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18. Februar 2012

Thai Lovestory.

Letzte Woche @ ECC.

Carl: (zeichnet zwei Figuren in ein Herz) Who is this woman? Can we give her a name?

Students: Jenny.

Carl: And who's the man?

Students: Alex (Al ist einer von uns Trainees, deswegen fangen die Schüler an zu kichern)

Carl: Where did Alex and Jenny meet?

Student: In the park (sagen sie, da ihre Aussprache aber so schlecht ist, versteht Carl "in the pub")

Carl: In the pub, ok! What did they do there?

Students: Dance

Carl: Good! Anything else?

Students: Get drunk (immer mehr Gelächter, die Schüler - hauptsächlich SchülerINNEN - sehen nicht aus, als würden sie sich jedes Wochenende besaufen.)

Carl: (erstaunt) Wow - ok! And when did they meet?

Students: (alle reden durcheinander)

Carl: (versucht etwas herauszuhören) Last year?

Students: (immer noch ein unverständliches Geschwafel)

Carl: Last week? (dann versteht er endlich, was sie sagen) Ooh - last night?! Wow, you guys move fast!

Students: (lachen)

Carl: So - what did they like to do together, last night?

Students: (die einen machen sich so ihre Gedanken und grinsen einander an, der Rest findet es einfach so lustig)

Wir anderen Lehrer: (haben grosse Mühe, lehrermässig dreinzuschauen und nicht laut loszulachen)

Students: (tuscheln, kichern verlegen, wissen nicht mehr was sagen)

Carl: What do they like to do together?

Students: ...talk

Carl: (erleichtert) Ok! Talk! Good!

17. Februar 2012

Im Nirvana.

Meine Schultern sind völlig verspannt - meine "I Heart Aarau"-Tasche mit den Schulsachen wird von Tag zu Tag schwerer. "Are you okay?", fragte die Masseurin, als sich meine Muskeln nach zwanzig Minuten immer noch wie Stahlseile anfühlten. "Yes, fine", antwortete ich so überzeugend wie möglich. Drei Wochen Schule, kein Sport, kein Ausgang im eigentlichen Sinne, da braucht es mehr als eine einzige Massage, um locker zu werden. Was für ein Fehler, dass ich mir erst heute eine gegönnt habe! Dabei läge das Nirvana gleich neben meiner Schule.



7. Februar 2012

Neuer Alltag.


10 Tage hier, und so vieles ist schon Alltag geworden! Das Musikhören abends in meinem gemütlichen Zimmer im Guesthouse, die morgendliche Fahrt mit dem Sammeltaxi zur Schule. Das Joghurt-Müesli-Frühstück auf dem Balkon. Reception-Johns Antwort auf meine Frage, wie es ihm geht: "Okay." W-Lan auf dem Handy morgens und abends kurz einschalten, um Whatsapp-Messages abzuholen (wink!!). Dass die Tiere hier T-Shirts tragen und die Menschen trotz der Hitze langärmlige Shirts. Das Mittagessen beim "local Restaurant", wo es herrliches grünes Curry gibt, Krokodilfleisch (hab ich noch nicht gegessen) und diese speziellen Omeletts mit sour sausage. Dass die Stromleitungspfosten mit CDs versehen sind, damit sie die Auto- und Töfflifahrer auch nachts sehen. Die Oreo-Guetzli zum Zvieri, nach denen ich bereits süchtig bin. Aber auch der viele Verkehr und leider auch der Obdachlose, der hinter einer Statue beim Tempel haust, an dem ich jeden Tag vorbeifahre.


Etwas vom Schönsten an meinem neuen Alltag sind die Schüler, die wir jeden Abend unterrichten. Erstaunlich schnell konnten wir uns ihre einsilbigen Spitznamen merken - Noon, Sam, Eam, Nee, Pai... - und erstaunlich lieb gewonnen haben wir sie schon in der ersten Schulwoche. Es war unheimlich schön zu erleben, wie der schüchterne Mark aufgetaut ist. Heute habe ich in der Zvieripause mit zwei neuen, mit ihren 16 Jahren sehr jungen Schülerinnen geplaudert und sie gleich ins Herz geschlossen. Und soeben habe ich bei Saii, die bei einer Reiseagentur hier in Chiang Mai arbeitet, einen Kochkurs für das kommende Wochenende gebucht. Ich musste lachen, als sie mir per Mail die Infos schicke und mit einem ** These prices are the special for you!!! <3 Secret ^^ versah...

Umso erfreulicher war es deshalb, dass meine schriftliche Beurteilung zum ersten Kursdrittel so positiv ausfiel. "Very nice rapport/manner with your students", lautete die erste Zeile ("rapport" ist der Fachbegriff für die Beziehung Lehrer-Schüler), und "Keep up your strong start to the course Evelyne" die letzte. Ich kann gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass mir der Kurs und vor allem auch das Unterrichten Spass machen. Es hätte auch sein können - und davor hatte ich Angst -, dass es mir so gar nicht zusagt und ich mich ein halbes Jahr lang durchquälen müsste.

So freue ich mich auf meine "richtigen" Schüler in Laos, die ich in drei Wochen kennenlernen werde. Und bin gespannt, wie der Alltag dort aussehen wird.

31. Januar 2012

Back to School.

Keine Freizeit - so siehts aus. Und wohl auch nicht viel Bloggen in den nächsten vier Wochen, aber worüber auch, ohne Freizeitaktivitäten? Die Schule hat begonnen, am ECC Teacher Training Center in Chiang Mai.






















Und wieder: Bisher ist alles super, ist zwar sehr intensiv und anstrengend, macht aber Spass. Zusammen mit acht anderen Trainees - die Hälfte davon aus Grossbritannien, zwei Amerikaner, ein Australier, eine Filipina - lerne ich, was es heisst, Schülern aus aller Welt Englisch beizubringen.

Zuallererst heisst das für mich, dass mein ganzer Tag nun in Englisch stattfindet. Vom "Sawatikaa, hello, John" beim Verlassen des Guesthouses übers "How's it going?" im Foyer der Schulräumlichkeiten bis zum letzten "Still working, John?!" zurück im Guesthouse. Ganz schön anstrengend, aber auch spannend. Ich liebe es, eine fremde Sprache zu sprechen und zu merken, dass ich das meiste verstehe und mich gut ausdrücken kann, mich selber aber auch zu beobachten, auf die Aussprache meiner Kolleginnen und Kollegen zu achten und immer wieder Neues zu lernen. Zum Beispiel, dass mein "eingeschlafenes Bein", mit dem ich heute den ganzen Tag herumlief, weil ich die letzte Nacht irgendwie seltsam darauf gelegen habe, auf Englisch "a dead leg" heisst.

Schon gestern haben wir unsere Versuchskaninchen kennengelernt: Schüler im Alter von 19 bis 35 Jahren, die einen Monat lang jeden Abend zwei Stunden Englisch lernen. Für einen vergleichbar kleinen Betrag, dafür müssen sie mit Anfänger-Lehrern Vorlieb nehmen. Obwohl - etwa die Hälfte von uns hat schon mal unterrichtet, manche schon mehrere Jahre. Hier in Asien sind Englischlehrer immer noch sehr gesucht, eine willkommene Möglichkeit für englischsprachige Reiselustige, Geld zu verdienen und gleichzeitig eine fremde Kultur kennen zu lernen. Gut zu wissen!

Heute war Day 2, und schon haben wir zum ersten Mal unterrichtet. Meine Aufgabe war es, mit den Schülern Wörter rund um die Themenkreise Bekannte/Familie/Freunde zu repetieren und die Aussprache zu üben. Es hat unglaublich Spass gemacht! Die Schüler (14 Frauen, nur 2 Männer!) sind sehr motiviert, machen mit, sind interessiert am Unterrichtsstoff und an uns und im Vergleich zu Schweizern auffallend fröhlich. Wie die meisten Thais lächeln sie sehr viel, und meistens scheint es von Herzen zu kommen.

Wie könnte man sich in einer Stadt mit solchen Menschen nicht wohl fühlen?