Eine treue Begleiterin hatte ich auf all meinen Reisen. Keine Ferien bei den Grosseltern, kein Jungschilager, kein Klassen- oder Studienlager, wo sie nicht dabei war. Manchmal näher, manchmal nur leicht stichelnd - Heimweh. Ich kenne sie gut, weiss, wie sie an einem zieht, wie penetrant sie sich in die Gedanken schleicht, einen nicht loslässt und durch ihre Anwesenheit sogar die besten Zeiten verderben kann. Keine Ahnung, wie sie sich jedesmal in mein Gepäck geschlichen hat oder mich an den fernsten Orten aufspürte. In den letzten Jahren liess sie mir ein bisschen mehr Freiheit, trotzdem gab es auch in Japan oder in Kanada Stunden, in denen ich trotz Abenteuer, trotz überwältigender Natur und guten Freunden nicht richtig froh war.
Meine grösste Angst vor der Abreise war deshalb nicht, dass ich krank werden könnte, dass mir der Job als Lehrerin nicht gefallen würde oder dass ich am neuen Ort Kakerlaken im Zimmer haben könnte. Am meisten fürchtete ich mich davor, meine alte Bekannte in Laos wieder zu treffen.
Offenbar hatte es zu wenig Platz im Koffer.
Ich bin immer noch allein hier.
Trotzdem kommt es hier, am anderen, ruhigeren, heisseren Ende der Welt vor, dass ich mir wünschte, einen Teil meines Zuhauses bei mir zu haben. Oder mal kurz zurückzufliegen. Wenn ich so gerne eine bestimmte CD auf Youtube anhören oder auf iTunes kaufen würde und merke, dass das Internet wirklich nicht schnell genug ist. Oder wenn eine meiner Lieblingsbars in der Aarauer Altstadt ein Konzert ankündigt, dass ich doch so gerne besuchen würde.
Ich würde mit Freunden mitten im Gedränge stehen, ein Glas Rotwein in der Hand, und mich zur richtigen Zeit am richtigen Ort fühlen.
Das gleiche Gefühl, das ich hier habe.
Nur leider ohne die gute Musik.
1 Kommentar:
guet gschrebe... die alte bekannte.
ond uu schöns lied!
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