16. April 2012

"Muang bo?" - "Having fun?"

Es ist dunkel, doch das Scheinwerferlicht des Pick-Up-Trucks lässt die Sterne verblassen. Hinten auf dem Lastdeck sitzen neun Frauen, durchnässt bis auf die Knochen, und singen lauthals Justin Bieber/Usher/Rihanna-Songs. Ich höre nichts vom Original, das aus einem Handy tschättert - der Fahrtwind ist zu laut. Aber mittlerweile kann ich "Dek Noi" ("Baby", in Lao) auch so mitsingen. Und meine laotischen und amerikanischen Freundinnen sind trotz der nassen Kleider und dem wegen der harten Sitzfläche schmerzenden Hintern so bester Laune, dass ich "Shorty is a Mini-Money-Lover" und "Umbrella-ella-eh-eh" nur halb so doof finde.

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Ich dachte ja am Samstagmorgen noch, Savannakhet ist eine oder zwei Stunden Busfahrt entfernt. Fünf Stunden später kamen wir an, und die Party begann: Zehn Sekunden dauerte es, und alle waren komplett durchnässt und die Gesichter mit Babypuder beschmiert. Zu lauter Discomusik tanzt man an Pii Mai (Lao New Year) mitten auf der Strasse und wartet mit vollen Wasserkübeln, Babypuder, Bier und Farbballons auf Opfer.






















(Ja, wir sind nass. Man siehts nur nicht.)

Pii Mai ist für Buddhisten, was für Christen Ostern ist. Man feiert, isst was Spezielles und geht in die Kirche. Laoten gehen zum Tempel, bringen kübelweise Blumenwasser mit und bespritzen damit jede einzelne Buddhastatue. Irgendwie erinnerte mich die ganze Sache ans Heitere Open Air: Massen von Leuten in Feierlaune, Schlamm und Abfall am Boden, Essensstände rund um den Tempel und laute Musik (ok, vielleicht wären Mönchsgesänge am Heitere etwas schräg...).

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(Der Mann rechts hinten ist nicht Samichlaus in jungen Jahren, sondern hat den typischen Pi-Mai-Babypuder-Bart.)


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Jedenfalls ist das Wasser danach geheiligt, und deswegen besprenkelt man damit die Familie. Ich nehme mal an, aus diesem Ritual ist die Wasserschlacht ursprünglich entstanden. Wie man daran allerdings fünf Tage lang pausenlos Spass haben kann, ist mir schleierhaft.

Auch ohne uns ständig anzuspritzen hatten wir am Wochenende unheimlich viel Spass. Anfangs fühlte ich mich zwar etwas verloren, weil viel Lao gesprochen wurde und ich halt noch nicht wirklich viel verstehe... Dann packte ich die Gelegenheit aber beim Schopf, lernte beim UNO spielen die Farben auf Lao und am nächsten Tag auf dem Markt die Namen der Früchte. Und siehe da, nach und nach verstehe ich Gesprächsfetzen - ob jemand "Sip-ha" Jahre alt ist, ob man "vao saa saa", langsamer sprechen soll, ob ich "muang bo?" - Spass habe? oder "Biia" in meiner "thuung", meiner Tasche, verstecke.

Der Heimweg im Bus dauerte übrigens noch länger. Gefühlt zumindest - drei der fünf Stunden verbrachten wir stehend, da der Bus bis zum Gehtnichtmehr vollgestopft wurde. Dafür lernten wir ein paar Backpacker kennen, mit denen es morgen auf eine spontane Motorbike-Tour zu einigen Wasserfällen geht.

Sabai Dee Pi Mai! Das neue Jahr hat gut begonnen.

12. April 2012

Pi Mai Lao

14. April, Pi Mai Lao, Lao New Year. Das heisst: Partys überall in der Nachbarschaft schon die ganze Woche (Karaoke ab 7 Uhr morgens, Bier ab 7 Uhr morgens, Lärm, Autos, alles.)

Hässliche Kleidung tragen, Wasserschlachten, Lärm - eine Liste aller Dinge, die ich nicht mag? Nachdem ich mich 5 Wochen lang geweigert habe, ein "Lao New Year Shirt" zu kaufen, habe ich schliesslich doch klein beigegeben. Und, um ganz ehrlich zu sein, macht es bisher ziemlich Spass.

































9. April 2012

Funny Story.

As a warmer, we played the "Story Game" today. I had written the following sentence on the whiteboard: "At the weekend, something strange happened to Tom." The students had to come up with sentences to continue the story.

That was the story:

"At the weekend, something strange happened to Tom. He stayed at home and played with his cat. Unfortunately, his cat died. He was sad. After that he joined with his friends in a pub. He drank a lot so he was drunk and he killed all his friends. Then the police caught him. He ran away and he met a lovely girl. He was falling in love at first sight. When she knew he was bad boy she didn't love him. Finally he decided to kill himself."

Schutzengel.

Die Laoten sind ja ein friedliches Volk. Zur Zeit flicken zwar viele Foreigners ihre Türschlösser, weil während der Festivitäten zum Lao New Year mehr Einbrüche vorkommen, doch generell gilt Laos als sicheres Reiseland. Offene Gewalt und Kriminalität gegen Touristen gibt es selten. Umso stärker der Schock, als meine Freundin Elise und ich gestern Abend beinahe ausgeraubt wurden.

Die zwei Männer überholten uns in schnellem Tempo, während mich Elise auf ihrem Motorrad nach Hause fuhr. Okay, wahrscheinlich war es unvorsichtig von mir, meine Tasche einfach so über der linken Schulter zu tragen. Doch zum Glück schaffte ich es irgendwie, sie festzuhalten, als plötzlich eine Hand nach dem Schulterriemen griff. Reflexartig drückte ich die Tasche an mich und der Angreifer musste loslassen, um nicht selbst vom Motorrad gerissen zu werden. Unser Motorrad schwankte und nur dank Elise' guter Reaktion behielten wir das Gleichgewicht. Der Schock war gross - man hört zwar von solchen Diebstählen in Bangkok oder anderen grösseren Städten, aber im friedlichen Paksé?

Am gleichen Tag wurden zwei meiner Kollegen von einem anderen Motorrad angefahren, das plötzlich aus einer Seitenstrasse bog und nach der Kollision einfach weiterfuhr. Asia und Josh fielen um, kamen aber mit Prellungen und Schürfungen davon.

Offenbar patrouillierten an Ostern einige Schutzengel auf Paksés Strassen...

5. April 2012

Randoms.

"Like" of the Day: Alison's Brownies, which she says are "okay", but are the perfect mix of crunchy and gooey AND chocolate.

"Awesome" is part of my everyday vocabulary now. True story.











People around me are obsessed with babies. "Dadadadada" and "ooooh, yes, yes, yes, oooh you're so cute!" - it amuses me.

I'm a student in my own classroom now: Mr Keo, who is one of my Pre-Intermediate A students, is our new Lao teacher. He also thinks this is very funny :)

There are quite a lot of beautiful butterflies in Paksé. And I've got a new friend who is a hobby macro photographer, so I might be able to share pictures someday.

One of my students cried during the lesson yesterday, because the task was so difficult (it was). I was heartbroken. Then at the beginning of the next lesson, one of the students told me how much she loved my lessons. Aww.... And another student brought me banana cakes and told me I was beautiful, after I had spent the whole day secretly worrying about how fat I think I am. That's just ... awesome.

3. April 2012

Nachtrag.

Zu Hause ist Schlafen meist einfach. Spätestens nach zwei Minuten bin ich weg und schlafe durch, bis am Morgen der Wecker läutet. Hier gibt es einige Faktoren, die dies verunmöglichen und damit dazu beitragen, dass ich tagsüber immer so müde bin:

1. die Hitze
1a. die Kälte, nachdem ich die Hitze mit der Air Con bekämpft habe
1b. die Air Con-Geräusche
1c. schmerzende Ohren wegen der Schaumstoff-Oropax, die ich wegen den Air Con-Geräuschen trage
1d. zwei- bis dreimal pro Nacht aufs Klo müssen, weil ich wegen der Hitze viel Wasser trinke
1e. ungemütliches Bett, weil ich kein richtiges Duvet habe, sondern - wegen der Hitze, richtig - nur ein Leinentuch, in dem ich mich beim Drehen verheddere

2. heulende Hunde in der Nachbarschaft
2c. analog 1c.


Meine Strategie:

A. regelmässige Schlafenszeiten: um 11 schlafen gehen und um 7 aufstehen
B. Kaffee trinken
C. Salz-Zucker-Rehydrierungs-Drinks trinken, weil Nährstoffmangel auch ein Grund für meine Müdigkeit sein könnte.
D. alte Hörbücher nochmals hören. Es gibt fast kein besseres Einschlafmittel als Hörbücher (so sehr ich sie auch liebe...).

Vielleicht fällt mir noch mehr ein. Aber in 7 Minuten beginnt die Schule. Main aim today: to achieve accuracy with the language and lexis of Unit 4. Personal aim: to improve my whiteboard organization.