Das Zitat stammt aus dem Film "Taste the Waste", den ich heute gesehen habe. Berge von Brot werden nach Ladenschluss weggeworfen, Gurken aussortiert, weil sie zu krumm für den Verkauf sind, und eine Packung Reis wandert auf den Müll, weil die Kartonlasche oben offen ist. Nicht, weil die Hersteller das so wollen, sondern weil wir Konsumenten keine angetätschten Tomaten wollen und halt mehr gerade als krumme Gurken in eine Kiste passen, was sich positiv auf den Preis niederschlägt.
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| Bild: "Taste the Waste" |
In unserer WG werfen wir inzwischen sehr wenig Lebensmittel weg, die ungeniessbar geworden sind. (Die wir haben ungeniessbar werden lassen, müsste man richtigerweise sagen, wie etwa die Dose Litschis, die seit einem Jahr abgelaufen ist und beim Öffnen diese Woche tatsächlich etwas komisch gerochen hat.) Und spätestens seit diesem Film hätte ich dabei noch ein schlechteres Gewissen. Wenn unsere Grosseltern, die noch gelernt haben, mit Essen sparsam und vernünftig umzugehen, von dieser Verschwendung wüssten, bekämen sie einen Herzinfarkt.
Helft doch auch mit, Lebensmittelabfall zu vermeiden! Bewusster konsumieren heisst auch, zurück zur Natur: Im Winter wachsen in der Schweiz eben keine Peperoni. Und überhaupt, Biogemüse aus der Region schmeckt viel besser als importiertes Gemüse. Hier gibts Rezepte mit Wintergemüse.
Von unserem Bio-Abo habe ich ja bereits geschwärmt. Ausser Milch, Käse, Brot und Eiern (die wir auch übers Bio-Abo bestellen könnten) kaufen wir durch das viele Gemüse, das "weg muss", gar nicht mehr so viel ein. Und essen gesünder als früher. Heute haben wir wieder einen kleinen Kürbis bekommen, den man nicht mal schälen muss; was für mich Unbekanntes, das sich "Hirschhornwegerich" nennt und im Salat super schmeckt; Nüsslisalat, Rüebli, Lauch, und so weiter.
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| Hirschhornwegerich. Bild: www.rollender-garten.ch |
Industriell verarbeitete Lebensmittel gibts bei uns praktisch nicht mehr. Dadurch können wir sehr genau entscheiden, was wir wollen und was nicht. Das heisst, ich kaufe gar kein Gemüse mehr aus Spanien, wo die Arbeitsbedingungen miserabel sind. Gibts halt keine Peperoni und keinen Broccoli im Winter. Gestern habe ich, zugegebenermassen, Kiwis aus Neuseeland gekauft. Eigentlich auch eine Unmöglichkeit, aber ich konnte diesmal nicht verzichten. Für mein Früchtemüesli am Morgen gibt es halt momentan nur noch ganz wenig Auswahl...
Warum auch in der Schweiz ein Drittel der Lebensmittel weggeworfen werden und wie man es im eigenen Haushalt vermeiden kann, erklärt die Website foodwaste.ch noch detaillierter.
Übrigens: Solidar Suisse und die Juso haben eine Petition gegen Lebensmittelspekulation am Laufen. Der Börsenhandel mit Lebensmitteln bewirkt, dass bei Preissprüngen die Ärmsten der Ärmsten nicht einmal mehr in ihrem eigenen Land produzierte Grundnahrungsmittel wie Weizen oder Mais kaufen können. Und wir in Europa den Überschuss dann doch wieder wegwerfen. Nicht nur in meinen Augen ist das ein Skandal. Also die Petition "Mit dem Essen spielt man nicht" ausdrucken und herumreichen zum Unterschreiben!
| Bild: solidar.ch |


2 Kommentare:
Wow, das ist ja eine geballte Ladung...aber voll recht hast du. Man(n) soll nur noch das kaufen was saisonal ist.
wie recht du doch hast. Heute am Mittagstisch haben sich noch andere entsetzt über den hirnlosen Umgang mit unsern Ressourcen. Es hat sie offensichtlich selber aufgerüttelt.
ma
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