22. Februar 2012

Zufälle.

148 000 Einwohner hat Chiang Mai. Hunderte, wenn nicht Tausende davon besuchen jeden Abend den Nachtmarkt gleich gegenüber unserer Schule, an dem man von Kleidern (Marke: Polyester) über Schuhe (Grösse: bis 37), Nagellack (alle Farben) und Souvenirs bis hin zu gluschtigen Torten, glasierten Bananen, Green Curry und Udon-Suppe alles kaufen kann.




Jede Stunde fahren Dutzende von Songthaews (rote Taxis) am Markt vorbei und laden jeweils zwei bis acht Fahrgäste auf. Schon einige Male habe ich auf dem Heimweg erfrischende Gespräche mit Thai-Frauen gemacht, meistens Studentinnen, die ihre Englischkenntnisse gerne gebrauchen. Einmal habe ich im Taxi sogar die Receptionistin meines Guesthouses kennen gelernt. Die Wahrscheinlichkeit, jemanden zweimal im Taxi zu treffen, ist jedoch in dieser Rechnung sehr klein.

Wie witzig war es deshalb, als ich gestern dem gleichen Thai wie schon letzte Woche einmal im Taxi gegenüber sass! Ich erkannte ihn wieder, er ist so um die 45, trägt einen Schnauz und hat eine runde Kühlbox bei sich. Er erkannte mich offenbar auch wieder, denn er begrüsste mich mit einem herzlichen Lächeln und einem lauten "Sawathikaa", wo man sich normalerweise im Taxi bestenfalls zunickt. Leider verstand ich seine Fragen auf Thailändisch nicht, er meine Antworten auf Englisch auch nicht, und so blieb es bei Sawathikaa - doch bevor er ausstieg, öffnete er den Deckel seiner Kühlbox und hielt mir eine duftende Kette mit gelben Nelken entgegen. "How much?", fragte ich, worauf er energisch den Kopf schüttelte und mir die Blumen schenkte. "Kap kun kaa!" - "Danke!"


Die Blumen hängen an meinem Spiegel im Guesthouse. Und bevor ich heute morgen mein Zimmer verliess, packte ich, nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich dem netten Herrn nochmals begegnen sollte, einen Kalender mit Fotos aus der Schweiz ein. Ein ganzer Stapel davon (danke Ralph und Schweiz Tourismus!) wartet in meinem Koffer darauf, als Dankeschön oder Mitbringsel auf meiner Reise verschenkt zu werden. Nun habe ich morgen meine letzte Übungslektion, und so holte ich mir heute nach der Schule nur rasch bei Seven Eleven eine Instant-Nudelsuppe und hielt, noch vom Fussgängerstreifen aus, das nächstbeste Songthaew an. Ein paar Sekunden nach mir stieg ein weiterer Fahrgast zu - der nette Herr mit der Kühlbox. Ein sprachloses, aber herzliches Wiedersehen!

3 Kommentare:

Fabian Steiner hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Fäbu hat gesagt…

Hey Evi!!!
Cool was du so erzählst, ich will auch grad wieder dort sein. Hier noch die Adresse von Chai und seiner Bar, die ich dir versprochen habe:
http://changchalaad.blogspot.com/

Hoffe du findest es! Sag ihm liebe Grüsse :)

Machs gut!

Anonym hat gesagt…

Yeah genau a dem Märt sind mer au gsii ;-)