Wie ich sie vermissen werde! Die wilden Pre-Intermediate-Schüler, von denen die Jüngste erst 13 ist und mit verschmitztem Zahnspangen-Lächeln frech (und vergeblich) nach "Candy" verlangt, sobald sie eine richtige Antwort gegeben hat. Die sportlichen Jungs, die vor der Stunde Muffins aus unserer Bäckerei verdrücken, sich in meine Schwester vergucken und die Schule erst dann ernst nehmen, wenn die Prüfungen näher rücken. Die schüchterne, intelligente High-School-Schülerin, die absichtlich ruhig ist, um nicht als Streberin abgestempelt zu werden. Die beiden laotischen Mitarbeiter an unserer Schule, die sich einmal High Five gaben, nachdem sie zusammen eine schwierige Aufgabe gelöst hatten. Die schlaue Panoy, deren Spitzname "kleiner Fisch" bedeutet, die die bunteste Kleidung trägt, am lautesten reden kann und immer zu spät kommt.
Dann die etwas reiferen Intermediate-Schüler: Die Mädchen-Truppe, die jeden Tag händchenhaltend und mit Tippelschrittchen das Schulzimmer betritt. Die zwei ganz unterschiedlichen Schwestern: Die eine selbstbewusst und laut, die andere schüchtern, dafür eine unglaublich fantasievolle Zeichnerin. Der Regierungsangestellte mit dem Cowboyboot-Schlüsselanhänger, der sich zehn Jahre jünger gibt und mich nach jeder Stunde die kompliziertesten Worte erklären lässt. Und die kluge College-Studentin, die mir heute vor der Stunde auf mein "How are you?" mit Tränen in den Augen ihr "broken heart" ausschüttete.
In den knapp zwei Monaten habe ich sie und sie mich ins Herz geschlossen. Und ich kann sagen, dass jede Stunde Freude gemacht hat - so zäh die Vorbereitungen oft waren, so hart das Erklären von Grammatik, so müde ich vorher manchmal war, es stimmt, was mein CELTA-Tutor John im Kurs einmal sagte: Unterrichten ist die beste Therapie. Man konzentriert sich so völlig auf die Schüler, dass keine Sorgen, keine Müdigkeit, nicht einmal körperliche Erschöpfung eine Chance haben. Dazu ist hinzuzufügen, dass meine Schülerinnen und Schüler zwar nicht sonderlich motiviert, aber meistens sehr anständig waren; ich hatte also zum Glück nicht mit übermässig frechen, lauten oder widerwilligen Teenagern zu kämpfen.
So schrieb ich heute Nachmittag kleine "Good Luck"-Kärtchen, klebte jedes auf ein Cookie-Päckli und fragte mich, ob ich meine Schüler vielleicht ein bisschen zu lieb gewonnen habe. Aber es ist wohl wie alles, was man in einem solchen halben Jahr erlebt: intensiver als der normale Alltag.
2 Kommentare:
säg nome, dass de absched scho langsam nöcher röckt... ongloublech wie die zyt verflügt!
so us de färni hani s'gfüehl du besch eifach en tolli lehrerin! wenni eini vo dine schüelerinne wär, wördi mi mega öber sones ermuetigs-chärtli fröie! =D besch eifach en säge!
kes problem die schüeler lieb öberzcho.. so schätz!
ond du besch au eine, i wörds liebe, be der id stonde zcho :))
ps: skype mer wedermol?vorher woni gseh ha dassd online besch het de peter zedi grad d'secherige müesse useneh zom lampe montiere, drom hani ned chöne alüte...:(
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