28. November 2011

Black Friday

Auf meiner Veloklingel steht zwar "I Love My Bike", doch wer mich kennt, weiss, dass das so nicht ganz zutrifft. Eine typische Hassliebe: Das Velo gehört für mich fest zum Alltag und ich schätze die Schnelligkeit und Flexibilität - das wird mir aber meist erst klar, wenn es irgendwo klemmt oder einen Platten hat. Und ich warte immer noch auf die Nacht, in der ich auf dem Heimweg vom Ausgang damit im Stadtbach lande...

Es gibt aber Situationen, in denen ein Auto ganz schön gäbig ist: Zum Beispiel, wenn ich für meinen Geburtstag einen Sack Holzkohle und einen Sechserkarton Wein brauche, zusätzlich zum Katzenfutter-Vorrat, den vier Litern Milch und den sonstigen Lebensmitteln, die es in einer WG nun mal braucht. Zum Glück darf ich dann hin und wieder das Auto meiner Mitbewohnerin benutzen. Ich war extrem stolz auf mich, im Parkhaus des Einkaufscenters die Lücke zwischen einer Säule und einem anderen Auto auf Anhieb perfekt zu treffen. Der Horror kam zwei Minuten später: Meterhohe, zehn Meter lange Regale mit zwanzig Sorten Würsten, dreissig Sorten Fruchtsaft... Und dann ist auch noch Advent, was bedeutet, dass zusätzlich zum ganz normalen Überfluss auch noch so Unnützes wie Plastikchristbäume, rote Deko-Glöckchen und Dutzende von verschiedenen Kerzensorten im Angebot sind.

Macht uns das wirklich glücklich? Mich überfordert es. Und auch wenn ich "meine" Zahnpasta und meinen Lieblings-O-Saft in Laos bestimmt vermissen werde, bin ich froh, diesem Konsumwahnsinn mal für ein halbes Jahr zu entkommen.

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