16. März 2012

Ferien in Laos.






















Zuallerletzt hätte ich gedacht, dass ich hier Campingferien machen würde. Backpacker-Trips zu den 4000 Islands, mit Übernachtungen in Kakerlakenverseuchten Guesthouses, ja. Aber Zelten? In Laos? Schon zwei Wochen nach meiner Ankunft sind Ferien, und mit fast dem ganzen Team fahren wir in die Berge, mit Gaskochern, vier Zelten, Strandmatten und einem Riesen-Vorrat an Instantnudelsuppe und Müsli im Gepäck.





















Fünf Stunden Fahrt vom nächstgrösseren Ort mit Elektrizität und fliessendem Wasser campieren wir an einem kleinen Fluss. Um 18.30 ist es stockdunkel, ein atemberaubender Sternenhimmel, bis sich der Mond um Mitternacht strahlend hell über die Hügelkuppen erhebt. Doch 19 Uhr fühlt sich an wie halb zwölf, und so schlafen wir meistens schon um acht. Die Hitze des Tages verfliegt schnell, und - noch eine Überraschung in Laos! - nachts wird es richtig kalt. Zum Glück habe ich Oropax dabei, denn nachts bevölkert eine Herde Wasserbüffel mit laut scheppernden Glocken unseren Zeltplatz, frisst das verbrannte Holz vom Feuer und knabbert am Kürbis, den wir in einem der Dörfer geschenkt bekommen haben.




































Am nächsten Tag die abenteuerlichste Dusche, die ich je erlebt habe: Im von Grabungen weiter oben getrübten Fluss, zwei Falang- und drei Lao-Frauen. Auf dem Markt habe ich zwei Bade-Sinhs ("Sinh" ist die Bezeichnung für den traditionellen laotischen Jupe) gekauft, einen dieser dünnen Stoffschläuche ziehe ich mir nun über die Kleidung, halte ihn mit den Zähnen fest, während darunter alles ausgezogen wird. Dann vorsichtig ins hüfttiefe, kühle Wasser waten, vorbeugen und Haare waschen. So erfrischend! Weiter oben putzt sich Tak die Zähne, während Ting neben mir lachend und kreischend fast ins Wasser fällt.






















Auf der Suche nach einem passenden Badepool - und der Platz, den wir schliesslich benutzten.

Während wir Europäerinnen es viel einfacher fänden, einfach mit Bikini in den Fluss zu steigen, ist es für Laotinnen undenkbar, mehr als nur die Schultern nackt zu zeigen - sogar in rein weiblicher Gesellschaft. So wird das Abtrocknen zu einer komplizierten Zeremonie, bei der der zweite, trockene Bade-Sin übergestreift wird und man sich darunter wieder anzieht.


















Halbwilde Pferde ein paar Meter neben unserem Zeltplatz.

Das laute Zirpen der Grillen überall entlang den Strassen, die stillen Plätze an seichten Flüssen, das Wegdösen beim Lesen am Nachmittag auf der Strandmatte - plötzlich sind die Tausenden von Kilometer zwischen Laos und Europa nichts mehr, trotz gelegentlichem Culture Clash. Ich erinnere mich an Campingferien in Frankreich, Italien, und an die Aare-Sandbänke-Nachmittage, die ich so liebe. Etwas, das ich am meisten vermissen würde diesen Sommer. Nun habe ich es schon im März hier wiedergefunden.

1 Kommentar:

suzette hat gesagt…

mer händ momentan ou troumhafts schöns wätter! om di zwänzg grad (oke, es esch en afang) ond klarblaue himmel met gschtoche scharfe bärge om öis ome! =D wonderbar!!!
aber i rhy gangi glich nonig go bade... ;-)