Nun, über alte Lieben kann ich nicht referieren, aber dafür über alte Velos: Meines hat meine Mama vor fast 30 Jahren bei Bernard Burnier in Aigle gekauft. (Dort, wo ich sechs Jahre später so gerne das rosarote Velo mit den Röschen bekommen hätte, aber zwecks Nachtragen durch meinen kleinen Bruder schliesslich das hellblaue - "neutrale" - bekam.) Eines Frühlingsmorgens letztes Jahr überkam mich wieder mal die Liebe in Gestalt einer Reparaturwut. Zusammen mit meinem ganz persönlichen Handwerker habe ich Rost abgeschliffen und die Stellen liebevoll silbern übermalt. Wir haben die Gänge frisch eingestellt - inklusive neuem Kabel. Und die Halterungen für die abnehmbaren Velolichter entfernt, die eh immer zu Hause in der Schublade liegen when darkness falls. Dafür gab es ein nigelnagelneues Dynamo mit richtig altmodischen Lichtern.
Altes Velo - alte Liebe, dachte ich, und fuhr fröhlich mit meinem "neuen" Velo herum. Bis ich, eine Woche später, angefahren wurde und mich selbst sowie das Velo flicken lassen musste. Glücklicherweise nichts schlimmes, aber plötzlich fiel mir wieder viel mehr auf, wie hart die Gänge bei einem solchen Velo sind, wenn man eine Steigung von 5% zu bewältigen hat. Und dass ich ja noch nie gerne Velo gefahren bin. Nochmals eine Woche später riss das erste Lichtkabeli - soviel zu "mit Dynamo hat man immer Licht". Jetzt, ein Jahr später, steht das gute Stück seit einiger Zeit bei meinem Freund. Gehasst und doch vermisst.
Ich hoffe mal, mit der Liebe geht das anders.
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