Eineinhalb Jahre noch, ziemlich genau. Dann ist er da: Der Tag, an dem ich 30 werde. "Das ging ja schnell", werde ich wohl sagen.
"Have you ever drunk Absinth?", fragte mich Josh heute, als wir an der Kasse des "Friendship"-Supermarktes standen. Ich war in Gedanken versunken darüber, wie erstaunlich gross der Backpacker war, der nach uns den Laden betreten hatte, woher er wohl kam und ob sein roter Rucksack zu seinem roten Haar passte oder nicht. Joshs Frage, weil er eine Flasche Absinthe im Spirituosenregal stehen sah, liess mich schmunzeln. "Yes", sagte ich, und erzählte, dass "Absinth trinken" auf meiner 30-Jahre-Bucket-List weit oben gestanden hatte. Eigentlich ist es ja nichts Spezielles, aber der Mythos der grünen Fee hatte mich neugierig gemacht und weil unsere Hausbar keinen Absinth enthielt, kam er kurzerhand auf die Bucket List. Und wurde kurz darauf nach einem Besuch in einer Solothurner Absinthe-Bar wieder gestrichen.
Ich liebe Listen. Packlisten, To-do-Listen, Einladungslisten, Einkaufslisten, Listen für meine Schüler, was geprüft wird, Listen, wann ich wie viel Sport gemacht habe. Ist es da verwunderlich, dass ich eine Bucket List habe mit Dingen, die ich in meinem Leben bzw. vor meinem 30. Geburtstag tun will? (Ja, ich habe tatsächlich zwei verschiedene Listen.)
Nun machen Listen ja nur Sinn, wenn man Dinge darauf durchstreichen oder abhaken kann. 5 von 16 Dingen auf meiner 30-Bucket-List sind erledigt; darunter "nach Irland gehen", "mich wieder mal verlieben" und eben, "Absinthe trinken". "Ein neues Zuhause finden", "Vegetarierin werden" und "allein backpacken" sind in greifbarer Nähe und "regelmässig joggen" zurzeit sogar erfüllt.
Gleich noch einmal am gleichen Tag musste ich vorher an meine Bucket List denken: In meinem aktuellen Hörbuch gingen zwei in ein Pub in London. Ach, prompt tauchten vor meinem inneren Auge dunkle Holzwände auf, überschwappende Guinness-Gläser, eine ziemlich volle Bar und die wippenden Füsse eines älteren Mannes, der zusammen mit seinem Bandkollegen fröhliche Musik machte und der so klein war, dass seine Füsse nur bis zur Mitte des Barhockers reichten. Ein beissend kalter Wind, gut gelaunte Menschen und archaische Steinmauern - Punkt 11 auf meiner Liste ist "nochmal nach Irland gehen". Doch wie heisst es? Man will immer das, was man gerade nicht hat - Punkt 11 wird bis nächstes Jahr warten müssen. Und dann durch "wieder nach Laos gehen" ersetzt werden.
3 Kommentare:
Das mit den Listen hast du schon in der Wiege gehabt. In den weggepackten Kinderbüchern findet sich immer mal wieder ein 'Biliothek-Kärtchen'. Es kann auch mal eine Notenliste für Geschwisterschüler sein oder eine, auf der sich ankreuzen lässt, was gewünscht wird.
"wieder nach irland gehen"...... esch au of minere lischte. aber die esch imaginär. ond het kes ablaufdatum.....
aber i wörd sösch metcho... ;)
(hihihi de chlii maa met de wippende füess :)))
haha - ha gwösst du reagiersch uf d'wipp-füess :)
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