J.B. hat sich folgende Bücher ausgeliehen:
eben, "Der japanische Liebhaber" von Sujata Massey
"Der Lüge schöner Schein" von einem/r R. Hill
"Kakerlaken" von jemandem namens Nesbo (ich tippe auf einen Comic)
zudem hatte er/sie von einer früheren Ausleihe noch diese Bücher zu Hause:
"Das Phantom von Manhattan" von Frederick Forsyth
"Der Unfall" von Sebasti (?)
"Wie durch ein dunkles G" von Donna Leon (sollte, glaub ich, "Glas" heissen)
und "Der Tote im Smoking" von einem/r Mrs/Mr Gordon.
Spannend. Den "Toten im Smoking" würde ich sofort auch lesen, ich liebe diese Krimis mit Titeln im Agatha Christie-Stil, "Mord im Orient-Express" oder "Rendez-vous mit einer Leiche". Herrlich. Offenbar mag diese/r J.B. Krimis ebenfalls, denn Frederick Forsyth schreibt ja auch so Thriller-mässige Sachen, wenn ich mich recht erinnere. Und "Der Lüge schöner Schein" klingt mir ebenfalls sehr nach einem Rosamunde Pilcher-Werk, in das ein Mord eingeschmuggelt wurde. "Der Unfall" ist bestimmt auch so etwas ähnliches.
(Ich glaube immer mehr, es handelt sich bei J.B. um eine LeserIN, und zwar so zwischen 30 und 35. Ich kann mir nämlich keinen Mann vorstellen, der "Der Lüge schöner Schein" lesen würde, da hat es auf dem Cover bestimmt Blumen drauf, wie hier zum Beispiel. Oder ein idyllisches Einfamilienhaus mit Treppe und überdachtem Eingang. (Fehlanzeige übrigens.

Erst recht bei dieser Ausgabe, da ist ein halb verwester Fuss auf dem Cover. Würde ich nie lesen. Obwohl, auf den ersten Blick dachte ich, es sei ein Foto von der Mondoberfläche.

Naja, wenigstens beim englischen Paperback hängen ein paar Kirschblüten ins Bild.)

Lesen Männer überhaupt Krimis? Schreiben tun sie sie ja. Bitte um Kommentare zu diesem Thema, geschätzte Leser.)
Ich glaube, J.B. ist Anfang Oktober (der Beleg stammt vom 3.10.) noch für eine Woche in die Wärme geflogen. Nach Kos, oder nach Ägypten, irgendwo, wo man zu dieser Jahreszeit noch am Strand liegen kann. Und hat sich dafür einige spannende Bücher ausgeliehen. Um sich die Zeit zu vertreiben und zu relaxen, bevor der graue Alltag wieder ruft, beispielsweise wird nämlich am 17.10. ihr Jahresbeitrag bei der Bibliothek fällig. Wenigstens hat sie aber keine Mahnschulden, der Kontostand ist bei 0.00.
Nun nimmt mich aber noch wunder, was "Kakerlaken" für ein Buch ist. Ich dachte ja (aufgrund des Autoren-Namens), es sei ein Comic. Auch hier: 100% falsch. Sie haben einfach den Vornamen (Jo, wieder so unisex) weggelassen. Ich lasse dafür das Bild weg, ich mag Kakerlaken nämlich nicht besonders. Scheint mir ein sehr morbider, düsterer Thriller zu sein.
Nun ja, es stellt sich also heraus, das "Der Unfall" das einzige nicht-kriminelle Buch ist. Laut Amazon handelt es sich nämlich um eine Liebesgeschichte aus dem Bukarest der 30er Jahre. 1930er, muss man ja jetzt sagen. (Nicht wie bei 2046 von Wong Kar Wai, dieser Film würde ja nämlich in heutiger Zeitrechnung in den 50er Jahren spielen. Wunderbar futuristisch, ein sehr sehenswerter Film übrigens. Läuft so alle Jahre mal auf arte, glaub ich.)
Da ich aber ja (bestimmt nach diesem Test, in der Realität aber zumindest geistig) kein Kind des alten Jahrhunderts bin, google ich J.B. zum Schluss noch. Ups. Da erscheinen ganz viele russische Websites. Womit der Beweis erbracht wäre, dass alles Googeln nichts ist gegen solide, detektivische Recherchearbeit! Ich gebe mich aber noch nicht geschlagen und gebe den Namen noch bei den Weissen Seiten ein. Mit dem vollen Namen gibt es keine Treffer, da versuche ich den Vornamen und die Postleitzahl 5* für den Kanton Aargau. 10 Resultate: Ein(e) Dr.Ing., ein dipl.Ing., ein Elektroingenieur und ein dipl.Bauing., ein Techniker Feinmech. und ein katholischer Pater. Erstaunlich! Und alle tragen einen anderen Nachnamen, es handelt sich also bei den fünf Ing's nicht um ein- und dieselbe Person. Falls ihr euch also mal ein Kind wünscht, dass Ingenieur wird: fragt mich ruhig per Mail um den Namen an. (Ich kann ja verraten, dass es sich dabei um den Namen einer Insel im Ärmelkanal handelt, mit Z statt mit S geschrieben. Recht hübsch eigentlich.)
Trotzdem: Ich scheine mit meinen Vermutungen überall, also auch um das Geschlecht des Lesers völlig daneben gelegen zu haben, denn leider sind immer noch mehr Männer als Frauen in technisch-akademischen Berufen vertreten. Wahrscheinlich handelt es sich bei J.B. um einen älteren Herrn, der mitnichten ans Meer in die Ferien fährt. J.B. bleibt nämlich in seiner Freizeit lieber zu Hause - und liest gemütlich einen Kriminalroman.
4 Kommentare:
Um dich in deiner Detektivarbeit etwas aufzumuntern: Nein, ich persönlich lese keine Kriminalromane. Da ich jedoch grundsätzlich (fast) keine Bücher lese, bin ich ein denkbar schlechter Massstab. Aber zumindest keine weitere Ausnahme von der Evelyne'schen Regel.
Dafür habe ich 2046 gesehen, im Freien Film zu Aarau. Auch wenn ich mich nur noch ganz vage an den Inhalt erinnern kann (so geht es mir eigentlich mit allen Filmen, auch mit meinen Lieblingsfilmen): deiner Empfehlung "sehenswert" schliesse ich mich gerne an.
Aber ja doch, auch Männer lesen Krimis. Zum beispiel am Strand, wenn das Frisbeespiel langweilig wird...
Oder aber um eine Sprache zu lernen (zu empfehlen): Muñoz Molina: Los misterios de Madrid
Und bei 2046 hatte ich das Gefühl, er spiele ausserhalb jeglicher Zeitvorstellung. Aber vielleicht bin das ja nur ich...
2046 bezieht sich NICHT auf das Datum, in dem der Film spielt, dann hast du wirklich etwas im Film falsch verstanden. 2046 ist zum einem Titel des Science-Fiction-Romans, den der Protagonist schreibt, zum anderen die Zimmernummer des Zimmers, in dem eine alte Freundin von ihm umgebracht wird, in dem er früher mit seiner heimlichen Geliebten aus "in the mood for love" Kung-Fu-Geschichten schrieb und in dem jetzt die Tänzerin wohnt, mit der er eine Affaire hat.
Im übrigen finde ich "Fallen Angels" den besten Wong Kar Wai, "Happy Together" den Schlechtesten, "2046" aber auch noch schlechter, als "in the mood for love" und "Chungking Express" auf gleicher Höhe mit letzterem. Sehenswert sind sie wohl allesamt sehr.
Achso: Ich lese nicht. Oder nur selten, sehr selten. Zumindestens Bücher und Zeitschriften sehr selten. Internet eigentlich täglich.
dass 2046 zimmernummer und buchtitel ist, hab ich auch mitbekommen. aber ich hatte gedacht, am anfang des films hiesse es sowas wie "im jahr 2046 werden..." undsoweiter. aber vielleicht hab ich da wirklich was falsch verstanden - danke für die kommentare!!
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