19. Dezember 2011

Wie immer.


Der Montagmorgen nach einem tollen Wochenende mit guten Freunden, neuen Bekanntschaften, super Musik in schönen Bars und Sonntagmittagplaudern in weniger schönen Restaurants - Aarau halt. Und jetzt: Schnee, Stille, Tee trinken, ein wenig arbeiten. Alles wie immer.

Es nicht aus dem Bett schaffen, mit den Katzen schmusen, Rechnungen bezahlen, O-Saft/Ovi/Nutellabrötli zum Zmorge. Die Wäsche wieder nicht machen, nicht staubsaugen, dafür die Küche putzen. Die Katzen knuddeln, immer noch im Trainer rumlaufen, ein paar längst fällige Mails schreiben und einen Punkt auf der To-Do-Liste streichen. Mich über den Schnee freuen und schöne Musik hören. Zwei Weihnachtsgeschenke planen. Ein Hörbuch fertig hören und dabei Sudoku lösen, eine Zeichnung machen. Ein Foto von der einen Katze machen, lachen. Die Ruhe geniessen und dass es noch nicht mal zehn Uhr morgens ist.

Alles wie immer. Noch fünf Wochen lang.

13. Dezember 2011

Sabaii dii

"Laoten essen alles, was Beine hat - ausser Tische und Stühle", heisst es in meinem Kulturschock-Laos-Büechli, mit dem ich mich auf meinen Aufenthalt vorbereite. Damit sei aber nicht genug, geht es weiter: "Auch Fische und Schlangen stehen prominent auf der Speisekarte." Das kann mich nicht schocken, gabs doch in Vietnam auch schon Schlangenwurst zum Znacht. Kein kulinarisches Highlight, für alle, die's intressiert, aber einen Versuch wars wert. (Und gäll Lam, wir behaupten heute noch, das Schlangenherz habe uns Superkräfte verliehen...)


Gebratene Reisfeldratten seien eine Spezialität in Laos, schreibt ein Reisender und liefert gleich ein Foto. "Salat mit lebenden Fischlein, die in der sauren Sauce ihre letzten Sprünge tun", hat ein zweiter Touri auf der Speisekarte gefunden. Er hat dann aber doch beschlossen, gegrilltes Poulet mit Klebreis zu essen.

In dem laotischen Kochbuch, welches ich zum Geburtstag bekommen habe, werden die exotischeren Zutaten der laotischen Küche beiseite gelassen. Unreife Papaya und Kaffir-Limettenblätter sind in etwa das einzige, was mir an den Rezepten aufgefallen ist. Und so bin ich umso neugieriger, wie das Essen in Laos sein wird - ob es ähnlich ist, wie ich es aus Malaysia und Vietnam schon kenne? Da waren zwar viele Speisen exotisch, einige Geschmäcker ungewohnt, aber das meiste schmeckte hervorragend. Und mit Nudelsuppe oder Fisch zum Zmorge habe ich absolut kein Problem.

Vielleicht gehören Insektenspiesse und Ameiseneier aber tatsächlich zum festen Speiseplan und der Grund, weshalb die Laoten keine Tische und Stühle essen, ist schlicht, dass sie keine haben. Schliesslich isst man dort am Boden. Dann werde ich alles probieren und hoffen, dass es sich beim Laos-Food um eine kulinarische Offenbarung handelt. Oder aber, dass genug Beer Lao serviert wird, um die Insekten runterzuspülen.

"Sabaii-dii" - en Guete!

28. November 2011

Black Friday

Auf meiner Veloklingel steht zwar "I Love My Bike", doch wer mich kennt, weiss, dass das so nicht ganz zutrifft. Eine typische Hassliebe: Das Velo gehört für mich fest zum Alltag und ich schätze die Schnelligkeit und Flexibilität - das wird mir aber meist erst klar, wenn es irgendwo klemmt oder einen Platten hat. Und ich warte immer noch auf die Nacht, in der ich auf dem Heimweg vom Ausgang damit im Stadtbach lande...

Es gibt aber Situationen, in denen ein Auto ganz schön gäbig ist: Zum Beispiel, wenn ich für meinen Geburtstag einen Sack Holzkohle und einen Sechserkarton Wein brauche, zusätzlich zum Katzenfutter-Vorrat, den vier Litern Milch und den sonstigen Lebensmitteln, die es in einer WG nun mal braucht. Zum Glück darf ich dann hin und wieder das Auto meiner Mitbewohnerin benutzen. Ich war extrem stolz auf mich, im Parkhaus des Einkaufscenters die Lücke zwischen einer Säule und einem anderen Auto auf Anhieb perfekt zu treffen. Der Horror kam zwei Minuten später: Meterhohe, zehn Meter lange Regale mit zwanzig Sorten Würsten, dreissig Sorten Fruchtsaft... Und dann ist auch noch Advent, was bedeutet, dass zusätzlich zum ganz normalen Überfluss auch noch so Unnützes wie Plastikchristbäume, rote Deko-Glöckchen und Dutzende von verschiedenen Kerzensorten im Angebot sind.

Macht uns das wirklich glücklich? Mich überfordert es. Und auch wenn ich "meine" Zahnpasta und meinen Lieblings-O-Saft in Laos bestimmt vermissen werde, bin ich froh, diesem Konsumwahnsinn mal für ein halbes Jahr zu entkommen.

Offiziell

Laut Sozialversicherungsamt trage ich ab nächstem Jahr offiziell folgenden Titel:

24. November 2011

Home is where George is

Laos also.

In zwei Monaten. Für ein halbes Jahr, mindestens.

Schön, kann ich mir bei meinem Job einteilen, wie viel ich arbeiten möchte. Das ist im Moment eher wenig als zu viel... Lieber nehme ich mir Zeit, um mich um die Versicherungen zu kümmern, die Steuerrechnung für 2011 anzufordern, mein WG-Zimmer zur Untermiete auszuschreiben und einige Schreibaufträge abzuschliessen.

Und bei all dem schleicht sich immer wieder jemand auf meinen Schoss, kuschelt sich ein und schaut mich mit grossen blauen Augen an, wenn ich ihn bemerke. Ein zweites Augenpaar fixiert mich mit etwas grösserem Abstand. Wen ich in Südostasien am meisten vermissen werde, weiss ich jetzt schon: Mein Baby - Kater George, und die weisse Hexe Amel.




Vielleicht skypen sie ja mal mit mir.

22. November 2011

433 Mal abbiegen


13 076 Kilometer.

Zuerst auf der Autobahn Richtung Bern, dann in Oftringen auf die A2 nach Luzern. Einige Zeit später durch den Gotthard. In Brindisi auf die Fähre nach Igoumenitsa an der griechischen Küste. Später in Teheran links auf den Qazvin Highway einbiegen, entlang der nördlichen Grenze von Pakistan und in Indien vorbei am Shri Siddhi Vinayak Hospital. Ganz zuletzt noch ein kurzes Stück auf der Rue Thadeua, und dann bin ich dort - in Vientiane, der Hauptstadt von Laos.

Klingt nach Abenteuer. Trotzdem werde ich der Einfachheit halber doch mit dem Flugzeug reisen. Meine Abenteuerlust wird das halbe Jahr in Südostasien noch genug stillen.

Drei Jahre später

Drei Jahre nach dem letzten, halbherzigen Post in meinem alten Blog "Zwischen den Zeilen" beginne ich wieder zu bloggen. Der Grund: Mindestens ein halbes Jahr in Südostasien erwartet mich, ein grosses Abenteuer! (Inklusive Kultur- und Klimaschock, neuen Erfahrungen, hoffentlich neuen Freunden sowie wahrscheinlich der einen oder anderen Magenverstimmung vom fremden Essen.)