Heute: Was es in einer Stadt alles zu sehen gab, in der man (ganz ehrlich!) eigentlich nur im Café sitzen und die Zeit mit Lesen totschlagen wollte. In einer Stadt, die ausser französischen Bäckereien und Restaurants angeblich keinen Reiz hat.
Today: What there's to see in a city where you'd honestly just intended to sit in a café and kill time with a book. In a city that supposedly has nothing of interest except for French-style bakeries and cafés.
Still in the café, a book lying on my table: Kung's Café, a hidden treasure. Danke Benno.
Laos' Tragödie: Im "Secret War" wurden während des Vietnamkriegs mehr
Bomben pro Kopf auf Laos abgeworfen als je zuvor oder danach auf jedes
andere Land. Bis zu 30 % davon sind nicht explodiert und haben seit
Kriegsende über 20 000 Menschen verletzt oder getötet. More: http://www.uxolao.org/
COPE ist nur
das "Visitor Centre" der gleichnamigen Institution, welche die laotische
Bevölkerung dabei unterstützt, mit den UXO-Verletzungen umzugehen und
Prothesen zu bauen.
Tempel-Baustelle.
Yes, still in Laos.
I swear!
Wat Sisaket.
Just another temple. Except for the fact, that it's got more than 10 000 Buddha statues.
Please note the holes in the wall: 1 - 2 Buddha statuettes in each.
Good old Buddha...
... and the evil twin.
Abstellkammer für tote Götter. (Nirvana?)
Yet another Wat! Yay!
Und ganz zum Schluss noch das Nationalmuseum.
The National Museum in Vientiane - where time stood still and Laos is a proud, prosperous country
Vientiane ist ein anderes Laos als das, was ich kenne. Hier gehen die Leute am Sonntag auf der asphaltierten Mekong-Promenade joggen oder mit ihren - angeleinten! - Hunden spazieren. Hier gibt es französische Bäckereien und Cafés, es gibt die Pizza Company, Swensen's Ice Cream und Black Canyon Coffee.
Anstatt dass die Leute in ihren Hängematten liegen, besuchen sie die Aufführungen ihrer privat geschulten, nett angezogenen Kinder in einer protzigen Event Hall. Hier sind die Häuser höher als zwei Stockwerke, die Luft ist von Abgasen verpestet und man hört des Öfteren ältere Herren in gebrochenem Englisch mit ihren jungen asiatischen Frauen streiten. Keine Hühner auf den Strassen, keine bekannten Gesichter, wenig Frauen in Sihns. Paksé und Vientiane - ein bisschen wie Aarau und Zürich.
Vientiane is a different Laos than the one I've known so far. On Sundays, people go jogging on the paved Mekong boardwalk or walk their dogs (which are on leashes!!). Here, you've got French bakeries and cafés, the Pizza Company, Swensen's Ice Cream and Black Canyon Coffee. Instead of lying in their hammocks and drinking beer, people go to pretentious Event Halls to visit dance shows of their kids. In Vientiane the houses are actually more than two stories tall, the air is thick with fumes and you hear elderly men argue in broken English with their young Asian wifes. No chickens on the street, no familiar faces, few ladies wearing sihns. Paksé and Vientiane - that's a little like my hometown Aarau and big fancy Zurich.
Und zum Schluss:
Papaya-Salat und Hühnerfüsse, letztere frittiert diesmal.
Aaaach - so viel erlebt in einer Woche: Vientiane kennengelernt (nein, keine Französin, sondern die Hauptstadt von Laos), mich nicht in sie verliebt, sondern sie gleich wieder für Luang Prabang verlassen. Endlich wieder Kultur - ethnologisches Museum; Galerie für zeitgenössische Kunst; das erste Glas Wein nach 4 Monaten, in einer ganz tollen Weinbar; Modeschau mit traditionellen Trachten; zwei Filmemacher kennengelernt, die eine Dokumentation über ein laotisches Dorf im Wandel drehen. Wasser auf meine kulturell ausgedörrte Seele - dafür hats dann auch gleich vier Tage lang geregnet.
Bo pen yang. Der lokale Second-Hand Bookshop (abends auch ein Kino, wie super ist das?!) hat mich gerettet: "Extremely Loud & Incredibly Close" von Jonathan Safran Foer entdeckt, wunderwunderschön. "Our laughter kept the feathers in the air. I thought about birds. Could they fly if there wasn’t someone, somewhere, laughing?", und: "I took the world into me, rearranged it, and sent it back out as a question: 'Do you like me?'"
"Sorry I have no time for fishing trip yesterday", entschuldigt sich unser Guesthouse-Wirt Mr. Hom dafür, dass er das versprochene Barbeque am "very secret" Wasserfall ausfallen liess. Es folgt die Rechtfertigung: "I have to drinking", kichert er, "yesterday, today, drinking every day." Ganz offensichtlich; denn während er ausrechnet, was wir ihm für drei Übernachtungen schulden, scheint er etwas unkonzentriert. Man kann Mr. Hom nicht böse sein, dem lustigen Mann mit den abgetragenen Anzughosen und dem dicken blutten Bauch.
Das grosse, dunkle Gebäude ist "Mekong Dream" - unser Guesthouse.
Es ist elf Uhr Vormittags, und vor fünf Minuten tuckerte einer von Mr Homs Freunden erstaunlich pünktlich mit seinem gelb-schwarz gestreiften Boot an, um uns abzuholen. Hinter uns liegen vier Tage im Paradies - endlich haben mein Lehrerkollege Josh und ich die 4000 Inseln besucht; die Destination, wegen der die Touristen Halt in Paksé machen. Wo man seltene Flussdelfine beobachten kann. Wo die wohl glücklichsten Hühner der Welt leben. Und: Wo der Puls des Lebens noch langsamer schlägt als im restlichen Laos.
*
Wenn die Schulglocke morgens um halb 8 läutet - ein Geräusch, das klingt, als ob zwei Eisenrohre aneinander geschlagen werden -, bedeutet das Arbeitsbeginn für die Kinder und Feierabend für die Erwachsenen. Längst haben die Fischer ihre Beute aus dem Mekong gezogen, und so trifft Mann sich jetzt mit seinen Kollegen, um Pétanque zu spielen und zu trinken. Die Frauen sitzen zum gemütlichen Schwatz vor dem Lädeli der Kollegin oder legen sich in die Hängematte des eigenen leeren Restaurants. Mr. Homs sechs Kinder sind in der Schule, er selbst muss noch kurz eine Bettdecke waschen, bevor "drinking" losgeht. Mitsamt der Decke steht er brusttief im Mekong, während seine Katzen und Hunde auf den hölzernen Treppenstufen des Guesthouses schlafen. Auf der anderen Seite des Flusses baden, dösen und käuen die Wasserbüffel im seichten Wasser. Am Ufer meint ein Hahn noch, er könne die träge Gesellschaft wecken, stakst ungeduldig umher und schreit um sein Leben. Zwecklos - es ist zu heiss, um zu arbeiten, und so ruhen sich Mensch und Tier ganz selbstverständlich vom Nichtstun aus. "Pak Phon" heisst das in Laos und wird hier auf Don Khon von Morgens bis Abends gemacht.
Jedenfalls in der Nebensaison, denn in der Hauptsaison kommen die Touristenboote im Halbstundentakt vom Festland aus an. Don Det, gleich nördlich von Don Khon, ist die Partyinsel im Süden von Laos. Ein Dutzend Guesthouses, ein kleiner Strand, eine schmale Strasse, die von Bars gesäumt wird, in denen "Happy Shakes" und eimerweise Bier ausgeschenkt werden. Als Josh und ich eines Abends mit dem Velo über die Brücke und rauf nach Ban Huan Det fahren, hängen die Angestellten gelangweilt und ausgelaugt am Tresen, während eine Handvoll verlorene Backpacker verzweifelt Partystimmung suchen und schlussendlich doch nur halb betrunken auf der Strasse stehen. Dünnes Licht scheint auf die leeren Tische, ein unheimlicher Riesenkäfer macht den Billard-Tisch unsicher und zwei Briten mit "Happy Hour Vang Vieng"-T-Shirts schauen düster in ihre Bierkübel und erzählen sich alle paar Minuten gelangweilt eine Backpacker-Anekdote.
Schnell wieder weg. Als wir mit über die holprige Strasse wieder in "unseren" Teil der Insel fahren, sehen wir einen wunderschönen Sternenhimmel und ein paar Glühwürmchen und sind uns einig, dass die Natur auf der Inselwelt einfach bezaubernd ist. Minuten später muss ich nach Josh im Nebenzimmer rufen, weil auf meinem Bett unter dem Moskitonetz eine fette Kakerlake rumläuft. Bezaubernd.
Sonnenuntergang auf Don Det.
Am nächsten Morgen radeln wir früh zum Fischerbeizli. Dolphin-Watching steht als Highlight auf dem Programm, bevor wir uns für den Rest des Tages wieder dem "Pak Phon", unserem Kartenspiel und den Fruchtshakes widmen. Ich bin skeptisch - der Lonely Planet spricht nur im Konjunktiv von den Delfinen, die man hier "gelegentlich" sehen könne, und wenn, dann auch nur eine Schwanzflosse und keine "Flipper-mässige Action". Mr. Hom sagt, es sei Jahre her, dass er einen Delfin gesehen habe. Als unser Boot anhält und wir anfangen zu warten, frage ich mich also, wie lange es wohl geht, bis der junge Bootsführer "no dolphins today, sorry" sagt und den Motor wieder anwirft. Fünf Minuten später flüstert er "Cambodia", zeigt zum entgegengesetzten Ufer und klopft mir hektisch auf die Schulter. Tatsächlich - nahe der Küste des Nachbarlandes tauchen immer wieder Silhouetten auf, weit weg, aber klar als Delfine erkennbar. Die Irrawaddy-Flussdelfine sind fast ausgestorben, laut Lonely Planet leben nur noch knapp 100 in dieser Gegend. Fünf Minuten später sehen wir zwei davon von nahem - nur rund 15 Meter entfernt ziehen sie ruhig durchs Wasser und tauchen hin und wieder auf, um Luft zu holen. Magisch.
Don Khon ist Laos pur - wunderschöne Landschaften und gemütliche Menschen, die sich gerne ausruhen, am liebsten Beerlao trinken und sich herzlich freuen, wenn Ausländer ein paar Worte Lao sprechen. Als wir unsere Rechnung - günstige 15 Franken pro Person für drei Übernachtungen - bezahlt haben, streichle ich ein letztes Mal eine der schlafenden Katzen, spraye mich mit Mosquito Repellent ein und steige ins wacklige Boot. Vom Regen in der Nacht ist die Luft angenehm kühl. Wir waren im "Mekong Dream Guesthouse" die einzigen Gäste in den letzten drei Tagen, aber "bo pen yang", macht nichts - nun kann sich Mr. Hom ungestört dem Tempelfestival widmen, das heute der Grund für "Pak Phon" und "drinking" ist. Lachend winkt er uns zu, als wir langsam davontuckern. Ein glückliches Leben ist das hier.
Die Dorfapotheke - leider habe ich mir einen Chäfer eingefangen.
"Pak Phon" auf Mr. Homs Terrasse.
Die Bambushängematten sind viel bequemer als die gewobenen!
So härzig!
Jöö. Ich liebe Babysäuli.
Sipsong muu, zwölf Ferkelchen hat der Mann. Er ist übrigens der Apotheker.
Und hier wohnt er.
Abendstimmung am Mekong.
Auf dem Heimweg vom "Strand" (baden kann man leider nicht).