30. April 2012

What a wonderful day.


"It's all a matter of attitude", sagt Aloke, und ich nicke. Wir stehen bei einer Tankstelle rund 30km ausserhalb der Stadt, es ist 11 Uhr morgens. Wir sind auf dem Weg zu einem nahen Wasserfall, Tad Tham Champee, und alles läuft schief - aber "bo pen yang" - macht nichts.

Eigentlich wollten wir um neun Uhr los, Motorbikes mieten und meine Freundin Elise abholen. Kurz vor neun ein SMS von Aloke, "running late", kein Problem. Dann finden wir Elise nicht, weil ich vergessen habe, wo genau ihre Strasse ist. Macht nichts, wir haben ja ein Telefon. Auf dem Weg zum ersten Stopp, dem Dorf, wo man die frischesten Früchte kaufen kann, leert sich unser Tank auf mysteriöse Weise (der Tankwart hat den Deckel nicht festgeschraubt). Irgendwo hat Josh meine "I Love Aarau"-Tasche mit dem Proviant verloren - sie muss ihm aus dem Korb am Lenker gefallen sein, ohne dass er es gemerkt hat. Naja, haben wir halt keine Oreos mehr. Um meine Tasche ist es ein bisschen schade, aber bo pen yang - ich kann ja eine andere kaufen, und Aarau trage ich im Herzen. Josh entschuldigt sich tausendmal, und tausendmal sage ich "don't worry!". Schliesslich ist es ein wunderschöner Tag; die Sonne scheint und wir knabbern an einem saftigen Ananasstamm, von dem die Händlerin uns das Fruchtfleisch zum Mitnehmen in Stücke geschnitten hat. Ich bin glücklich. Diese Laune kann nichts trüben.

Zwanzig Minuten später der Halt bei der Tankstelle, kurz bevor wir umkehren zum letzten Dorf: An Elises Bike ist dort die Kette runtergefallen. Glücklicherweise exakt neben einer Werkstatt. So sitzen wir im Schatten und plaudern, während der ältere Herr Elises Motorrad flickt.

















 




Leider hält es nur bis zum Abend, auf der Heimreise fällt die Kette nochmals raus und wir müssen wieder in eine Werkstatt - diesmal etwas länger, aber macht nichts. Hinter uns liegt ein wunderbarer Tag mit Schwimmen beim Wasserfall, einer saftigen, süssen Ananas, einer Gruppe Kinder-Mönche, denen wir beim ausgelassenen Plantschen im Wasserfall zuschauen; wir riechen an duftenden Kaffeeblüten und treffen Bekannte aus der Stadt - Leute aus aller Welt, die es hierher verschlagen hat. Ich bin glücklich, eine Zeitlang zu ihnen zu gehören.


 
















 
(Josh, Elise, me and Aloke - photo by Aloke Sahu - Thank you!)

23. April 2012

äääch

Montag. Und weder die feine Phö-Suppe, der frische Ananas-Papaya-Shake noch die vom gestrigen Girls-Afternoon schön angemalten Fingernägel anschauen oder "Erste Liebe" von Max Herre hören können mir darüber hinweghelfen, dass ich Lektionen planen einfach nicht mag. So eine zähe Arbeit. Ich wünschte, die Lektionen würden sich von selber vorbereiten und ich könnte dann einfach das Unterrichten geniessen.

22. April 2012

Apocalypse Lao

Ferien - und genug Zeit, um neben Ausflügen zu Wasserfällen, Border Runs nach Thailand und dem Pi-Mai-Wochenende in Savannakhet im Büro rumzuhängen und Filme zu schauen. "Resident Evil 4", unter anderem. Ich liebe die Serie. Milla Jovovich ist wohl die coolste Frau auf Erden, dank all ihren Klonen sogar in vielfacher Ausführung, und die Zombies sind unglaublich gruslig.

Als wir nach dem Film wieder ans Tageslicht kriechen, sieht die Welt plötzlich anders aus: Ein aufkommender Sturm trübt das Licht und wühlt den Himmel bedrohlich auf, wirbelt Laub und Abfall durch die Gegend. Das schwere Gittertor ist wegen der Ferien geschlossen, und es braucht nicht viel Fantasie, um sich auf der anderen Seite eine Horde hungriger Zombies vorzustellen, die ihre Hände gierig durchs Gitter strecken. Es sind Dutzende, Hunderte, ja, Tausende - die Kamera zoomt raus und von oben sieht die Schule aus wie eine Insel im Meer von T-Virus-infiszierten Massen. Wir sind umzingelt. Die streundenden Quartier-Hunde fletschen ihre Zähne (ich wusste, sie sind nicht so harmlos, wie sie immer tun!); jeden Moment werden sie ihr Maul aufreissen und uns mit ekligen Tentakeln, die daraus hervorschiessen, angreifen.

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Doch wir sind nicht wehrlos gegen die Untoten: Der Hochdruckreiniger steht noch im Hof, weil am Nachmittag der Truck gewaschen wurde. Minutenlang wehren wir die augenrollenden und kreischenden Zombies durchs Gitter ab, bevor wir uns hinter die schweren Holztüren der Schule zurückziehen und von oben aus gegen die mutierten Massen kämpfen, die inzwischen über die Mauern geklettert sind sich den Wänden hochstrecken. Die Wasserpistolen von Lao New Year erweisen sich im Kampf als unerwartet nützlich...


Der Rest ist in einem Wort gesagt: Photoshop.

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16. April 2012

"Muang bo?" - "Having fun?"

Es ist dunkel, doch das Scheinwerferlicht des Pick-Up-Trucks lässt die Sterne verblassen. Hinten auf dem Lastdeck sitzen neun Frauen, durchnässt bis auf die Knochen, und singen lauthals Justin Bieber/Usher/Rihanna-Songs. Ich höre nichts vom Original, das aus einem Handy tschättert - der Fahrtwind ist zu laut. Aber mittlerweile kann ich "Dek Noi" ("Baby", in Lao) auch so mitsingen. Und meine laotischen und amerikanischen Freundinnen sind trotz der nassen Kleider und dem wegen der harten Sitzfläche schmerzenden Hintern so bester Laune, dass ich "Shorty is a Mini-Money-Lover" und "Umbrella-ella-eh-eh" nur halb so doof finde.

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Ich dachte ja am Samstagmorgen noch, Savannakhet ist eine oder zwei Stunden Busfahrt entfernt. Fünf Stunden später kamen wir an, und die Party begann: Zehn Sekunden dauerte es, und alle waren komplett durchnässt und die Gesichter mit Babypuder beschmiert. Zu lauter Discomusik tanzt man an Pii Mai (Lao New Year) mitten auf der Strasse und wartet mit vollen Wasserkübeln, Babypuder, Bier und Farbballons auf Opfer.






















(Ja, wir sind nass. Man siehts nur nicht.)

Pii Mai ist für Buddhisten, was für Christen Ostern ist. Man feiert, isst was Spezielles und geht in die Kirche. Laoten gehen zum Tempel, bringen kübelweise Blumenwasser mit und bespritzen damit jede einzelne Buddhastatue. Irgendwie erinnerte mich die ganze Sache ans Heitere Open Air: Massen von Leuten in Feierlaune, Schlamm und Abfall am Boden, Essensstände rund um den Tempel und laute Musik (ok, vielleicht wären Mönchsgesänge am Heitere etwas schräg...).

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(Der Mann rechts hinten ist nicht Samichlaus in jungen Jahren, sondern hat den typischen Pi-Mai-Babypuder-Bart.)


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Jedenfalls ist das Wasser danach geheiligt, und deswegen besprenkelt man damit die Familie. Ich nehme mal an, aus diesem Ritual ist die Wasserschlacht ursprünglich entstanden. Wie man daran allerdings fünf Tage lang pausenlos Spass haben kann, ist mir schleierhaft.

Auch ohne uns ständig anzuspritzen hatten wir am Wochenende unheimlich viel Spass. Anfangs fühlte ich mich zwar etwas verloren, weil viel Lao gesprochen wurde und ich halt noch nicht wirklich viel verstehe... Dann packte ich die Gelegenheit aber beim Schopf, lernte beim UNO spielen die Farben auf Lao und am nächsten Tag auf dem Markt die Namen der Früchte. Und siehe da, nach und nach verstehe ich Gesprächsfetzen - ob jemand "Sip-ha" Jahre alt ist, ob man "vao saa saa", langsamer sprechen soll, ob ich "muang bo?" - Spass habe? oder "Biia" in meiner "thuung", meiner Tasche, verstecke.

Der Heimweg im Bus dauerte übrigens noch länger. Gefühlt zumindest - drei der fünf Stunden verbrachten wir stehend, da der Bus bis zum Gehtnichtmehr vollgestopft wurde. Dafür lernten wir ein paar Backpacker kennen, mit denen es morgen auf eine spontane Motorbike-Tour zu einigen Wasserfällen geht.

Sabai Dee Pi Mai! Das neue Jahr hat gut begonnen.

12. April 2012

Pi Mai Lao

14. April, Pi Mai Lao, Lao New Year. Das heisst: Partys überall in der Nachbarschaft schon die ganze Woche (Karaoke ab 7 Uhr morgens, Bier ab 7 Uhr morgens, Lärm, Autos, alles.)

Hässliche Kleidung tragen, Wasserschlachten, Lärm - eine Liste aller Dinge, die ich nicht mag? Nachdem ich mich 5 Wochen lang geweigert habe, ein "Lao New Year Shirt" zu kaufen, habe ich schliesslich doch klein beigegeben. Und, um ganz ehrlich zu sein, macht es bisher ziemlich Spass.

































9. April 2012

Funny Story.

As a warmer, we played the "Story Game" today. I had written the following sentence on the whiteboard: "At the weekend, something strange happened to Tom." The students had to come up with sentences to continue the story.

That was the story:

"At the weekend, something strange happened to Tom. He stayed at home and played with his cat. Unfortunately, his cat died. He was sad. After that he joined with his friends in a pub. He drank a lot so he was drunk and he killed all his friends. Then the police caught him. He ran away and he met a lovely girl. He was falling in love at first sight. When she knew he was bad boy she didn't love him. Finally he decided to kill himself."