibt es eine Pressemappe, wo neben Informationen auch eine CD mit Bildern enthalten ist. Meist gibt es dazu auch ein Blatt mit Abbildungen und Legenden, so dass ich ein geeignetes Bild heraussuchen und von der CD auf meinen Computer kopieren kann. (Wenn ich es denn öffnen kann, mein Computer hat da so seine Probleme mit Bild-CDs…) Teilweise sind das riesige Datenmengen, die Dürer-Stiche, die ja im Original nicht grösser als A4 sind, waren teilweise mehr als 40MB schwer! Aber besser zu gross als zu klein, es ist auch schon vorgekommen, dass ich einem Bild hinterherrennen musste, das mir die Verantwortlichen zu klein geschickt haben. Das ausgewählte Bild muss ich in einem speziellen Ordner abspeichern, es wandert dann in die Bilddatenbank, auf die ich vom Intranet aus zugreifen kann. Dort muss das Bild zugeschnitten werden, sobald ich die Koordinaten vom Layout weiss. Dann bearbeitet die Bildredaktion es noch, bevor man es schliesslich in die Seite einfügen kann.
Zurück zum Text. Nachdem ich den provisorisch fertig verfasst habe, drucke ich ihn mal aus. Ich kontrolliere dann, ob ich was vergessen habe, ob ich Sätze begonnen und nicht zu Ende geschrieben habe, oder ob ich gleich Tippfehler finde. Manchmal muss ich noch Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten ergänzen oder ganze Abschnitte austauschen, damit beispielsweise die ganzen Hintergrundinfos nicht alle am Schluss kommen und man nicht fertigliest. Als ich noch zu Hause geschrieben habe, habe ich den Text an diesem Punkt jeweils jemandem zum Gegenlesen gegeben, der keine Ahnung hatte vom Inhalt, der Ausstellung oder dem Künstler. Meist war das meine Mutter, sie hat mir nach dem Lesen gesagt, wo sie nicht drauskam, ob sie sich was vorstellen konnte bei meinen Bildbeschreibungen und ob sie den Text allgemein spannend fand.
Etwas habe ich vergessen zu sagen: Natürlich habe ich Vorgaben, wie lang der Text sein soll. Für einen Unterhänger, also einen kleineren Artikel im unteren Teil der Zeitungsseite, sind das zwischen 2000 und 2500 Zeichen inkl. Leerschläge. Aufhänger sind zwischen 3000 und 4000 Zeichen lang, Frontartikel (auf der ersten Seite des Bundes, z.B. mein UFO-Text vor ein paar Wochen) dürfen auch länger sein. Die Länge muss ich also, sobald ich mal alles hineingeschrieben habe, was ich sagen will, immer wieder überprüfen. Meist sind meine Texte dann entweder ein wenig zu kurz oder viel zu lang. Zweiteres ist ärgerlich - kürzen ist oft schwieriger als noch etwas hinzuzufügen. Da fällt mir ein Satz ein, den ich einmal gehört habe: "Kill your darlings" - streich deine Lieblingssätze. Die Sätze, die man als Autor am tollsten findet, seien oft die, die irgendwie problematisch sind, und die, von denen man sich natürlich am schwersten trennt und von denen dann der ganze restliche Text abhängt. Dieses Prinzip habe ich aber noch nicht ausprobiert.
Nach dem Schreiben der Dürer-Besprechung hatte ich ein gutes Gefühl, dies wurde mir mit einem "sehr schön" von Seiten meiner Vorgesetzten bestätigt. Nur ein paar kleine Korrekturen musste ich noch vornehmen. Tatsächlich ein guter Tag.
3. November 2006
cena et labora
(speise und arbeite)
Den ganzen Tag an der Kasse stehen, hunderte Male mit der Zange in der rechten Hand ein Wienerli nehmen, ins Brötli in der Linken legen und über den Tresen reichen. Kisten mit Brötchen, Wienerli und Panzerotti im Lager aus dem Kühlraum holen, auf ein Palett stapeln, mit dem Rolli durch das halbe Gebäude navigieren und schliesslich die ganzen Kisten an den richtigen Ort tragen. Sich bücken, ein Blech aus dem Kühlfach nehmen, in den Ofen schieben und die Ofentüre zuknallen. Auf Nachfrage eines Kunden zum Kühlregal schlendern und nachschauen, ob es wirklich schon wieder keine Princess-Torten mehr hat.
Und jetzt: sitzen, lesen und tippen. Hin und wieder jemanden was fragen gehen, aufs Klo, oder was aus dem Drucker holen. Kein Wunder, muss ich diesen Bewegungsmangel mit ständigem Naschen kompensieren. Nach jeder halben Stunde konzentrierter Arbeit plagt mich ein Hüngerchen: Manderindli, Trauben und Balisto, und in den ersten zwei Praktikumswochen habe ich fast pausenlos Schokolade gefuttert.
Hinzu kommt, dass das ständige Sitzen dem Rücken überhaupt nicht gut tut. Bisher hatte ich zwar keine Probleme, habe mich aber im Netzt schon ein wenig schlau gemacht. Voilà.
"Ein wichtiger Beitrag zur Vorbeugung von Schäden ist das "dynamische Sitzen". Dynamisches Sitzen verlangt nach häufigem Ändern der Sitzposition, dem Wechsel zwischen vorderer und hinterer Sitzposition, Einbeziehung einer körpergerechten Rückenstütze und Nutzung der gesamten Sitzfläche. Dynamisches Sitzen entlastet die Wirbelsäule, entspannt die Muskulatur, die inneren Organe werden nicht eingeengt, der Stoffwechsel wird gefördert, und es kommt nicht zu Ermüdungen.
Der Komfort moderner Büros verleitet zum Sitzenbleiben bei der Arbeit. Deshalb sollte man sich trotz bester Qualität des Sitzmöbels hin und wieder selbst zum Aufstehen und Bewegen motivieren. Hier einige Tipps:
Schon fünf mal an einem langen Nachmittag kurz aufstehen und zwei Meter zum nächsten Schrank gehen kann den Kreislauf wieder in Schwung bringen.
Ich gehe sogar die zehn Meter zum Drucker zu Fuss, anstatt sie im Bürostuhl zurückzulegen! Pluspunkte!
Öfter mal im Stehen Telefonieren – das lockert nicht nur den Körper.
Naja. Mein Telefon klingelt höchstens einmal pro Tag, und selbst jemanden anrufen musste ich bisher auch nicht viel öfter.
Sich einfach mal den Luxus gönnen, einige Arbeiten im Stehen zu erledigen – zum Beispiel das Sortieren von Unterlagen oder das Notieren erster kreativer Ansätze mit lockerer Hand.
Kreativität ist momentan bei mir nicht gerade in rauhen Mengen vorhanden. Glücklicherweise ist jetzt Wochenende.
Und jetzt alle zusammen:
Übung 1
Beginnen Sie, indem Sie sich im Sitzen zurücklehnen und erst einmal räkeln und strecken. So werden kleine Verspannungen gelöst.
Übung 2
Im aufrechten Sitz verschränken Sie die Hände im Nacken und drehen den Oberkörper langsam nach rechts und links.
Die Übung trägt zur Mobilisation der Brustwirbelsäule bei.
Übung 3
Im aufrechten Sitz strecken Sie die Arme nach oben und greifen abwechselnd mit den Händen zur Decke.
Mit dieser Übung sollen Verspannung gelöst werden.
Übung 4
Im aufrechten Sitz kreisen Sie mit den Schultern einige Male langsam von vorne nach hinten und dann von hinten nach vorne.
Die Muskulatur des Schultergürtels wird gedehnt. Verspannungen werden gelöst.
Versuchen Sie, ein oder zwei Übungen in Ihren Tagesablauf einzubauen. Sie können selbst am besten entscheiden, welche Übungen Ihnen gut tun und wann Sie die Übungen durchführen möchten."
(www.buero-forum.de)
Meine persönliche Übung momentan: Ich zwinge mich dazu, die Beine beim Sitzen nicht übereinander zu schlagen. Schliesslich sollen sie auch in zwanzig Jahren noch schön sein.
Den ganzen Tag an der Kasse stehen, hunderte Male mit der Zange in der rechten Hand ein Wienerli nehmen, ins Brötli in der Linken legen und über den Tresen reichen. Kisten mit Brötchen, Wienerli und Panzerotti im Lager aus dem Kühlraum holen, auf ein Palett stapeln, mit dem Rolli durch das halbe Gebäude navigieren und schliesslich die ganzen Kisten an den richtigen Ort tragen. Sich bücken, ein Blech aus dem Kühlfach nehmen, in den Ofen schieben und die Ofentüre zuknallen. Auf Nachfrage eines Kunden zum Kühlregal schlendern und nachschauen, ob es wirklich schon wieder keine Princess-Torten mehr hat.
Und jetzt: sitzen, lesen und tippen. Hin und wieder jemanden was fragen gehen, aufs Klo, oder was aus dem Drucker holen. Kein Wunder, muss ich diesen Bewegungsmangel mit ständigem Naschen kompensieren. Nach jeder halben Stunde konzentrierter Arbeit plagt mich ein Hüngerchen: Manderindli, Trauben und Balisto, und in den ersten zwei Praktikumswochen habe ich fast pausenlos Schokolade gefuttert.
Hinzu kommt, dass das ständige Sitzen dem Rücken überhaupt nicht gut tut. Bisher hatte ich zwar keine Probleme, habe mich aber im Netzt schon ein wenig schlau gemacht. Voilà.
"Ein wichtiger Beitrag zur Vorbeugung von Schäden ist das "dynamische Sitzen". Dynamisches Sitzen verlangt nach häufigem Ändern der Sitzposition, dem Wechsel zwischen vorderer und hinterer Sitzposition, Einbeziehung einer körpergerechten Rückenstütze und Nutzung der gesamten Sitzfläche. Dynamisches Sitzen entlastet die Wirbelsäule, entspannt die Muskulatur, die inneren Organe werden nicht eingeengt, der Stoffwechsel wird gefördert, und es kommt nicht zu Ermüdungen.
Der Komfort moderner Büros verleitet zum Sitzenbleiben bei der Arbeit. Deshalb sollte man sich trotz bester Qualität des Sitzmöbels hin und wieder selbst zum Aufstehen und Bewegen motivieren. Hier einige Tipps:
Schon fünf mal an einem langen Nachmittag kurz aufstehen und zwei Meter zum nächsten Schrank gehen kann den Kreislauf wieder in Schwung bringen.
Ich gehe sogar die zehn Meter zum Drucker zu Fuss, anstatt sie im Bürostuhl zurückzulegen! Pluspunkte!
Öfter mal im Stehen Telefonieren – das lockert nicht nur den Körper.
Naja. Mein Telefon klingelt höchstens einmal pro Tag, und selbst jemanden anrufen musste ich bisher auch nicht viel öfter.
Sich einfach mal den Luxus gönnen, einige Arbeiten im Stehen zu erledigen – zum Beispiel das Sortieren von Unterlagen oder das Notieren erster kreativer Ansätze mit lockerer Hand.
Kreativität ist momentan bei mir nicht gerade in rauhen Mengen vorhanden. Glücklicherweise ist jetzt Wochenende.
Und jetzt alle zusammen:
Übung 1
Beginnen Sie, indem Sie sich im Sitzen zurücklehnen und erst einmal räkeln und strecken. So werden kleine Verspannungen gelöst.
Übung 2
Im aufrechten Sitz verschränken Sie die Hände im Nacken und drehen den Oberkörper langsam nach rechts und links.
Die Übung trägt zur Mobilisation der Brustwirbelsäule bei.
Übung 3
Im aufrechten Sitz strecken Sie die Arme nach oben und greifen abwechselnd mit den Händen zur Decke.
Mit dieser Übung sollen Verspannung gelöst werden.
Übung 4
Im aufrechten Sitz kreisen Sie mit den Schultern einige Male langsam von vorne nach hinten und dann von hinten nach vorne.
Die Muskulatur des Schultergürtels wird gedehnt. Verspannungen werden gelöst.
Versuchen Sie, ein oder zwei Übungen in Ihren Tagesablauf einzubauen. Sie können selbst am besten entscheiden, welche Übungen Ihnen gut tun und wann Sie die Übungen durchführen möchten."
(www.buero-forum.de)
Meine persönliche Übung momentan: Ich zwinge mich dazu, die Beine beim Sitzen nicht übereinander zu schlagen. Schliesslich sollen sie auch in zwanzig Jahren noch schön sein.
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